Hamburgs erste Schulstraße öffnete im Mai 2026, die stadtweiten Regeln werden noch geschrieben

Hamburgs erste wirklich dauerhafte autofreie Schulstraße öffnete am 8. Mai 2026, und sie funktioniert ganz anders als Münchens zeitlich begrenzte Morgensperrungen. Ein 60 Meter langer Abschnitt der Rellinger Straße in Eimsbüttel, direkt vor der Schule an der Rellinger Straße (rund 400 Schülerinnen und Schüler), ist jetzt rund um die Uhr durch eine bauliche Diagonalsperre statt eines beschilderten 30-Minuten-Fensters für den Durchgangsverkehr gesperrt, der angrenzende Abschnitt Richtung Armbruststraße wurde zur Einbahnstraße. Bis dahin dauerte es sechs Jahre: Eltern meldeten Sicherheitsprobleme auf dem Schulweg 2020, der Kerngebietsausschuss des Bezirks genehmigte den Plan im Oktober 2021, Beteiligungswerkstätten liefen 2023 und 2024, und Hamburgs Senat prüfte den Plan Mitte 2025 gegen das eigene stadtweite Parkraum-Moratorium, bevor der Bau abgeschlossen wurde, alles verwurzelt in der bürgerschaftlich getragenen Initiative Superbüttel, nicht in einem allein handelnden städtischen Verkehrsamt. Über diese eine fertige Straße hinaus baut sich Hamburgs eigentliches stadtweites Programm noch auf: die Hamburgische Bürgerschaft verabschiedete am 4. September 2024 ein gemeinsames Ersuchen von SPD und Grünen, Sichere Schulwege für unsere Kinder, das jeden Hamburger Schulstandort auf Verkehrssicherheitsprobleme prüfen und Schulstraßen an geeigneten Standorten untersuchen lässt, und der Mobilitätsausschuss Eimsbüttel stimmte am 8. Januar 2025 dafür, dass der Bezirk mindestens drei Kandidatenstandorte pro Region für kürzere, Wien-artige zeitlich begrenzte Sperrungen benennt, wobei die zuständige Behörde stadtweite Zulassungskriterien bis Frühjahr 2025 noch schuldete. Weitere bisher genannte Kandidaten sind die Grundschule Wesperloh in Altona, ein Abschnitt des Ahrensburger Wegs in Wandsbek, drei diskutierte Schulen in Hamburg-Nord, und sechs in Bergedorf mit fertigen Plänen, aber ohne Bau. Zwei sanftere Instrumente laufen parallel: ein vierwöchiger Fahrerbewusstseins-Markierungsversuch mit aufgemalten Kreisen in der Gustav-Falke-Straße in Eimsbüttel, gestartet am 9. März 2026, und eine jährliche Polizeikampagne namens Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi, jedes Frühjahr seit 2018, bei der Beamtinnen und Beamte mit haltenden Eltern in Absetzzonen sprechen statt Bußgelder zu verhängen. Laut Hamburgs eigener Schulbehörde wird noch immer rund ein Drittel der Hamburger Schulkinder mit dem Auto gebracht, obwohl Hamburgs gesamte Unfallzahl auf Schulwegen 2024 um 21,8 Prozent auf den bisher niedrigsten dokumentierten Verletzungsrisikowert sank. Was Hamburgs eigene Planungsunterlagen selbst als noch nicht geklärt eingestehen: ein veröffentlichter stadtweiter Bußgeldkatalog oder ein dokumentiertes Anwohnerausnahmeverfahren für künftige Schulstraßen, wie es Münchens Programm bereits hat, denn Hamburgs eigene Verwaltung nennt Rechtsunsicherheiten in der Umsetzung als Grund, warum ein förmlicher Behördenleitfaden noch erarbeitet wird.

