Hamburg Energie, Hamburger Energienetze oder Vattenfall? Die erste Stromanmeldung bleibt Aufgabe der mietenden Person

Wer gerade in eine Hamburger Wohnung mit eigenem Zähler eingezogen ist und noch keinen Stromvertrag unterschrieben hat, für den ist die Anmeldung tatsächlich Aufgabe der mietenden Person, nicht der Vermieterseite. Hamburgs Aufbau verwirrt Neuankömmlinge tatsächlich, weil er sich auf drei verschiedene Unternehmen mit drei verschiedenen Rollen verteilt. Hamburg Energie, die städtische grüne Energiemarke, verkauft unter der Hamburger Energiewerke GmbH, ist die dominante lokale Wahl, für die sich die meisten Einwohnerinnen und Einwohner aktiv entscheiden, aber es ist nicht die Anbieterseite, bei der man automatisch landet, wenn nichts angemeldet wird. Hamburger Energienetze, im September 2024 aus der Fusion der zuvor getrennten Strom- und Gasnetzbetreiber der Stadt entstanden, besitzt die physischen Leitungen und Rohre und koordiniert Zählerstände, ein Unternehmen, mit dem selten direkt Kontakt besteht, da die gewählte Anbieterseite diese Anmeldung im Hintergrund übernimmt. Der automatische Rückfall, falls überhaupt nichts unternommen wird, die sogenannte Grundversorgung, läuft tatsächlich weiterhin über die Vattenfall Europe Sales GmbH für Strom und die E.ON Energie Deutschland GmbH für Gas, dieselben etablierten Anbieterseiten wie vor dem Rückkauf der Netze durch die Stadt in einem Volksentscheid 2013, nicht Hamburg Energie. Bei der Übergabe sollten Zählerstand und Zählernummer von der Vermieterseite oder der ausziehenden Person eingeholt werden, idealerweise im Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten. Eine aktuell geltende Regel lohnt sich zu kennen: seit dem 6. Juni 2025 ist eine rückwirkende Stromanmeldung nirgendwo in Deutschland mehr möglich, die Anmeldung sollte also spätestens am Einzugstag erfolgen. Stand April 2026 verlangt Vattenfalls Grundversorgung-Basis-Tarif 38,95 Cent pro kWh brutto plus 16,55 Euro monatliche Grundgebühr, tatsächlich mehr als die meisten Tarife, die beim aktiven Vergleich von Hamburg Energie mit Wettbewerbern auf Verivox oder Check24 zu finden sind.

Die offizielle Regel

Anzunehmen, die Vermieterseite kläre den Strom für eine neue Hamburger Wohnung still im Hintergrund, oder zu befürchten, es müsse irgendwie über die Hausverwaltung laufen, sind beides verbreitete, aber falsche Ausgangspunkte. Die Stromanmeldung für eine Wohnung mit eigenem Zähler ist Aufgabe der mietenden Person. Das ist derselbe allgemeine Grundsatz, der überall in Deutschland gilt, und Hamburgs Eigentumsstruktur ändert daran nichts, obwohl die Stadt selbst sowohl das Netz als auch eine grüne Energie-Vertriebsmarke besitzt.

Was in Hamburg speziell überrascht, ist, dass “die Stadt besitzt das Energieunternehmen” nicht bedeutet, was es zunächst klingt. Hamburg besitzt seine Energieinfrastruktur tatsächlich wieder selbst, nach einem Volksentscheid 2013, aber dieser Besitz verteilt sich auf Rollen, die für eine neu zugezogene mietende Person unterschiedlich relevant sind.

Wer bei einer Hamburger Strom- oder Gasanmeldung tatsächlich was macht
UnternehmenRolleWann direkter Kontakt besteht
Hamburg Energie (Marke der Hamburger Energiewerke GmbH)Städtische Marktanbieterseite, eine von mehreren aktiv wählbaren OptionenBeim Unterschreiben eines Liefervertrags, falls diese Wahl getroffen wird
Vattenfall Europe Sales GmbH / E.ON Energie Deutschland GmbHGrundversorger, automatischer Rückfall für Strom/Gas, falls sich bei niemandem angemeldet wirdNur, falls nie aktiv eine Anbieterseite gewählt wird
Hamburger Energienetze GmbHNetzbetreiber, besitzt das physische Netz, koordiniert ZählerständeSelten, hauptsächlich bei Zählerproblemen oder direkter Online-Übermittlung eines Stands

