Frankfurts Einbürgerungsfeier: Warum sie in der Paulskirche stattfindet
Sobald das Standesamt Frankfurt die eigene Einbürgerung tatsächlich genehmigt hat, folgt ein separater, freiwilliger Schritt: eine Einladung zu einer öffentlichen Einbürgerungsfeier in der Paulskirche, dem runden Kirchenbau in der Altstadt, der als Geburtsort der deutschen Demokratie bekannt ist, Sitz des ersten frei gewählten deutschen Nationalparlaments 1848. Die Stadt hält diese Feiern mehrmals im Jahr ab, nicht nach einem festen monatlichen Rhythmus, und jede Person, die im erfassten Zeitraum formell eingebürgert wurde, erhält automatisch eine Einladung, die Teilnahme ist freiwillig, auch wenn das Bundesstaatsangehörigkeitsrecht inzwischen empfiehlt, die Einbürgerungsurkunde möglichst feierlich zu übergeben, genau das, wofür diese Veranstaltungen gedacht sind. Der Umfang variiert von Feier zu Feier: Eine Veranstaltung im April 2024 ehrte 2.564 neue Staatsangehörige aus 110 Nationen, die im Vorjahr eingebürgert worden waren, während eine Feier im April 2026 1.752 Menschen aus 103 Ländern würdigte, die zwischen September 2025 und Februar 2026 eingebürgert wurden, mit rund 600 persönlich Anwesenden. Frankfurts Oberbürgermeister eröffnet die Veranstaltung in der Regel selbst und spricht direkt die internationale Zusammensetzung der Stadt an, Heimat von Menschen aus rund 179 Nationen, und frühere Feiern hatten auch Gastrednerinnen bzw. Gastredner aus Frankfurts eigenen Zuwanderer-Communitys. Wer einen feierlichen Moment zur eigenen Staatsangehörigkeit möchte, dem findet die Einladung automatisch, sobald die Einbürgerung abgeschlossen ist, eine separate Bewerbung ist nicht nötig.
Die offizielle Regel
Die Einbürgerung beim Standesamt Frankfurt abzuschließen und an der oft folgenden öffentlichen Feier teilzunehmen, sind zwei tatsächlich getrennte Dinge, und es lohnt sich, den Unterschied zu kennen. Sobald die eigene Einbürgerung formell genehmigt ist, existiert ein weiterer, freiwilliger Schritt: eine Einladung zu Frankfurts Einbürgerungsfeier, abgehalten in der Paulskirche, dem runden Kirchenbau in der Altstadt, weithin bekannt als Geburtsort der deutschen Demokratie, denn sie war Sitz des ersten frei gewählten deutschen Nationalparlaments, der Frankfurter Nationalversammlung von 1848. Diese Einladung wird nicht selbst beantragt, sie geht automatisch an jede Person, die im von einer Feier erfassten Zeitraum formell eingebürgert wurde.
Die Teilnahme ist freiwillig, nicht verpflichtend, auch wenn sich der Ton dazu unter dem jüngeren Bundesstaatsangehörigkeitsrecht verändert hat, das inzwischen empfiehlt, eine Einbürgerungsurkunde möglichst feierlich zu übergeben, statt sie einfach mit der Post zu verschicken. Frankfurts Feiern in der Paulskirche sind genau das, wofür diese Empfehlung gedacht ist.
| Datum der Feier | Geehrte neue Staatsangehörige | Vertretene Länder | Persönlich anwesend |
|---|---|---|---|
| 26. April 2024 | 2.564 (eingebürgert 2023) | 110 | Nicht angegeben |
| 24. April 2026 | 1.752 (eingebürgert Sept. 2025–Feb. 2026) | 103 | ~600 |
Bei der Feier im April 2026 eröffnete Oberbürgermeister Mike Josef die Veranstaltung und begrüßte persönlich rund 600 der etwa 1.752 geehrten Personen. Zwei Jahre zuvor, bei der Feier im April 2024 zur Würdigung von 2.564 neuen Staatsangehörigen aus 110 Nationen, ordnete Josef die Veranstaltung in den Kontext der Zusammensetzung der Stadt selbst ein: Frankfurt ist Heimat von über 750.000 Menschen aus 179 Nationen, und, in seinen Worten, hier Staatsangehörige bzw. Staatsangehöriger zu werden sei “ein schöner Moment und viel mehr als ein formaler Akt”. Bei derselben Feier kamen die größten Gruppen neuer Staatsangehöriger aus Syrien (198 Personen), der Türkei (170), Marokko (166) und dem Iran (134), eine Zusammensetzung, die eng mit Frankfurts breiterer Zuwandererbevölkerung übereinstimmt, einschließlich ihrer besonders großen türkischen Community.