Hamburgs erste Schulstraße öffnete im Mai 2026, und sie funktioniert anders als Münchens

Wer bereits von Münchens Schulstraßen gelesen hat und erwartet, Hamburgs Äquivalent nach demselben Muster arbeiten zu sehen, sollte ehrlich mit dem Ausgangspunkt beginnen: Hamburgs erstes echtes, fertiges Beispiel funktioniert nach einem komplett anderen Mechanismus. Am Freitag, den 8. Mai 2026, eröffnete das Bezirksamt Eimsbüttel offiziell einen umgestalteten Abschnitt der Rellinger Straße direkt vor der Schule an der Rellinger Straße, einer erweiterten Ganztagsgrundschule mit rund 400 Schülerinnen und Schülern. Ein 60 Meter langer Abschnitt zwischen Grädenerstraße und Spengelweg ist jetzt frei von motorisiertem Durchgangsverkehr, nicht für ein festes Morgenfenster, wie es bei Münchens zwei Schulstraßen der Fall ist, sondern dauerhaft, rund um die Uhr, durch eine bauliche Diagonalsperre an der Einmündung Rellinger Straße/Spengelweg. Der angrenzende Abschnitt Richtung Armbruststraße wurde zur gleichen Zeit zur Einbahnstraße.

Das ist ein struktureller Unterschied, der sich zu betrachten lohnt. Münchens Ansatz beruht auf Zeichen 250 und 260, nur montags bis freitags von 7:30 bis 8:00 Uhr durchgesetzt, danach öffnet sich die Straße den Rest des Tages wieder für den gewöhnlichen Verkehr. Die Rellinger Straße öffnet sich nicht wieder. Sie ist schlicht keine Durchgangsroute für Autos mehr, zu keiner Stunde, was ein schwererer und teurerer Eingriff ist als ein beschildertes Zeitfenster, und es erklärt, warum Hamburg bisher genau eine solche Straße fertiggestellt hat, statt einer schnell wachsenden stadtweiten Liste.

Der sechsjährige Weg zu 60 Metern autofreier Straße

Die Rellinger Straße geschah nicht schnell, und die Zeitlinie zu kennen erklärt, warum Hamburg noch nicht mehr davon hat. Laut der eigenen Projektseite des Bezirksamts Eimsbüttel äußerten Eltern erste konkrete Sicherheitsbedenken zum Schulweg im Jahr 2020, mit Verweis auf schmale Gehwege, schlechte Sichtachsen durch parkende Autos, und zu wenig Fahrradstellplätze. Der Kerngebietsausschuss des Bezirks genehmigte den zugrunde liegenden Plan am 18. Oktober 2021, aufbauend auf Ideen der bürgerschaftlich getragenen Initiative Superbüttel und direktem Input des eigenen Elternrats der Schule. Mehrstufige Beteiligungswerkstätten mit Kindern, Eltern und Anwohnenden liefen 2023 und bis 2024, einschließlich eines Aktionstags während der Europäischen Mobilitätswoche am 20. September 2024. Hamburgs Senat prüfte den fertigen Plan im Juli 2025 gegen die eigene stadtweite Parkraumpolitik, da die Umwidmung von Straßenraum weg vom Parken dieses breitere Rahmenwerk berührt, bevor der Bau rechtzeitig zur Eröffnung im Mai 2026 abgeschlossen wurde.

Schule Rellinger Straße, Rellinger Straße 13-15, 20257 Hamburg, Eimsbüttel. Hamburgs erste dauerhaft autofreie Schulstraße, gesperrt für Durchgangsverkehr zwischen Grädenerstraße und Spengelweg.

Bei der Umgestaltung geht es um mehr als das Entfernen von Autos. Über die Diagonalsperre selbst hinaus umfasst der fertige Raum Bodenmarkierungen für Spiel und Fahrradorientierung, Sitzgelegenheiten, erhöhte Pflanzbeete, teils gemeinsam mit Schulkindern und Nachbarschaft gestaltet, sowie neue Fußgängerüberwege nahe dem Schuleingang. Bezirksamtsleiter Christian Zierau leitete die Eröffnung. Nichts davon geschah durch eine einzelne, allein handelnde städtische Verkehrsbehörde, es lief über eine Bezirksausschuss-Abstimmung, jahrelange Werkstätten, und eine stadtweite Grundsatzprüfung, ein wirklich langsamerer und stärker beteiligender Weg, als ihn Münchens vom Mobilitätsreferat geführtes Programm zu seinen ersten zwei Straßen nahm.

