Kinderbauernhof München: Echte Bauernhofarbeit statt Streichelzoo, mit und ohne Termin
Rund um München gibt es echte Bauernhöfe, auf denen Kinder nicht nur Tiere durch einen Zaun streicheln, sondern mitarbeiten: füttern, ausmisten, ernten. Welche Regeln gelten, unterscheidet sich stark von Hof zu Hof. Der städtische Lernort Bio-Bauernhof Gut Riem (Isarlandstraße 1, München-Riem, S2 bis Riem) ist ausschließlich mit vereinbartem Termin zu besuchen, buchbar telefonisch unter 089 907192 oder über das Online-Portal, Kinderprogramme kosten rund 6 Euro pro Kind, zwei Begleitpersonen sind frei. Kostenlos und ohne jede Anmeldung geht es bei der Münchner Kinder- und Jugendfarm, mit Standorten in Neuaubing (Wiesentfelser Str. 59) und im Stadtteil Ramersdorf-Perlach (Görzer Straße 95): Kinder zwischen 6 und 17 Jahren können zu den Öffnungszeiten einfach vorbeikommen und bei echten Hofarbeiten mithelfen. Außerhalb der Stadt verlangt der Erlebnisbauernhof Humpl in Sauerlach (Köhlerstraße 2a, S3 bis Sauerlach) ebenfalls immer einen vorab telefonisch oder per E-Mail vereinbarten Termin und nimmt an Wochenenden und Feiertagen grundsätzlich keine Besucher an, dafür gibt es fünf feste Lerneinheiten von Korn zu Brot bis Milch zu Käse. Der Reitsberger Hof in Vaterstetten arbeitet dagegen nach dem Prinzip der offenen Stalltür: Für den allgemeinen Besuch braucht es keinen Termin, nur für geführtes Ponyreiten oder Geburtstagsfeiern muss man vorab buchen. Gut Riem öffnet außerdem einmal im Jahr beim Öko-Hoffest ohne jede Anmeldepflicht, der Termin für 2026 (17. Mai) liegt inzwischen zurück, ein neues Datum für 2027 stand zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht fest. Prüfen Sie Öffnungszeiten und Anmeldepflichten vor jedem Besuch direkt beim jeweiligen Hof.
Was wirklich gilt
München teilt sich bei Kinderbauernhöfen sauber in zwei Lager: nur mit Termin oder jederzeit ohne, und wer das verwechselt, fährt umsonst hin. Der städtische Lernort Bio-Bauernhof Gut Riem formuliert es auf der eigenen Seite ohne Umschweife: „Der Besuch am Gut Riem ist ausschließlich mit vereinbartem Termin möglich.” Der Hof gehört zu den zehn Gutsbetrieben der Stadtgüter München, liegt an der Isarlandstraße 1 im Stadtteil Riem und ist von der S-Bahn-Station Riem (Linie S2, Richtung Erding) in fünf bis zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Gebucht wird telefonisch unter 089 907192 oder über das Online-Portal, laut der Dienstleistungsseite der Stadt sind Termine ganzjährig möglich, auch in den Winter- und Schulferien.
| Hof | Lage | Termin nötig? | Preis |
|---|---|---|---|
| Lernort Bio-Bauernhof Gut Riem | Isarlandstraße 1, München-Riem (S2 bis Riem) | Ja, immer | Rund 6 € pro Kind, 2 Begleitpersonen frei |
| Erlebnisbauernhof Humpl | Köhlerstraße 2a, Sauerlach (S3 bis Sauerlach) | Ja, immer, keine Wochenenden/Feiertage | Je nach Gruppe und Alter, auf Anfrage |
| Münchner Kinder- und Jugendfarm (Neuaubing) | Wiesentfelser Str. 59, München | Nein, für 6-17-Jährige zu Öffnungszeiten | Kostenlos |
| Münchner Kinder- und Jugendfarm (Ramersdorf-Perlach) | Görzer Straße 95, München | Nein, für 6-17-Jährige zu Öffnungszeiten | Kostenlos |
| Reitsberger Hof | Baldhamerstraße 99, Vaterstetten | Nein für allgemeinen Besuch (offene Stalltür), ja für Ponyreiten/Feiern | Eintritt frei, Aktivitäten separat |
Bei Gut Riem richtet sich das Programm nach dem tatsächlichen Hofkalender, nicht nach einem festen Skript. Für Kinder von 3 bis 10 Jahren gibt es drei Angebote: eine ganzjährige Einheit zur ökologischen Tierhaltung (135 Minuten, Gummistiefel sind Pflicht), Vom Korn zum Brot von März bis August (ebenfalls 135 Minuten), und die Kartoffelaktion, die ausschließlich im September stattfindet und rund zwei Stunden dauert. Wichtig für die Erwartungshaltung: Eine eigene Apfelernte gibt es offiziell nicht, frische Äpfel tauchen im Herbst als Verkostung neben den Kartoffeln auf, die eigentliche Erntearbeit betrifft die Kartoffelaktion. Wer öfter kommen will, kann sich für einen Jahreskurs von März bis November mit zehn Terminen anmelden, Gesamtpreis 200 Euro. Der Mitmachstall, in dem Kinder Rinder, Schweine, Schafe und Esel füttern und ausmisten, ist seit Herbst 2021 Teil des Hofs.
