DHL-Pakete abholen, wenn deutsche Handynummer und Adresse noch fehlen

Die normale DHL-Packstation-Anmeldung braucht eine deutsche Mobilfunknummer und eine deutsche Adresse, genau die zwei Dinge, die einer Familie in den ersten Wochen in München oft noch fehlen. Seit dem 7. Juli 2025 testet DHL eine registrierungsfreie Abholung an der Packstation, aber das funktioniert nur bei Bestellungen aus rund 20 teilnehmenden Onlineshops, nicht bei Paketen, die Freunde oder Familie aus der Heimat schicken. Die vollständige Anmeldung braucht weiterhin eine deutsche Nummer und Adresse, dazu eine Identitätsprüfung per POSTIDENT (laut DHL 5 bis 10 Minuten) oder AdressTAN (2 bis 4 Tage per Post). Wer Pakete empfangen muss, bevor beides vorhanden ist, kann auf einen bezahlten Postfachservice wie Mail Boxes Etc ausweichen: eine Grundgebühr je nach Laufzeit (grob 30 bis 170 Euro) plus meist 1 bis 2 Euro pro Paket.

Die offizielle Regel

Das Packstation-Netz von DHL, die Selbstbedienungs-Paketautomaten, die in München praktisch an jeder größeren Straßenecke stehen, ist enorm praktisch, sobald man einmal eingerichtet ist. Genau die Einrichtung ist aber das Problem: DHL verlangt eine deutsche Mobilfunknummer und eine deutsche Adresse, bevor ein Postnummer genanntes Kundenkonto ausgestellt wird und Pakete an einem Automaten abgeholt werden können. Die Anmeldung selbst ist kostenlos, aber ohne beide Angaben geht nichts.

Seit dem 7. Juli 2025 gibt es einen Teil-Ausweg. DHL testet seitdem eine registrierungsfreie Packstation-Abholung: Kundinnen und Kunden können Pakete ohne eigenes Konto abholen, allerdings nur bei Bestellungen, die direkt im Checkout eines teilnehmenden Onlineshops aufgegeben werden. Der einjährige Pilotversuch startete mit rund 20 Geschäftskunden, darunter CEWE, die Mosaik Tree GmbH, FarbenFux.de und die BC GmbH. DHL kündigte an, die Testgruppe in den folgenden Monaten schrittweise zu erweitern. Das Prinzip ist einfach: Im Checkout eines teilnehmenden Shops wählt man eine Packstation als Lieferadresse, sobald DHL das Paket einlagert, kommt ein Abholcode per E-Mail, der entweder direkt am Bildschirm einer klassischen Packstation gescannt oder über die Post & DHL App an einem reinen App-Automaten eingegeben wird. Für Bestellungen bei diesen konkreten Händlern ist das eine echte Option, für ein Paket, das Freunde oder Familie unabhängig verschicken, gilt sie nicht.

Ein Jahr nach dem Start ist der Kreis der Händler öffentlich weiterhin bei ungefähr 20 Namen verankert, eine belastbare, aktuellere Gesamtzahl war zum Zeitpunkt dieser Recherche nicht auffindbar. Interessanter ist eine andere Entwicklung: Laut Berichten aus der Handelsbranche will DHL die registrierungsfreie Zustellung ab 2027 flächendeckend einführen, zunächst aber weiterhin nur für Onlineshops im Checkout. Private Sendungen sollen nach denselben Einschätzungen auch dann noch eine Empfänger-Registrierung brauchen, weil das Betrugsrisiko bei privaten Sendungen ohne Identitätsprüfung als zu hoch gilt. (Händlerbund)

Drei Wege, Pakete zu empfangen, bevor alles eingerichtet ist
Registrierungsfreier PilotVollständige Packstation-AnmeldungBezahlter Postfachservice
BrauchtNichts außer einem teilnehmenden Shop im CheckoutDeutsche Nummer + AdresseNur eine Anmeldung, Bezahlung nach Nutzung
Funktioniert fürBestellungen bei ~20 teilnehmenden ShopsJedes DHL-PaketJedes Paket, jeder Absender
KostenKostenlosKostenlosGrundgebühr je nach Laufzeit (laut MBE-Preisliste rund 30 bis 170 Euro) plus meist 1 bis 2 Euro pro Paket