Der stadtweite Vorstoß baut sich noch auf

Die Rellinger Straße ist eine fertige Straße, noch kein Programm, und der eigentliche stadtweite Rahmen wird parallel aufgebaut, statt bereits fertig zu sein. Die Hamburgische Bürgerschaft verabschiedete am 4. September 2024 ein gemeinsames Ersuchen von SPD und Grünen mit dem Titel Sichere Schulwege für unsere Kinder, das den Antrag einstimmig annahm, die AfD enthielt sich. Der Antrag ordnet an, dass jeder Hamburger Schulstandort auf Verkehrssicherheitsprobleme geprüft wird, und dass Schulstraßen an geeigneten Standorten untersucht werden, um die gefährlichen Situationen zu verhindern, die Elterntaxis beim Absetzen und Abholen verursachen.

Ein bereits existierendes Beispiel, auf das der Antrag verweist, zeigt, dass eine solche zeitlich begrenzte Sperrung in Hamburg keine völlig neue Idee ist: in Harburg ist die Straße In der Alten Forst vor der gleichnamigen Schule montags bis freitags von 7 bis 9 Uhr für den Verkehr gesperrt, mit Ausnahme von Fahrrädern, eine bereits laufende, kleinere Vorstufe zu dem, was der Bürgerschaftsantrag jetzt stadtweit ausrollen soll.

Die Bezirke arbeiten inzwischen daran, was das vor Ort bedeutet, in unterschiedlichem Tempo. Der eigene Mobilitätsausschuss Eimsbüttels stimmte am 8. Januar 2025 dafür, dass die Bezirksverwaltung mindestens drei Kandidatenstandorte pro Region vorschlägt, nach Rücksprache mit Schulleitungen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Anwohnenden, wobei der Mobilitätsausschuss selbst entscheidet, welche Standorte tatsächlich zu einem Verkehrsversuch übergehen. Die für stadtweite Zulassungskriterien zuständige städtische Behörde sollte diese bis April 2025 liefern. Zum Zeitpunkt dieses Texts sind noch keine konkreten Eimsbüttler Standorte über die Rellinger Straße hinaus unter diesem neueren, schnelleren Verfahren bestätigt, das auf kürzere, Wien-artige zeitlich begrenzte Sperrungen zielt, statt auf einen vollständigen baulichen Umbau.

Genannte Schulstraßen-Kandidaten außerhalb der Rellinger Straße, nach Bezirk, Mitte 2026
BezirkStandortStatus
AltonaGrundschule WesperlohIn Prüfung
WandsbekCluster Ahrensburger WegGeplant
Hamburg-NordDrei SchulenDiskussionsphase
BergedorfSechs SchulenPläne fertig, nicht gebaut
Eine Reihe rot-weißer Verkehrspoller sperrt einen Straßenabschnitt, keine Fahrzeuge, Beschilderung oder Personen sichtbar

Foto von Jan van der Wolf auf Pexels

Keiner der Bezirke in dieser Tabelle veröffentlicht derzeit einen öffentlichen Zeitplan oder ein Startdatum, was den tatsächlichen Stand des Programms widerspiegelt, keine Lücke in der Recherche zu dieser Seite: die eigene Verfolgung der Initiative durch den ADFC Hamburg beschreibt diese als politische Beschlüsse zur Unterstützung der Umsetzung, noch nicht als terminierten Bau.

