Hamburgs Sportintegrationsprogramm bringt Migrantinnen auch das Radfahren bei, nicht nur die Kinder in einen Verein

Hamburg betreibt das bundesweite Programm „Integration durch Sport” (IdS) nicht über eine einzige Anlaufstelle, sondern über drei tatsächlich getrennte Einstiegswege, und die meisten neu ankommenden Familien stoßen nur auf einen davon. Das bundesweite IdS-Programm koordiniert sportbasierte Integration seit 1989 über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gemeinsam mit Bundesinnen- und Migrationsbehörden; in Hamburg setzt es der Hamburger Sportbund (HSB, Haus des Sports, Schäferkampsallee 1, 20357 Hamburg, 040 41908-0) um, der mehr als 800 Mitgliedsvereine zählt, von denen aber nur rund 30 aktuell den speziell geförderten Status „Stützpunktverein” tragen, Vereine wie Parkour Creation e.V.s Die Halle in Wilhelmsburg (seit 2016 Stützpunktverein, betreibt parkourbasierte Integrationscamps) und das Winterhuder Kulturzentrum Goldbekhaus e.V. (seit 2016 Stützpunktverein, aufgebaut um Wassersportarten wie Stand-up-Paddling). Programmleiterin Kristjana Schultchen (040/41908-276) betreut die Förderung Einzelmaßnahmen und Mikroprojekte mit bis zu 2.500 Euro jährlich, während Erik Dawid (e.dawid@hamburger-sportbund.de, 040/41908-235) die Stützpunktvereinsförderung mit bis zu 10.000 Euro jährlich verantwortet, neben einem separaten Fonds Communities in Bewegung mit bis zu 2.500 Euro jährlich für gemeinsame Projekte von Vereinen und migrantischen Selbstorganisationen. Über die Förderung hinaus betreiben HSB und die Hamburger Sportjugend gemeinsam Willkommen im Sport (willkommen-im-sport.de), eine kostenlose, durchsuchbare Datenbank an Sportangeboten, die gezielt für Familien mit Fluchthintergrund aufgebaut wurde und nach Bezirk, Zielgruppe und Sportart filterbar ist; sie startete mit rund 45 teilnehmenden Vereinen. Eine dritte, persönlichere Option ist FiPS (Finde Deinen Platz im Sport), ein echtes sechsmonatiges Tandem-Mentoringprogramm, das eine neu ankommende Person direkt mit einer hauptamtlichen oder ehrenamtlichen Vereinsperson zusammenbringt; der erste Durchgang lief von März bis September 2023. Der HSB bietet außerdem kostenlose Kurse „Fit und mobil mit dem Rad” an, vor allem für migrantische Frauen und Frauen mit Fluchterfahrung, die nie radfahren gelernt haben, über drei Partnervereine im Süden, Westen und Osten Hamburgs. Haushalte, die Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, können außerdem über das Bildungspaket 15 Euro im Monat für den Vereinsbeitrag eines Kindes erhalten, beantragt je nach Leistung beim Jobcenter team.arbeit.hamburg oder beim zuständigen Bezirksamt.

Drei Einstiegswege, kein einziges Büro

Wer als migrantische oder geflüchtete Familie in Hamburg den Rat bekommt, sich „einfach einem Verein anzuschließen”, bekommt eine Information vorenthalten, die tatsächlich nützlich ist: Der Hamburger Sportbund (HSB) betreibt das bundesweite Programm „Integration durch Sport” (IdS) hier über drei getrennte, unterschiedlich aufgebaute Wege, nicht über eine Hotline, und die meisten Familien erfahren nur von einem davon.

Das Programm selbst ist echt und langjährig, kein Pilotprojekt. Laut DOSBs eigener Programmseite koordiniert der organisierte Sport in Deutschland IdS seit 1989 bundesweit, gemeinsam mit Bundesinnen- und Migrationsbehörden. In Hamburg setzt es der HSB um, mit Sitz im Haus des Sports, Schäferkampsallee 1, 20357 Hamburg (040 41908-0). Der HSB ist ein großer Dachverband mit mehr als 800 Mitgliedsvereinen, aber laut den eigenen Angaben des HSB tragen davon aktuell nur rund 30 den speziell geförderten Status „Stützpunktverein”, Vereine, die gezielt ausgestattet und bezahlt werden, um strukturierte, niedrigschwellige Angebote für Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund zu betreiben, statt einfach passiv abzuwarten, wer vorbeikommt.