Sobald eine deutsche Nummer und Adresse vorhanden sind, läuft die vollständige Anmeldung über die DHL-Website und braucht eine Identitätsprüfung. Es gibt zwei Wege: POSTIDENT, bei dem die Identität persönlich bestätigt wird, laut DHLs eigener Registrierungsseite dauert das rund 5 bis 10 Minuten, oder AdressTAN, bei dem DHL einen Bestätigungscode per Post an die registrierte Adresse schickt, das dauert rund 2 bis 4 Tage, weil es von der normalen Postlaufzeit abhängt. Nach der Verifizierung gibt es eine persönliche Postnummer, und das Adressieren eines Pakets an eine Packstation folgt einem festen Muster: Name, die Postnummer im Adresszusatz-Feld, “Packstation” plus die dreistellige Stationsnummer in den Feldern für Straße und Hausnummer, danach Postleitzahl und Ort.

Wenn weder der Pilot noch die vollständige Anmeldung gerade realistisch ist, ist ein bezahlter Postfachservice wie Mail Boxes Etc eine praktische Brücke, allerdings mit einer Kostenstruktur, die genauer hinsehen lohnt. Laut MBEs eigener aktueller Preisliste kostet das Postfach selbst, je nach Laufzeit, zwischen rund 30 Euro für einen Monat und rund 170 Euro für zwölf Monate, die genauen Beträge variieren je nach MBE-Center vor Ort. Dazu kommt an vielen Standorten eine separate Bearbeitungsgebühr von etwa 1 bis 2 Euro pro angenommenem Paket. Es ist also keine reine Ein-bis-zwei-Euro-Gebühr, sondern eine Grundgebühr plus ein kleiner Aufschlag pro Sendung, aber man bekommt sofort eine nutzbare Adresse, ganz ohne deutsche Handynummer, während Anmeldung und der Rest der Erstwochen-Bürokratie noch laufen.

Eine Wand aus Packstation-Schließfächern, eine Tür ist geöffnet und ein kleines Paket liegt darin

Was echte Leute sagen

Dieser Abschnitt stützt sich auf deutschsprachige Forumsdiskussionen (gutefrage.net), die genau dieses Problem behandeln.

Die häufigste Version dieser Frage, in verschiedenen Formulierungen immer wieder gestellt, kommt von Menschen, die nahe der deutschen Grenze wohnen oder gerade erst angekommen sind, und wissen wollen, ob ein Packstation-Konto überhaupt ohne langfristigen Wohnsitz möglich ist. Die durchgängige Antwort in diesen Threads ist, dass die Anforderung echt ist und keine Formalität, die sich einfach umgehen lässt: Eine deutsche Mobilfunknummer und eine deutsche Adresse werden beide gebraucht, und die Lösungen, die Leute tatsächlich anwenden, sind entweder die Adresse und das Konto eines vertrauenswürdigen Freundes zu nutzen oder in der Zwischenzeit für einen Postfachservice zu bezahlen. In keinem dieser Threads wird ein verlässlicher Weg beschrieben, die Anforderung für ein persönliches Packstation-Konto komplett zu umgehen, was mit dem übereinstimmt, was DHLs eigene Registrierungsseite dazu sagt.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie, ob der Shop, bei dem Sie bestellen, am registrierungsfreien Pilot von DHL teilnimmt. Wenn ja, können Sie im Checkout eine Packstation wählen, ganz ohne Konto, zumindest für diese eine Bestellung.
  2. Haben Sie schon eine deutsche Nummer, aber noch keine dauerhafte Adresse, nutzen manche Menschen eine vorübergehende Adresse oder die eines Freundes für AdressTAN, während die eigene Anmeldung noch läuft. Es lohnt sich zu fragen, ob ein Brief auf Ihren Namen dort ankommen darf.
  3. Sobald Ihre Anmeldung durch ist und Sie beides haben, deutsche Nummer und Adresse, registrieren Sie sich auf DHLs eigener Website und wählen Sie POSTIDENT, wenn Sie eine Packstation innerhalb von Minuten statt nach einem abgewarteten Brief nutzen wollen.
  4. Müssen Sie Pakete empfangen, bevor eines von beidem existiert, prüfen Sie einen bezahlten Postfachservice wie Mail Boxes Etc als Brücke. Rechnen Sie dabei mit einer Grundgebühr je nach Laufzeit (grob 30 bis 170 Euro) plus rund 1 bis 2 Euro pro Paket.
  5. Sobald Sie registriert sind, speichern Sie Ihre Postnummer an einem leicht auffindbaren Ort. Sie brauchen sie bei jeder Packstation-Zustellung, und das Adressformat (Name, Postnummer, “Packstation” plus Stationsnummer, Postleitzahl, Ort) ist konkret genug, dass eine gespeicherte Vorlage echte Zeit spart.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Kann ich einen Freund mit deutscher Nummer bitten, für mich eine Packstation anzumelden?