Zwei sanftere Instrumente laufen in der Zwischenzeit

Zwei Maßnahmen, die kurz vor einer vollständigen Straßensperrung stehen, laufen bereits, und beide lohnen sich zu kennen, auch wenn die eigene Schule nie eine Schulstraße bekommt. Eimsbüttels Verkehrskonzept für den Schulcluster Gustav-Falke-Straße/Bundesstraße, ein Gebiet, das der Bezirk als ungewöhnlich dicht mit Schulen auf kleinem Raum beschreibt, entwickelte sich von einer Planungsstudie 2022 bis 2024 über eine politische Entscheidung im April 2024 für sofortige Sicherheitsmaßnahmen bis zu einem barrierefreien Fußgängerüberweg an Kielortallee und Gustav-Falke-Straße im Herbst 2025. Am 9. März 2026 begann der Bezirk einen vierwöchigen Verkehrsversuch, bei dem farbige Kreise direkt auf die Fahrbahn der Gustav-Falke-Straße zwischen Bundesstraße und Bogenstraße gemalt wurden, um zu testen, ob die Markierungen allein die Aufmerksamkeit der Autofahrenden in der Schulzone messbar erhöhen, ganz ohne den Fahrzeugzugang zu berühren.

Getrennt davon, und deutlich länger laufend als jede Schulstraßen-Planung, führt Hamburgs Polizei seit 2018 jedes Frühjahr eine Kampagne gegen Elterntaxis durch. Der Bildungsserver Hamburg führt Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi auf einen Start im Mai 2018 an der Grundschule Ernst-Henning-Straße in Bergedorf zurück, gemeinsam organisiert von Hamburgs Polizei, dem Forum Verkehrssicherheit Hamburg, und der Schulbehörde. Die Kampagne läuft seither jedes Jahr: die Runde 2024 lief vom 27. März bis 4. April, startete an der Schule Grumbrechtstraße und deckte die Katholische Schule Bergedorf, die Carl-Cohn-Schule, zwei Standorte der Grundschule am Gut, die Grundschule Sinstorfer Weg, und die Schule Strenge ab. Die zuletzt dokumentierte Runde, berichtet von den Eimsbütteler Nachrichten, begann am 24. März 2025 an der Grundschule Brehmweg in Stellingen, einer Schule mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern, an der eine laufende Baustelle den gesamten Fußverkehr vorübergehend durch einen einzigen engen, schlecht einsehbaren Eingang zwang. Beamtinnen und Beamte sprachen an diesem Morgen direkt mit haltenden Eltern in der Absetzzone, statt Bußgelder zu verhängen, während Freiwillige des Forums Verkehrssicherheit Informationsmaterial und Warnwesten verteilten. Diese Kampagne ist Überzeugungsarbeit, keine Durchsetzung, und ein wirklich anderes Instrument als eine Schulstraße, aber sie ist die eine Maßnahme, die derzeit jedes Jahr die größte Zahl Hamburger Schulen erreicht.

Was das bedeutet, wenn gerade jetzt mit dem Auto gebracht wird

  1. Prüfen, ob die Schule des eigenen Kindes tatsächlich die Schule an der Rellinger Straße ist. Das ist gerade das einzige vollständig gebaute, dauerhaft autofreie Beispiel, alles andere hier Genannte ist noch ein Vorschlag, ein Pilotprojekt, oder eine Aufklärungskampagne.
  2. Falls nicht, die Dokumente der eigenen Bezirksversammlung auf bv-hh.de nachschlagen, statt eine einzige stadtweite Schulstraßen-Seite zu suchen, denn Kandidatenstandorte werden bezirksweise entschieden, in unterschiedlichem Tempo, ohne ein einziges Münchner-artiges Portal für ganz Hamburg.
  3. Realistische Erwartungen an den Zeitrahmen setzen. Die Rellinger Straße brauchte rund sechs Jahre von der ersten dokumentierten Elternbeschwerde bis zum Eröffnungstag, ein Beschluss oder eine Ausschussabstimmung für die eigene Schule ist ein wirklich früher Schritt, kein Zeichen für eine unmittelbar bevorstehende Sperrung.
  4. Auf sanftere Zwischenmaßnahmen an der eigenen Schule achten, ein Markierungsversuch wie die farbigen Kreise der Gustav-Falke-Straße, oder die Teilnahme an der jährlichen Frühjahrskampagne Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi, beide können deutlich vor einer baulichen Sperrung auftauchen.
  5. Wird trotzdem mit dem Auto gebracht, nach einer ausgewiesenen Halte- oder Absetzzone abseits des unmittelbaren Schuleingangs suchen, statt anzunehmen, direkt vor dem Tor halten zu können, die für diese Seite geprüften bezirklichen Verkehrskonzepte erwähnen wiederholt das Erproben solcher Zonen als eine von mehreren Maßnahmen.
  6. Nicht annehmen, Münchens konkrete Details, ein beschildertes Bußgeld von 50-55 Euro oder eine dokumentierte mehrjährige Anwohnerausnahme, gelten automatisch auch in Hamburg, denn Hamburgs eigene Planungsunterlagen beschreiben den rechtlichen und durchsetzungsseitigen Rahmen für künftige zeitlich begrenzte Schulstraßen als noch in Arbeit.