Hamburg hat dieses Netz durch eine tatsächliche Volksabstimmung aus privatem Besitz zurückgekauft. Am 22. September 2013 stimmten die Hamburgerinnen und Hamburger im Volksentscheid “Energienetze” ab und unterstützten den vollständigen städtischen Rückkauf der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze mit knapper, aber eindeutiger Mehrheit von 50,9 Prozent, 444.352 zu 428.980 Stimmen. Das Stromnetz (Stromnetz Hamburg) kehrte bis Februar 2014 vollständig in städtischen Besitz zurück, das Gasnetz folgte im Januar 2018, und die Fernwärme war bis 2019 vollständig in öffentlicher Hand. Ein Jahrzehnt später beziffert der eigene Jubiläumsbericht von hamburg.de die gesamten Erwerbskosten der Stadt über alle drei Netze auf rund 1,93 Milliarden Euro.

Die Netzseite konsolidierte sich 2024 weiter. Die eigene Pressemitteilung Hamburgs bestätigt, dass am 2. September 2024 die zuvor getrennten Stromnetz Hamburg und Gasnetz Hamburg zu einem einzigen Unternehmen fusionierten, der Hamburger Energienetze GmbH, die inzwischen rund 1,4 Millionen Haushalte und Betriebe über mehr als 30.000 km Stromleitungen und rund 7.800 km Gasleitungen versorgt, und zudem mit dem Aufbau des städtischen Wasserstoffnetzes (HH-WIN) betraut ist. Das ist tatsächlich ein anderes Unternehmen als Hamburg Energie, und eines, mit dem fast nie direkter Kontakt besteht: welche Anbieterseite auch gewählt wird, übernimmt die eigene Anmeldung bei den Hamburger Energienetzen im Hintergrund.

Hamburg Energie selbst entstand als Antwort auf das gegenteilige Problem. Die Marke wurde 2009 als Tochtergesellschaft von Hamburg Wasser gegründet, gezielt weil der vorherige Stromversorger der Stadt, HEW, zwischen 1999 und 2002 vollständig in Vattenfalls Hände privatisiert worden war. Am 1. Januar 2022 fusionierte Hamburg Energie mit Wärme Hamburg (dem zuvor Vattenfall gehörenden Fernwärmeversorger, den die Stadt inzwischen ebenfalls zurückgekauft hatte) zur Hamburger Energiewerke GmbH, ein Unternehmen, das die Hamburger Energiewerke selbst bestätigen zu 100 Prozent im Besitz der Freien und Hansestadt Hamburg. Hamburg Energie besteht heute als deren Strom- und Gasvertriebsmarke weiter.

Diese Eigentumsgeschichte macht Hamburg Energie trotzdem nicht zur automatischen Anbieterseite. Die eigene amtliche Seite Hamburgs mit den Grundversorgern der Region nennt als Strom-Grundversorger die Vattenfall Europe Sales GmbH und als Gas-Grundversorger die E.ON Energie Deutschland GmbH, nicht Hamburg Energie. Das deutsche Energierecht weist die Grundversorger-Rolle derjenigen Anbieterseite zu, die zu einem festgelegten Stichtag die meisten Haushaltskundinnen und -kunden in einem Netzgebiet beliefert, ungefähr alle drei Jahre neu bewertet, und dieser Status geht nicht automatisch auf eine neuere städtische Marke über, nur weil die Stadt inzwischen die Leitungen besitzt, auf denen sie läuft. In der Praxis bedeutet das: wer einzieht und sich bei niemandem anmeldet, landet nicht automatisch beim eigenen grünen Tarif der Stadt, sondern bei Vattenfall (oder E.ON für Gas) zum Grundversorgung-Tarif.

Zählerstand bei der Übergabe: was tatsächlich von der Vermieterseite gebraucht wird

Der eine Moment, der tatsächlich zwischen der eigenen Person, der ausziehenden Person und der Vermieterseite geteilt wird, ist der Zählerstand selbst. Bei der eigenen Wohnungsübergabe sollten Zählernummer und aktueller Zählerstand ins Übergabeprotokoll eingetragen werden, dazu ein datiertes Foto des Zählers für die eigenen Unterlagen. Die eigene Anleitung der Hamburger Energienetze ist konkret, wann dieser Stand direkt übermittelt werden sollte: bei Ein- oder Auszug, beim Anbieterwechsel, oder nach Erhalt einer jährlichen Ableseerinnerung, und weist darauf hin, dass tatsächlich nur die Ziffern vor dem Komma zählen. Derselbe Stand und dieselbe Zählernummer werden gebraucht, egal ob selbst übermittelt oder an die gewählte Anbieterseite weitergegeben, denn diese nutzt sie, um die eigene Anschlussanmeldung bei den Hamburger Energienetzen im eigenen Namen vorzunehmen.