Zwei aktuelle Stützpunktvereine zeigen, wie das in der Praxis konkret aussieht. Parkour Creation e.V. trägt seit 2016 den Status Stützpunktverein und betreibt Die Halle, eine 800 Quadratmeter große Parkour-Anlage in Wilhelmsburg mit rund 42 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Trainerinnen und Trainern. Die Integrationsarbeit dreht sich um Formate wie „Live Free, Run Free” und integrative Sommercamps, in denen Kinder mit Fluchterfahrung gemeinsam mit ihren Hamburger Altersgenossen Parkour-Grundlagen lernen. Goldbekhaus e.V., ein 1981 gegründetes Winterhuder Sport- und Kulturzentrum, trägt ebenfalls seit 2016 den Status Stützpunktverein, aufgebaut um Wassersportangebote wie Stand-up-Paddling, neben dem breiteren Kultur- und Kunstprogramm.

HSBs drei Foerderlinien von Integration durch Sport
FoerderlinieBetragWofuerKontakt
StützpunktvereinsförderungBis zu 10.000 Euro/JahrStrukturelle Integrationsarbeit bei einem festgelegten Stützpunktverein, plus laufende BeratungErik Dawid, e.dawid@hamburger-sportbund.de, 040/41908-235
Einzelmaßnahmen und MikroprojekteBis zu 2.500 Euro/JahrEinmalige Maßnahmen: Integrationsfeste, Schnuppertage, Qualifizierung von Trainer:innen mit FluchthintergrundKristjana Schultchen, 040/41908-276
Communities in BewegungBis zu 2.500 Euro/JahrGemeinsame Projekte von einem Sportverein und einer migrantischen SelbstorganisationKontakt ueber HSBs Foerderbuero

Für Vereine, die sich als Stützpunktverein bewerben wollen, setzte HSBs eigene Förderankündigung für 2026 den 15. Oktober als Bewerbungsfrist über das HSB-Mitgliederportal in DOSBs eigenes digitales Fördersystem, ein vorbereitendes Beratungsgespräch wird ausdrücklich empfohlen. Diese Frist verschiebt sich jährlich, deshalb sollte eine Familie oder ein Verein, die nach der aktuellen Runde fragen, das genaue Datum direkt bei Erik Dawid bestätigen lassen, statt anzunehmen, dass das Datum des Vorjahres weiterhin gilt.

Willkommen im Sport: Eine Datenbank, gezielt für Familien mit Fluchthintergrund

Weder das Stützpunktverein-Netzwerk noch dessen Förderlinien ersetzen das Werkzeug, das die meisten Familien zuerst tatsächlich brauchen: etwas Durchsuchbares, ohne Telefonanruf. HSB und die Hamburger Sportjugend haben genau dafür gemeinsam Willkommen im Sport aufgebaut. Anders als ein allgemeines Vereinsverzeichnis ist es gezielt um die tatsächlichen Fragen von Familien mit Fluchthintergrund herum gebaut: Suche nach Bezirk oder Stadtteil, nach Zielgruppe und nach Sportart, und Mitgliedsvereine stellen ihre eigenen Angebote direkt auf die Plattform. Dazu kommt eine Sportbörse, ein Marktplatz, auf dem Vereine Gesuche nach Trainerinnen oder Trainern und Freiwilligen posten können und interessierte Helfer sich selbst anbieten können. Laut einem BQM-Hamburg-Newsletter zum Start des Projekts beteiligten sich zum Start rund 45 Sportvereine und 18 der Stützpunktvereine des HSB mit eigenen Angeboten auf der Plattform, was Familien ein echtes, wenn auch nicht erschöpfendes, Startangebot gibt statt einer leeren Datenbank, die erst noch gefüllt werden muss.

FiPS: Sechs Monate mit einer echten Mentorin, nicht nur eine Vereinsadresse

Wer nach einer Datenbank immer noch unsicher ist, wo eigentlich anzufangen ist, für den ist HSBs FiPS-Programm (Finde Deinen Platz im Sport) genau für diese Lücke gebaut. Es bringt eine Mentee, jemanden mit Flucht- oder Migrationshintergrund, mit einer Mentorin oder einem Mentor zusammen, einer bezahlten Vereinsmitarbeiterin oder einem Ehrenamtlichen, der oder die bereits in einem Hamburger Sportverein verankert ist, für ein strukturiertes sechsmonatiges Tandem. Statt nur eine Telefonnummer weiterzugeben, begleitet die Mentorin die Mentee aktiv durch den Vereinsalltag, vom Mitspielen über das Trainieren bis zur Vorstandsarbeit, ergänzt durch Seminare und Workshops, die HSBs eigenes IdS-Team organisiert.