Was Hamburg noch nicht geklärt hat

Offen über die Lücken zu sprechen ist wichtiger, als so zu tun, als hätte Hamburg bereits Münchens Klarheitsgrad erreicht. Die Berichterstattung des ADFC Hamburg stellt klar, dass Schulstraßen im Grundsatz rechtlich möglich sind, nach derselben bundesrechtlichen Verkehrsvorschrift, auf die sich auch München stützt, dass Hamburgs eigene Verwaltung aber Rechtsunsicherheiten in der Umsetzung als Grund dafür nennt, dass ein förmlicher Behördenleitfaden, ein Verwaltungsdokument, das vereinheitlichen soll, wie Bezirke das tatsächlich umsetzen, noch geschrieben wird, statt bereits in Gebrauch zu sein. Zwei konkrete Folgen ergeben sich daraus: keine Hamburg-spezifische Bußgeldzahl für das Durchfahren einer künftigen zeitlich begrenzten Schulstraße wurde in einer für diese Seite geprüften Quelle veröffentlicht, und auch kein dokumentiertes Anwohner- oder Gewerbeausnahmeverfahren, vergleichbar mit Münchens Dreijahresausnahme, wurde für die eigene bauliche Sperrung der Rellinger Straße gefunden. Beides sind vernünftige Erwartungen für die Zukunft, angesichts dessen, wie das übrige deutsche Verkehrsrecht funktioniert, aber keines von beiden ist bereits bestätigt und öffentlich, und diese Seite rät nicht bei Zahlen, die Hamburg selbst noch nicht veröffentlicht hat.

Rechtlicher Hinweis

Diese Seite spiegelt Hamburgs Schulstraßen-Situation, wie sie Mitte 2026 stand: eine fertige, dauerhafte Sperrung an der Rellinger Straße, ein stadtweiter politischer Beschluss, der weitere Prüfung anordnet, und bezirkliche Ausschüsse, besonders in Eimsbüttel, die weiterhin Kandidatenstandorte unter einem sich noch entwickelnden Verwaltungsrahmen auswählen und festlegen. Welche Schulen eine aktive Schulstraße haben, genaue Durchsetzungsdetails, und jeder veröffentlichte Bußgeldkatalog können sich ändern, sobald Bezirke diesen Prozess abschließen, der aktuelle Stand sollte direkt beim eigenen Bezirksamt oder der Schule bestätigt werden, bevor angenommen wird, eine konkrete Straße sei abgedeckt oder eben nicht.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ist die Sperrung der Rellinger Straße dieselbe Art von Einschränkung wie Münchens Schulstraßen?