Der Erlebnisbauernhof Humpl in Sauerlach, eine gute Stunde südöstlich, arbeitet ähnlich terminstreng, dafür deutlich kleinteiliger strukturiert. Der Hof wird laut eigener Website in dritter Generation geführt und bietet fünf klar abgegrenzte Lerneinheiten: Korn zu Brot (Ernte, Mahlen, Backen), Huhn zu Ei (Füttern, Sammeln), Gras zu Milch (Kälberaufzucht und Melkvorführung), Milch zu Käse, und eine Einheit zur modernen Landwirtschaft samt Maschinenkunde. Für jede Besuchergruppe, ob Schulklasse, Kindergarten oder Familie, ist vorab ein Termin per Telefon oder E-Mail nötig, und an Wochenenden oder Feiertagen werden grundsätzlich keine Besucher angenommen. Erreichbar ist der Hof über die S3 bis Sauerlach oder mit dem Auto, Parkplätze für Pkw und Busse sind vorhanden. Der angeschlossene Hofladen läuft mit eigenen, deutlich längeren Selbstbedienungszeiten, wer also nur Milch, Käse oder frisches Brot kaufen will, braucht dafür keinen separaten Hofbesuchstermin.

Wer keine Lust auf Terminbürokratie hat, findet in München zwei echte, kostenlose Walk-in-Optionen. Die Münchner Kinder- und Jugendfarm betreibt zwei Standorte, Neuaubing (Wiesentfelser Str. 59) und Ramersdorf-Perlach (Görzer Straße 95, nicht im benachbarten Obergiesing, wie mancherorts kolportiert wird), mit jeweils eigenem Tierbestand: In Neuaubing leben Ponys, Schafe, Ziegen, Zwergschweine, Kaninchen und Katzen, in Ramersdorf-Perlach dagegen Ziegen, Laufenten, Hühner, Bienen, Kaninchen und Meerschweinchen. Kinder zwischen 6 und 17 Jahren kommen zu den Öffnungszeiten ohne jede Anmeldung, nur wer regelmäßig als sogenanntes Stammkind mitarbeiten möchte, meldet sich mit Einverständnis der Eltern vor Ort an. Die Schulzeit-Öffnungszeiten laufen in beiden Häusern Dienstag bis Freitag 13 bis 18 Uhr und Samstag ab 9 beziehungsweise 10 Uhr, für unter 6-Jährige in Begleitung eines Erwachsenen gibt es an einzelnen Vormittagen außerhalb der Ferien ein separates Zeitfenster. Getrennt davon läuft der Reitsberger Hof in Vaterstetten nach dem Prinzip der offenen Stalltür: Montag sowie Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr (Dienstag und Mittwoch geschlossen) kann man Pferde, Ponys, Kühe, Ziegen und Hühner ohne Termin besuchen, seit 2013 ist der Hof vom bayerischen Landwirtschaftsministerium offiziell als Erlebnisbauernhof zertifiziert. Nur Extras wie geführtes Ponyreiten, Traktorfahrten oder Geburtstagsfeiern brauchen eine Vorabbuchung, ein Beispielpaket für zehn Kinder und zwei Erwachsene über 3,5 Stunden liegt bei rund 100 Euro zuzüglich Ponyreiten.