Die Anmeldung bei einer Anbieterseite selbst ist ein kurzer Online-Vorgang. Ein Tarif wird bei Hamburg Energie oder einer Wettbewerberseite bestellt, den Rest übernimmt die Anbieterseite, indem sie die eigene Anmeldung bei den Hamburger Energienetzen einreicht und auf die Bestätigung von Netzbetreiber und vorheriger Anbieterseite wartet, bevor der Vertrag bestätigt wird, typischerweise zum Ersten eines Monats beginnend, frühestens rund drei Wochen nach der Bestellung.

Eine tatsächlich aktuelle Regel wirkt sich auf den Zeitpunkt aus, und sie ist nicht Hamburg-spezifisch, sondern bundesweit. Vattenfalls eigene Seite zur An- und Abmeldung von Verträgen bestätigt, dass seit dem 6. Juni 2025 eine gesetzliche Vorgabe gilt, wonach Stromverträge nur noch für ein zukünftiges Datum angemeldet oder abgemeldet werden können, mit mindestens zwei Werktagen Vorlauf, eine rückwirkende Anmeldung ist nirgendwo in Deutschland mehr möglich. Die Anmeldung sollte am oder vor dem tatsächlichen Einzugstag erfolgen, statt wie früher üblich Wochen danach zu warten.

Eine Reihe grauer Stromzähler- und Sicherungskästen an einer hellen Backsteinaußenwand montiert, kein lesbarer Text oder Menschen sichtbar

Was Betroffene berichten

Neuankömmlinge, die annehmen, das städtische Energieunternehmen Hamburgs bedeute “die Stadt kümmert sich einfach darum”, beschreiben echte Überraschung bei der ersten Rechnung, wenn klar wird, dass sie die ganze Zeit Vattenfalls Grundversorgung-Tarif gezahlt haben, nicht den von Hamburg Energie. Der wiederkehrende Rat von Menschen, die den Umzug durchlebt haben: die Anmeldung bei einer Anbieterseite als tatsächlich eigenständige Aufgabe behandeln, getrennt von allem rund um die eigene Anmeldung oder den Mietvertrag selbst, denn das Unterschreiben eines Mietvertrags meldet automatisch nichts beim Strom an.

Wer eine Hamburger Übergabe konkret durchlaufen hat, empfiehlt, den Zähler in dem Moment zu fotografieren, in dem die Schlüssel übergeben werden, bevor Kartons oder Möbel den Zugang versperren, und die Zählernummer direkt bei der ausziehenden Person zu erfragen, statt sie später selbst zu suchen, da sie meist am einfachsten direkt von der letzten Rechnung der vorherigen mietenden Person abzulesen ist.

Der Reihe nach vorgehen

  1. Bei der Übergabe Zählernummer und aktuellen Zählerstand von der Vermieterseite oder der ausziehenden Person erfragen, und beides ins Wohnungsübergabeprotokoll eintragen lassen.
  2. Den Zähler mit Zeitstempel fotografieren, am Tag der Schlüsselübergabe, das schützt, falls eine spätere Rechnung falsch wirkt.
  3. Tarife auf Verivox oder Check24 vergleichen, mit eigener Postleitzahl und Verbrauch, Hamburg Energie ist eine Option unter mehreren konkurrierenden Anbieterseiten, nicht die einzig prüfenswerte.
  4. Sich bei der gewählten Anbieterseite am oder vor dem Einzugstag anmelden. Seit dem 6. Juni 2025 ist eine rückwirkende Stromanmeldung bundesweit nicht mehr möglich, also nicht warten.
  5. Wird tatsächlich gar nichts angemeldet, ist der automatische Rückfall Vattenfall (Strom) und E.ON (Gas), nicht Hamburg Energie, und er kostet mehr (38,95 Cent/kWh brutto plus 16,55 Euro/Monat, Stand April 2026) als die meisten aktiv gewählten Tarife.
  6. Muss jemals direkt ein Zählerstand übermittelt werden, akzeptiert das eigene Online-Portal der Hamburger Energienetze ihn mit nur Zählernummer und Postleitzahl.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag erklärt den allgemeinen Rahmen für die Strom- und Gasanmeldung als mietende Person in Hamburg, Stand Mitte 2026. Er ist keine Rechts- oder Finanzberatung. Tarife, Grundversorger-Zuordnungen und Anmeldungsregeln können sich ändern, die eigene konkrete Situation sollte direkt bei Hamburg Energie, Vattenfall, E.ON oder den Hamburger Energienetzen bestätigt werden, bevor auf eine hier genannte Zahl vertraut wird.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Wir haben gerade einen Hamburger Mietvertrag unterschrieben, die Wohnung hat einen eigenen Zähler. Ist die Stromanmeldung unsere Aufgabe oder die der Vermieterseite?