Nein, und der Mechanismus ist wirklich unterschiedlich. Münchens zwei Schulstraßen nutzen Beschilderung, Zeichen 250 oder 260, nur während eines festen Zeitfensters an Wochentagen durchgesetzt, 7:30 bis 8:00 Uhr, danach öffnet sich die Straße den Rest des Tages wieder für den normalen Verkehr. Die Rellinger Straße nutzt stattdessen eine bauliche Diagonalsperre, ein Hindernis an der Einmündung Spengelweg, das den 60 Meter langen Abschnitt vor der Schule dauerhaft frei von Durchgangsverkehr hält, rund um die Uhr, jeden Tag, zusammen mit der Umwandlung des angrenzenden Abschnitts Richtung Armbruststraße in eine Einbahnstraße. Das ist der Unterschied zwischen einer zeitlich befristeten Verkehrsregel und einer umgebauten Straße, und es entstand aus einem bezirklichen Quartiersumbau-Projekt, nicht aus einem stadtweiten Verkehrssicherheitsamt.

Die Schule meines Kindes ist nicht die Rellinger Straße. Kommt eine Schulstraße auch zu uns?

Möglicherweise, aber es gibt noch keine einzige stadtweite Liste zum Nachschlagen, der Prozess läuft bezirksweise statt über eine zentrale Stelle. Das Ersuchen der Hamburgischen Bürgerschaft vom September 2024 ordnete eine Sicherheitsprüfung jeder Hamburger Schule an sowie die Untersuchung von Schulstraßen dort, wo sie geeignet sind. Der Mobilitätsausschuss Eimsbüttel hat seither dafür gestimmt, dass der eigene Bezirk mindestens drei weitere Kandidatenstandorte benennt. Auch andere Bezirke haben Kandidaten genannt, die Grundschule Wesperloh in Altona, den Ahrensburger Weg in Wandsbek, drei diskutierte Schulen in Hamburg-Nord, sechs in Bergedorf mit fertigen Plänen, aber keine davon ist bisher gebaut, und jeder Bezirk arbeitet über die eigene Bezirksversammlung und den eigenen Mobilitätsausschuss statt über ein gemeinsames Portal. Ein Blick in die veröffentlichten Dokumente der eigenen Bezirksversammlung auf bv-hh.de ist derzeit der verlässlichste Weg, um zu sehen, ob die eigene Schule schon aufgetaucht ist.

Wenn eine Schulstraße in meiner Nähe eröffnet, was passiert, wenn ich trotzdem durchfahre?

Hier lohnt sich eine ehrliche Lücke, statt zu raten: keines der für diese Seite geprüften Planungsdokumente veröffentlicht ein konkret Hamburg-spezifisches Bußgeld für einen Verstoß gegen eine künftige zeitlich begrenzte Schulstraße, weil keine der von Eimsbüttel und anderen Bezirken noch geplanten bezirklichen befristeten Sperrungen tatsächlich schon in Betrieb ist. Bundesweit kostet das Durchfahren eines beschilderten Durchfahrt-verboten-Schilds (Zeichen 250 oder 260) nach Deutschlands aktuellem Bußgeldkatalog pauschal 55 Euro, ohne Punkte in Flensburg, und diese bundesweite Regel würde vermutlich greifen, sobald Hamburgs eigene befristete Sperrungen tatsächlich in Betrieb gehen. Das ist aber eine allgemeine bundesweite Zahl, kein bestätigtes Hamburg-spezifisches Bußgeld, und Hamburgs eigene Verwaltung sagt das auch selbst: die Berichterstattung des ADFC Hamburg zitiert die Stadt mit dem Hinweis auf Rechtsunsicherheiten in der Umsetzung als Grund, warum ein förmlicher Behördenleitfaden noch geschrieben wird, statt bereits veröffentlicht zu sein.

Dürfen Anwohnerinnen und Anwohner den gesperrten Abschnitt der Rellinger Straße trotzdem befahren?