Einmal im Jahr öffnet auch Gut Riem seine Tore ganz ohne Termin. Das Öko-Hoffest fand 2026 am Sonntag, 17. Mai, von 10 bis 18 Uhr statt, mit offenem Mitmachstall, Handwerkermarkt und Bio-Verpflegung. Zum Zeitpunkt dieses Artikels liegt dieser Termin bereits einige Wochen zurück, ein neuer Termin für 2027 war noch nicht angekündigt. Wer diesen anmeldefreien Besuch bei Gut Riem nutzen möchte, sollte die Veranstaltungsseiten der Stadtgüter München beziehungsweise von muenchen.de im Frühjahr des jeweils nächsten Jahres im Blick behalten.
Was echte Leute sagen
Auf dem unabhängigen Ausflugsportal kindaling.de berichten Eltern über eine Geburtstagsfeier am Reitsberger Hof: „Wir waren zu einer Geburtstagsfeier dort und alle hatten eine wunderbare Zeit, sehr durchdacht organisiert.” Eine andere Bewertung lobt gezielt die Backstube: die Zimtschnecken kämen gut an, und die Kinder hätten sich sichtlich gefreut, Ponys, Kaninchen und Kühe aus der Nähe zu sehen. Als konkreten Preisanker nennt das Portal ein Paket für 10 Kinder und 2 Erwachsene über 3,5 Stunden für rund 100 Euro, Ponyreiten separat berechnet, was bei der eigenen Budgetplanung hilft, weil der Hof selbst online keine festen Paketpreise veröffentlicht.
Ein ganz anderer, aber ebenso ehrlicher Einblick kommt von der Mittelschule Taufkirchen, die ihren Wandertag auf dem Erlebnisbauernhof Humpl verbracht hat. Der Bericht beschreibt den Betrieb mit rund 160 Milchkühen, einen Melkroboter, den die Schülerinnen und Schüler mit einem McDrive verglichen, weil er Kühe automatisch erkennt, reinigt und die Milchmenge erfasst, sowie das Füttern mit einer sogenannten Futter-Pizza. Besonders in Erinnerung blieb den Kindern der Geruch, den der Bericht als „frische Landluft gemischt mit Kuhmist” beschreibt, dazu das Streicheln erst wenige Tage alter Kälber, selbst gerührte Butter zum Mitnehmen und ein warmer Kakao aus Hofmilch mit selbst gebackenem Brot. Bäuerin Humpl erzählte den Kindern beiläufig, dass ihr Mann alle 160 Kühe beim Namen kennt, eine Kleinigkeit, die besser zeigt als jede Broschüre, wie persönlich der Betrieb tatsächlich geführt wird.
Schritt für Schritt
- Entscheiden, ob eine feste gebuchte Einheit oder ein spontaner Besuch gewünscht ist. Gut Riem und Humpl bedeuten Planung rund um ein Terminfenster, die Kinder- und Jugendfarm sowie die offene Stalltür des Reitsberger Hofs erlauben freies Kommen und Gehen.
- Für Gut Riem unter 089 907192 anrufen oder über das Online-Portal buchen, und dabei zwischen ganzjähriger Tierhaltung, der Getreide-Einheit (März bis August) oder der Kartoffelaktion im September wählen.
- Für Humpl frühzeitig telefonisch (0162 6225355) oder per E-Mail (info@erlebnisbauernhof-humpl.de) anfragen, Gruppengröße und gewünschte Lerneinheit klären, und einplanen, dass Wochenenden und Feiertage komplett ausfallen.
- Für einen kostenlosen Spontanbesuch direkt nach Neuaubing oder Ramersdorf-Perlach fahren, zu den veröffentlichten Öffnungszeiten, ohne vorherigen Anruf, eine Anmeldung ist nur für Kinder nötig, die als Stammkind regelmäßig mithelfen wollen.
- Für den Reitsberger Hof einfach zu den Öffnungszeiten kommen (Dienstag und Mittwoch geschlossen), und nur bei Wunsch nach geführtem Ponyreiten, Traktorfahrt oder Geburtstagsfeier vorab einen Termin sichern.
- Für einen arbeitenden Bauernhof packen, nicht für einen Freizeitpark: Gummistiefel, Kleidung, die schmutzig werden darf, und Wechselkleidung im Auto.
- Wer Gut Riem ohne Termin erleben will, merkt sich stattdessen das jährliche Öko-Hoffest vor, prüft aber vorher, ob für das kommende Jahr bereits ein neues Datum veröffentlicht wurde, der Mai-2026-Termin ist bereits vorbei.