Sie liegt tatsächlich bei der mietenden Person, nicht bei der Vermieterseite oder der Hausverwaltung. Niemand meldet automatisch für die eigene Person an. Die eine schmale Ausnahme im deutschen Zivilrecht ist ein Rückfallmechanismus: hat die Vermieterseite im Voraus darüber informiert und ist zum tatsächlichen Übergabetermin immer noch kein eigener Vertrag unterschrieben, kann sie die eigenen Grunddaten an die Grundversorger-Anbieterseite weitergeben, damit kein Stromausfall entsteht, das ist aber ein Sicherheitsnetz, kein Ersatz für die eigene Anmeldung.

Hamburgs Netz gehört der Stadt, und Hamburg Energie ist die lokale Marke. Landet man dadurch nicht automatisch bei Hamburg Energie, wenn niemand ausgewählt wird?

Nein, und das überrascht tatsächlich viele Neuankömmlinge. Hamburg Energie, verkauft unter der vollständig städtischen Hamburger Energiewerke GmbH, ist eine Marktanbieterseite, für die man sich aktiv entscheiden muss, genau wie bei jeder Wettbewerberseite. Wird sich bei niemandem angemeldet, bestätigt die eigene amtliche Seite von hamburg.de, dass der automatische Grundversorgung-Rückfall weiterhin die Vattenfall Europe Sales GmbH für Strom und die E.ON Energie Deutschland GmbH für Gas ist, dieselben Unternehmen, die Hamburg schon vor dem Rückkauf der eigenen Netze belieferten. Das Netz zu besitzen und den Rückfall-Liefervertrag zu besitzen sind nach deutschem Energierecht zwei getrennte Dinge.

Was ist der eigentliche Unterschied zwischen Hamburg Energie und Hamburger Energienetze, die Namen klingen fast gleich?

Hamburg Energie ist eine Vertriebsmarke, die Stelle, mit der ein tatsächlicher Liefervertrag unterschrieben würde, falls diese Wahl getroffen wird, verkauft über die Hamburger Energiewerke GmbH. Hamburger Energienetze ist ein völlig anderes Unternehmen, der Netzbetreiber, dem die physischen Kabel und Rohre gehören, der sie instand hält und Zählerstände stadtweit koordiniert, im September 2024 durch die Fusion der zuvor getrennten Stromnetz Hamburg und Gasnetz Hamburg entstanden. Mit Hamburger Energienetze besteht fast nie eigener Kontakt: welche Anbieterseite auch gewählt wird, Hamburg Energie oder eine andere, übernimmt die eigene Anmeldung beim Netzbetreiber im Hintergrund.

Können wir unseren Strom noch anmelden, wenn wir bereits ein paar Wochen ohne Vertrag hier wohnen?

Nicht rückwirkend, nein. Seit dem 6. Juni 2025 gilt bundesweit eine gesetzliche Vorgabe, wonach Stromverträge nur noch für ein zukünftiges Datum angemeldet oder abgemeldet werden können, mit mindestens zwei Werktagen Vorlauf, nie rückdatiert. Die Anmeldung sollte so schnell wie möglich erfolgen, statt zu warten, und in der Zwischenzeit besteht kein Stromausfall: der Grundversorgung-Rückfall (Vattenfall) beliefert automatisch ab dem Einzug, unabhängig davon, ob bereits etwas unterschrieben wurde, es ist schlicht der teurere Standardtarif statt eines gewählten.

Was sollte tatsächlich von der Vermieterseite oder der vorherigen mietenden Person bei der Übergabe eingeholt werden?

Der Zählerstand und die Zählernummer, idealerweise im Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten, zusammen mit einem datierten Foto des Zählers selbst. Beide Angaben werden gebraucht, egal ob bei einer neuen Anbieterseite angemeldet oder der Stand direkt über das Online-Zählerportal der Hamburger Energienetze übermittelt wird, und ein dokumentierter Stand bei der Übergabe schützt, falls eine spätere Rechnung falsch wirkt, denn er belegt, was tatsächlich übernommen wurde, statt was die vorherige mietende Person verbraucht hat.