Der erste Durchgang des Programms lief von März bis September 2023 und brachte fünf Tandems zusammen. HSBs eigener Bericht zu diesem Durchgang porträtiert ein Tandem direkt: Pallavi, eine 35-jährige Softwareentwicklerin aus Indien, die seit zwei Jahren in Hamburg lebte, wurde mit Marco Peters zusammengebracht, Vereinsmanager und Vorstandsvorsitzender bei HSV Barmbek-Uhlenhorst. Ihre Tochter trat der rhythmischen Sportgymnastik-Gruppe des Vereins bei, und das Tandem mündete in ein Vereinssommerfest am 1. Juli. Peters beschrieb den Sinn des Programms unverblümt: Neuankommenden tatsächlich zu vermitteln, wie ein deutscher Verein funktioniert, seine Strukturen, seine Ehrenamtskultur, seine Ausschüsse, nicht nur zum Training zu erscheinen.

Fit und mobil mit dem Rad: Hamburg bringt auch Erwachsenen das Radfahren bei

Ein HSB-Programm adressiert eine Hürde, die mit der Vereinssuche gar nichts zu tun hat: nie gelernt zu haben, Fahrrad zu fahren. „Fit und mobil mit dem Rad” bietet kostenlose, schrittweise Radfahrkurse, vor allem für Frauen gedacht, unterrichtet von qualifizierten Kursleiterinnen, wobei der HSB auf Anfrage auch maßgeschneiderte Kurse für Jugendliche, Seniorinnen und Senioren, Geflüchtete allgemein und soziale Einrichtungen organisiert. Die Kurse laufen über drei namentlich genannte Partnervereine in unterschiedlichen Teilen der Stadt: Hamburger SV e.V., Sportvereinigung Billstedt-Horn von 1891 e.V. und Harburger Turnerbund von 1865 e.V., was Hamburgs Süden, Westen und Osten abdeckt. Programmkoordinatorin Johanna Wittneben kümmert sich um die Anmeldung und kann über den festen Kursplan hinaus weitere Kurse oder Radausflüge organisieren.

Das ist wichtiger, als es zunächst klingt. Ein Elternteil, das in einer Stadt, die um Lastenräder, Stadtrad-Stationen und fahrradtaugliche Schulwege herum gebaut ist, nicht Fahrrad fahren kann, verpasst nicht nur ein Hobby, sondern steht vor einer echten Mobilitätslücke, die eine Vereinsmitgliedschaft allein nicht schließt.

Eine dicht aneinandergereihte Reihe von Stadtfahrrädern, von vorne fotografiert, keine Personen, Gesichter oder lesbaren Logos sichtbar

Foto von Susanne Jutzeler, suju-foto auf Pexels

FC Lampedusa: Wie ein selbstorganisierter migrantischer Verein bei St. Pauli aussieht

Nicht jede Familie möchte in einen bestehenden Mainstream-Verein vermittelt werden, und Hamburg hat ein gut dokumentiertes Beispiel für die Alternative. FC Lampedusa wurde laut der mit Quellen belegten Geschichte auf Wikipedia 2014 von Mitgliedern der Lampedusa Refugee Group gegründet, mehreren Hundert westafrikanischen Migranten, die über die italienische Insel Lampedusa nach Hamburg gelangt waren, nachdem sie aus Libyen geflohen waren. Bis März 2015 hatte der Verein die Mitgliedschaft für jede migrantische oder geflüchtete Person ab 16 Jahren geöffnet, unabhängig von Nationalität oder rechtlichem Aufenthaltsstatus, eine bewusste Entscheidung, da sich viele potenzielle Spieler ohne gültige Papiere nicht bei einem regulären Ligaverein anmelden konnten. Seit 2016 ist FC Lampedusa Teil von FC St. Pauli selbst, ehrenamtlich betreut von Trainerinnen aus der Frauen- und Mädchenabteilung des Vereins. 2024 feierte er sein zehnjähriges Bestehen und ist weiterhin aktiv.

Hier lohnt sich Genauigkeit: FC Lampedusa gilt nicht als bestätigter Stützpunktverein des HSB, er entstand aus einer Basisorganisation von Geflüchteten heraus, nicht aus der eigenen Förderstruktur des HSB. Das macht ihn zu einer tatsächlich anderen Art von Option, nicht besser oder schlechter als das Stützpunktverein-Netzwerk, sondern von und für eine bestimmte Gemeinschaft aufgebaut, statt Neuankommenden von außen zugeteilt zu werden.