Hinweis zur Aktualität
Diese Seite fasst offizielle Angaben der teilnehmenden Höfe und der Stadt München zusammen, ergänzt um unabhängige Berichte von Ausflugsportalen und einer Schulklasse, Stand Mitte 2026. Terminsysteme, Öffnungszeiten, Preise und saisonale Programme ändern sich von Jahr zu Jahr und von Saison zu Saison. Prüfen Sie aktuelle Anmelderegeln und Öffnungszeiten vor jedem Besuch direkt beim jeweiligen Hof, telefonisch oder auf dessen offizieller Website.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Muss ich wirklich einen Termin vereinbaren, oder kann ich einfach hinfahren?
Das hängt komplett vom Hof ab. Gut Riem schreibt es auf der eigenen Seite unmissverständlich: der Besuch ist ausschließlich mit vereinbartem Termin möglich, buchbar telefonisch unter 089 907192 oder über das Online-Portal. Genau dasselbe gilt für den Erlebnisbauernhof Humpl in Sauerlach, der zusätzlich Wochenenden und Feiertage komplett ausschließt. Wer wirklich spontan losfahren will, ist bei der Münchner Kinder- und Jugendfarm richtig: Sowohl in Neuaubing als auch in Ramersdorf-Perlach können 6- bis 17-Jährige zu den Öffnungszeiten ohne jede Anmeldung vorbeikommen, und auch der Reitsberger Hof in Vaterstetten verlangt für den allgemeinen Rundgang keinen Termin, seine offene Stalltür steht zu den regulären Öffnungszeiten einfach offen.
Was ist der Unterschied zu einem Streichelzoo oder Tierpark?
Auf einem echten Kinderbauernhof oder Erlebnisbauernhof wird gearbeitet, nicht nur geschaut. Bei Gut Riem gehören Füttern, Ausmisten und je nach Saison die Kartoffelaktion im September zum Programm, bei einem ganzjährigen Angebot zur ökologischen Tierhaltung sind sogar Gummistiefel Pflicht. Beim Erlebnisbauernhof Humpl decken fünf feste Lerneinheiten den kompletten Kreislauf ab, von Korn zu Brot über Huhn zu Ei bis zur Milchviehhaltung samt Melkroboter und selbst gemachter Butter. Ein Streichelzoo endet dagegen meist am Gitter, hier steigt man tatsächlich in den Stall.
Was kostet ein Besuch tatsächlich?
Sehr unterschiedlich. Bei Gut Riem kostet das Kinderprogramm rund 6 Euro pro Kind (Altersgruppe 3 bis 10 Jahre), zwei Begleitpersonen sind frei, weitere Erwachsene zahlen denselben Satz. Bei der Münchner Kinder- und Jugendfarm ist der offene Zugang für 6- bis 17-Jährige zu den Öffnungszeiten komplett kostenlos, nur ein Mittagessen an Samstagen oder in den Ferien kostet einen kleinen Unkostenbeitrag von 2 Euro. Der Erlebnisbauernhof Humpl nennt keine festen Preise online, das hängt von Gruppengröße, Alter und gebuchter Lerneinheit ab, für Schulklassen gibt es teils Fördermittel. Beim Reitsberger Hof ist der allgemeine Besuch durch die offene Stalltür kostenlos, ein Beispielpaket für eine Geburtstagsfeier mit 10 Kindern und 2 Erwachsenen über 3,5 Stunden liegt laut einem unabhängigen Ausflugsportal bei rund 100 Euro, Ponyreiten kommt extra dazu.
Ist das mit einem Kleinkind realistisch, oder eher etwas für Schulklassen?
Beides geht, aber die Struktur unterscheidet sich. Gut Riems Kinderprogramme sind offiziell für 3- bis 10-Jährige gedacht, Humpl richtet sich laut eigener Website vor allem an Kindergarten- und Grundschulklassen der 2. bis 6. Klasse, funktioniert aber auch mit gebuchten Familiengruppen. Wer mit einem sehr jungen Kind nicht an ein festes Zeitfenster gebunden sein möchte, fährt mit den Walk-in-Optionen besser: Bei der Kinder- und Jugendfarm und beim Reitsberger Hof bestimmt man das eigene Tempo und geht, wann das Kind fertig ist, statt sich in eine geführte Gruppensession einzureihen.