Ein Freund kann Pakete für Sie an seiner eigenen, bereits registrierten Packstation abholen, aber Sie können kein Konto auf Ihren eigenen Namen anmelden, indem Sie einfach die Telefonnummer einer anderen Person angeben. Die Anmeldung ist über POSTIDENT oder AdressTAN an Ihre Identität gebunden, nicht nur an eine Nummer. Wenn die Adresse und Nummer eines Freundes keine Option ist, bleiben ein bezahlter Postfachservice oder der registrierungsfreie Pilot, sofern der Händler mitmacht, die realistischen Alternativen, bis die eigene Anmeldung durch ist.

Funktioniert der registrierungsfreie Packstation-Pilot auch für ein Paket, das meine Eltern aus dem Ausland schicken?

Nein. Der am 7. Juli 2025 gestartete Pilot gilt nur für Bestellungen, die direkt im Checkout eines teilnehmenden Onlineshops aufgegeben werden, dabei übermittelt der Shop die gewählte Packstation-Adresse zusammen mit der Bestellung an DHL. Ein Paket, das jemand unabhängig davon von zu Hause aus verschickt, außerhalb dieses Checkout-Ablaufs, braucht weiterhin eine registrierte Postnummer und eine an eine Packstation gebundene Adresse, um dort zugestellt zu werden.

Wie lange dauert die vollständige Anmeldung wirklich, sobald ich eine deutsche Nummer und Adresse habe?

Das hängt von der gewählten Verifizierungsmethode ab. POSTIDENT, bei dem die Identität persönlich bestätigt wird, dauert laut DHLs eigener Registrierungsseite rund 5 bis 10 Minuten. AdressTAN, bei dem DHL einen Bestätigungscode per Post an die deutsche Adresse schickt, dauert laut derselben Quelle rund 2 bis 4 Tage, weil ein Brief so lange unterwegs ist. Wer möglichst schnell nach der Anmeldung eine Packstation nutzen will, ist mit POSTIDENT deutlich schneller dran.

Was kostet ein Postfachservice wie Mail Boxes Etc wirklich?

Mehr als nur ein paar Euro pro Paket, auch wenn genau diese Zahl oft zuerst genannt wird. Laut MBEs eigener aktueller Preisliste kostet das Postfach selbst, je nach Laufzeit, zwischen rund 30 Euro für einen Monat und rund 170 Euro für zwölf Monate, wobei die genauen Preise je nach MBE-Center variieren. Dazu kommt an vielen Standorten eine separate Bearbeitungsgebühr von etwa 1 bis 2 Euro pro angenommenem Paket. Wer nur kurz überbrücken will, sollte also die Laufzeit möglichst kurz halten und beide Kostenblöcke einplanen, nicht nur die Gebühr pro Sendung.

Wird die registrierungsfreie Abholung dauerhaft und für ganz Deutschland eingeführt?

DHL selbst hat den Test zunächst auf ein Jahr angelegt und wollte die teilnehmenden Händler in den Monaten nach dem Start im Juli 2025 schrittweise erweitern. Laut Berichten aus der Handelsbranche plant DHL, die registrierungsfreie Zustellung ab 2027 flächendeckend einzuführen, allerdings vorerst weiterhin nur für Bestellungen über Onlineshops im Checkout. Private Sendungen, etwa von Freunden oder Familie verschickt, sollen davon nach denselben Einschätzungen ausgenommen bleiben, weil das Betrugsrisiko ohne Empfänger-Registrierung als zu hoch gilt.