Bezahlen: Die 15 Euro im Monat aus dem Bildungspaket

Keines der vier oben genannten Programme hebt den eigenen Mitgliedsbeitrag eines Vereins auf, der wird vom jeweiligen Verein festgelegt, aber echte Kostenhilfe existiert und lässt sich mit jedem davon kombinieren. Laut hamburg.des eigener Seite zu diesem Zuschuss können Haushalte, die Leistungen nach SGB II, SGB XII oder dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen oder Anspruch auf Wohngeld oder Kinderzuschlag haben, über das Bildungspaket pauschal 15 Euro im Monat für den Mitgliedsbeitrag eines Kindes in einem Sportverein, einer Musikschule oder einer ähnlichen Aktivität erhalten. Wer Bürgergeld bezieht, holt die Bescheinigung zuerst beim Jobcenter team.arbeit.hamburg; sonst ist die Sozialleistungsstelle des zuständigen Bezirksamts (oder die Wohngeldstelle, bei Haushalten, die nur Wohngeld beziehen) zuständig. Manche Vereine und Kursanbieter rechnen die 15 Euro direkt mit der Stadt ab, statt eine Familie den vollen Beitrag vorstrecken und auf Erstattung warten zu lassen, das lohnt sich vorab direkt zu erfragen, bevor eine Zahlungsart festgelegt wird.

Der Reihe nach vorgehen

  1. Zuerst bei Willkommen im Sport suchen, wenn selbstständiges Stöbern kein Problem ist. Nach Bezirk, Zielgruppe und Sportart filtern auf willkommen-im-sport.de, kein Telefonanruf nötig.
  2. HSBs Programmleiterin kontaktieren, wenn eine echte Person auf einen Stützpunktverein hinweisen soll. Kristjana Schultchen unter 040/41908-276 anrufen, Alter, Sportinteresse und Bezirk des Kindes beschreiben und fragen, welche aktuellen Stützpunktvereine, etwa Parkour Creation e.V.s Die Halle oder Goldbekhaus e.V., realistisch in der Nähe liegen.
  3. Nach FiPS fragen, wenn eine persönliche Mentorin gewünscht ist, nicht nur eine Vereinsadresse. Das sechsmonatige Tandemprogramm bringt direkt mit jemandem zusammen, der bereits in einem Hamburger Verein verankert ist.
  4. Wenn ein Elternteil nie Fahrrad fahren gelernt hat, nach Fit und mobil mit dem Rad fragen. Koordinatorin Johanna Wittneben oder einen der drei Partnervereine direkt nach dem aktuellen Kursplan kontaktieren.
  5. Einen selbstorganisierten Verein wie FC Lampedusa in Betracht ziehen, wenn das besser zur Familie passt als ein Mainstream-Verein. Er ist Teil von FC St. Pauli und offen für jede migrantische oder geflüchtete Person ab 16 Jahren.
  6. Wenn die Kosten die eigentliche Hürde sind, das Bildungspaket beantragen. Bürgergeld-Haushalte starten beim Jobcenter team.arbeit.hamburg; andere Haushalte gehen über die Sozialleistungsstelle oder Wohngeldstelle ihres Bezirksamts, für 15 Euro im Monat zum Vereinsbeitrag.

Rechtlicher Hinweis

Diese Seite beschreibt Deutschlands bundesweites Programm „Integration durch Sport”, wie es in Hamburg vom Hamburger Sportbund umgesetzt wird, Stand Mitte 2026. Programmkontakte, Förderbeträge, Bewerbungsfristen und welche Vereine aktuell den Status Stützpunktverein tragen, können sich von Jahr zu Jahr ändern, deshalb aktuelle Details direkt beim IdS-Team des HSB bestätigen, bevor auf Basis dieser Seite gehandelt wird.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Welchen der drei Wege, HSBs Stützpunktverein-Netzwerk, Willkommen im Sport oder FiPS, sollte unsere Familie zuerst kontaktieren?

Das hängt davon ab, wie viel Begleitung tatsächlich gebraucht wird. Wer selbstständig suchen möchte, fängt am besten bei Willkommen im Sport (willkommen-im-sport.de) an, einer kostenlosen Datenbank, die gezielt für Familien mit Fluchthintergrund gebaut wurde und sich nach Bezirk, Zielgruppe und Sportart filtern lässt, ohne vorher mit jemandem sprechen zu müssen. Wer sich lieber von einer echten Person auf einen Verein hinweisen lassen möchte, der wirklich auf Neuankommende eingestellt ist, fragt bei HSBs Programmleiterin Kristjana Schultchen (040/41908-276) nach aktuellen Stützpunktvereinen in der Nähe, Vereinen wie Parkour Creation e.V.s Die Halle oder Goldbekhaus e.V., die diesen Status tragen. Wer tatsächlich eine echte Person an der Seite über mehrere Monate möchte, nicht nur einen Hinweis, fragt nach FiPS (Finde Deinen Platz im Sport), dem sechsmonatigen Tandem-Mentoringprogramm mit einer echten Vereinsperson. Keins schließt das andere aus, viele Familien nutzen die Datenbank, um einen Verein vorzuschlagen, und fragen dann nach FiPS, sobald sie einen passenden gefunden haben.