Das ist ein weiterer Punkt, an dem Hamburgs eigene Dokumentation dünner ist als Münchens. Münchens Schulstraßen-Programm veröffentlicht eine konkrete, drei Jahre gültige Anwohner- und Gewerbeausnahme gegen eine kleine Gebühr, zusammen mit garantiertem Zugang für Rettungsdienste, Pflegebesuche, Müllabfuhr und Notfalldienste. Hamburgs Eimsbüttel-Bezirksseite beschreibt die bauliche Diagonalsperre und den neuen Einbahnstraßenabschnitt der Rellinger Straße, aber weder diese Seite noch die Eröffnungspressemitteilung führen ein öffentliches Anwohnerausnahmeverfahren so aus wie München. Es ist naheliegend anzunehmen, dass Rettungs- und Versorgungszugang weiterhin besteht, das ist bei dieser Art von Maßnahme überall in Deutschland Standard, ein dokumentiertes, speziell auf die Rellinger Straße bezogenes Anwohnerausnahmeverfahren wurde in den für diese Seite geprüften Quellen aber nicht gefunden. Wer direkt am gesperrten Abschnitt wohnt, sollte die Zugangsregelung direkt beim Bezirksamt Eimsbüttel bestätigen lassen, statt Münchens Regeln als übertragbar anzunehmen.

Was tut Hamburg abgesehen vom Bau baulicher Schulstraßen aktuell noch gegen Elterntaxis?

Zwei Dinge lohnen sich zu kennen, und beide laufen bereits, statt noch geplant zu sein. Eimsbüttel startete am 9. März 2026 einen vierwöchigen Verkehrsversuch, bei dem farbige Kreise direkt auf die Fahrbahn der Gustav-Falke-Straße zwischen Bundesstraße und Bogenstraße gemalt wurden, einer Straße mit ungewöhnlich hoher Dichte an nahegelegenen Schulen, um zu testen, ob die Markierungen allein die Aufmerksamkeit der Autofahrenden messbar erhöhen, ganz ohne bauliche Sperrung. Getrennt davon führt Hamburgs Polizei zusammen mit dem Forum Verkehrssicherheit Hamburg seit 2018 jedes Frühjahr eine Kampagne namens Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi durch. Die zuletzt dokumentierte Runde begann am 24. März 2025 an der Grundschule Brehmweg in Stellingen, einer Schule mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern, an der eine laufende Baustelle den gesamten Fußverkehr vorübergehend durch einen einzigen engen, schlecht einsehbaren Eingang zwang. Beamtinnen und Beamte sprachen direkt mit haltenden Eltern in der Absetzzone, statt Bußgelder zu verhängen, während Freiwillige des Forums Warnwesten und Informationsmaterial verteilten. Keines der beiden Instrumente sperrt eine Straße, beide sind aber reale, finanzierte, aktuell laufende Maßnahmen, getrennt vom Schulstraßen-Programm.

Gibt es echte Belege dafür, dass das Elterntaxi-Problem in Hamburg tatsächlich bedeutend ist, oder ist das vor allem ein politisches Schlagwort?

Die eigenen Zahlen der Stadt bestätigen das, mit einer zusätzlichen Nuance, die sich zu kennen lohnt. Der Bildungsserver Hamburg, das offizielle Informationsportal der Schulbehörde, gibt an, dass noch immer rund jedes dritte Hamburger Schulkind mit dem Auto zur Schule gebracht wird. Gleichzeitig sank Hamburgs polizeilich erfasste Unfallzahl auf Schulwegen laut Berichterstattung zur jüngsten Runde der Kampagne Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi 2024 um 21,8 Prozent, das bisher niedrigste dokumentierte Verletzungsrisiko, obwohl die Gewohnheit des Fahrens selbst weit verbreitet bleibt. Die Nuance: offizielle Hamburger Hinweise weisen auch darauf hin, dass die meisten Verkehrsverletzungen bei Kindern tatsächlich passieren, während ein Kind als Mitfahrende oder Mitfahrender im Fahrzeug sitzt, nicht beim Überqueren einer Straße zu Fuß, ein Grund, warum die Stadt das Thema als breiteres Verkehrssicherheitsproblem rahmt, nicht nur als reines Fußgänger-gegen-Auto-Problem vor dem Schultor.