Ist das alles wirklich kostenlos, und deckt es den Vereinsbeitrag unseres Kindes ab?

Die Programme selbst, die Datenbank, die Beratung zu Stützpunktvereinen, das FiPS-Mentoring und die Radkurse, sind kostenlos und setzen kein Deutsch voraus. Keins davon hebt automatisch den eigenen Mitgliedsbeitrag eines bestimmten Vereins auf, der wird vom jeweiligen Verein selbst festgelegt. Was sich damit kombinieren lässt, ist echte Kostenhilfe: Haushalte, die Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, können laut hamburg.des eigener Seite zum Thema 15 Euro im Monat für den Beitrag eines Kindes über das Bildungspaket erhalten. Wer Bürgergeld bezieht, holt die Bescheinigung zuerst beim Jobcenter team.arbeit.hamburg; sonst ist das zuständige Bezirksamt zuständig. Manche Anbieter rechnen direkt mit der Stadt ab, statt die Vorauszahlung und spätere Erstattung von der Familie zu verlangen, das lohnt sich beim jeweiligen Verein oder Kursanbieter direkt nachzufragen.

Müssen wir Deutsch sprechen, um an einem dieser Programme teilzunehmen?

Nein, sowohl FiPS als auch die Fahrradkurse Fit und mobil mit dem Rad sind gezielt dafür gedacht, auch ohne Deutschkenntnisse zu funktionieren, das ist die ganze Idee eines persönlichen Mentors oder einer kleinen, geduldigen, kursleitergefuehrten Gruppe statt eines Selbstbedienungs-Anmeldeformulars. Die Datenbank von Willkommen im Sport selbst ist auf Deutsch, aber HSBs Programmkontakte beantworten Anfragen routinemäßig in mehreren Sprachen, weil das der Großteil der Anrufenden ist. Bei einem bestimmten Verein direkt nach einem Probetraining zu fragen, ist in Hamburger Vereinen unabhängig vom Sprachniveau gängige Praxis.

Was ist FC Lampedusa, und gehört er zu HSBs Netzwerk Integration durch Sport?

FC Lampedusa ist ein selbstorganisierter Fußballverein, gegründet 2014 von Geflüchteten, die über die italienische Insel Lampedusa nach Hamburg gekommen waren, laut der eigenen dokumentierten Geschichte des Vereins. Ab März 2015 öffnete er die Mitgliedschaft für jede migrantische oder geflüchtete Person ab 16 Jahren, unabhängig von Nationalität oder Aufenthaltsstatus, und seit 2016 ist er Teil von FC St. Pauli, ehrenamtlich betreut von Trainerinnen aus der Frauen- und Mädchenabteilung des Vereins. 2024 feierte er sein zehnjähriges Bestehen. Er gilt nicht als bestätigter HSB-Stützpunktverein, sondern ist ein tatsächlich unabhängiger, selbstorganisierter Einstiegsweg statt ein Programmergebnis, besonders wissenswert für Familien, die sich lieber einem Verein anschließen möchten, der von Menschen mit ähnlichem Hintergrund aufgebaut wurde, statt in einen bestehenden Mainstream-Verein vermittelt zu werden.

Wie finden wir heraus, ob ein bestimmter Hamburger Verein aktuell den Status Stützpunktverein trägt?

HSBs eigene Seite zu den Stützpunktvereinen betreibt ein live durchsuchbares Tool, filterbar nach Bezirk, Stadtteil, Sportart und Altersgruppe, statt eine feste Liste zu veröffentlichen, weil sich die Mitgliedschaft von Jahr zu Jahr ändert, wenn Vereine ins Programm auf- oder aus ihm herausfallen. Wer lieber direkt mit jemandem sprechen möchte, kontaktiert Programmleiterin Kristjana Schultchen unter 040/41908-276, beschreibt Alter, Sportinteresse und Bezirk des Kindes und fragt, welche aktuellen Stützpunktvereine realistisch in der Nähe liegen.