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Eine Gastrednerin mit eigener Frankfurt-Geschichte
Frankfurts Feiern legen Wert darauf, eine Gastrednerin bzw. einen Gastredner aus den eigenen Zuwanderer-Communitys der Stadt einzubinden, nicht nur städtische Amtsträgerinnen und Amtsträger. Bei der Feier 2024 war das Viktoriia von Rosen, seit 2017 in Frankfurt lebende ukrainische Staatsangehörige, die 2022 das Ukrainische Koordinationszentrum gründete und mehr als 80 Freiwillige koordinierte, die in den ersten Kriegswochen täglich bis zu 800 Geflüchtete unterstützten. Ihre Anwesenheit spiegelt etwas wider, das die Feier selbst vermitteln soll: Einbürgerung in Frankfurt wird nicht als verwaltungstechnischer Schlusspunkt dargestellt, sondern als öffentliche Anerkennung von Menschen, die bereits aktiv am Leben der Stadt teilgenommen haben.
Wie oft das stattfindet
Frankfurt hält seine Einbürgerungsfeier nicht nach einem festen monatlichen Kalender ab. Feiern finden mehrmals im Jahr statt, und dokumentierte Veranstaltungen fanden in den letzten Jahren in unterschiedlichen Monaten statt, darunter April und November. Wer gerade eingebürgert wurde und wissen möchte, wann die nächste Feier für das eigene Datum stattfindet, erfährt das über die eigene Einladung der Stadt, nicht über einen vorab veröffentlichten Kalender.
Schritt für Schritt
- Die Einbürgerung beim Standesamt Frankfurt zuerst abschließen. Die Einladung zur Feier geht erst raus, nachdem die Staatsangehörigkeit formell genehmigt wurde, siehe unseren Ratgeber zu diesem Prozess, falls dieser Schritt noch aussteht.
- Die eigene Adresse beim Standesamt Frankfurt aktuell halten, damit die Einladung tatsächlich ankommt, sobald eine Feier für das eigene Einbürgerungsdatum angesetzt ist.
- Die Post auf die Einladung prüfen, statt nach einer öffentlichen Anmeldeseite zu suchen, die gibt es nicht, die Stadt verschickt sie automatisch.
- Selbst entscheiden, ob die Teilnahme wichtig ist. Sie ist tatsächlich optional, manche neuen Staatsangehörigen bevorzugen stattdessen die übliche verwaltungstechnische Übergabe der Urkunde.
- Bei Teilnahme eine öffentliche Veranstaltung in der Paulskirche erwarten, mit Worten des Oberbürgermeisters und häufig einer Gastrednerin bzw. einem Gastredner mit Bezug zu Frankfurts Zuwanderer-Communitys, zusammen mit hunderten bis tausenden anderen neuen Staatsangehörigen aus dutzenden Ländern.
Rechtlicher Hinweis
Diese Seite beschreibt das allgemeine Format von Frankfurts Einbürgerungsfeier basierend auf jüngsten dokumentierten Veranstaltungen, Stand Mitte 2026. Sie ist keine Rechtsberatung, und Terminierung, Format und Veranstaltungsort der Feier können sich ändern. Für eine Bestätigung des eigenen Einbürgerungsstatus oder einer erwarteten Einladung direkt das Standesamt Frankfurt kontaktieren.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Muss ich mich selbst für die Feier anmelden?
Nein. Jede Person, die im von einer Feier erfassten Zeitraum formell eingebürgert wurde, erhält automatisch eine Einladung von der Stadt, ein separater Antrag oder eine Bewerbung dafür ist nicht nötig. Wer bereits eingebürgert ist und sicherstellen möchte, nicht übersehen zu werden, sollte trotzdem prüfen, ob die aktuelle Adresse beim Standesamt Frankfurt korrekt hinterlegt ist, denn dorthin wird die Einladung geschickt.
Ist die Teilnahme tatsächlich verpflichtend?
Nein, die Teilnahme ist freiwillig. Was sich geändert hat, ist der Ton drumherum: Das Bundesstaatsangehörigkeitsrecht empfiehlt inzwischen, die Einbürgerungsurkunde möglichst feierlich bei einer öffentlichen Veranstaltung wie dieser zu übergeben, statt sie einfach zu verschicken, aber niemand ist gezwungen teilzunehmen, wer die Urkunde lieber über den üblichen Verwaltungsweg erhalten möchte, kann das tun.
Wie oft hält Frankfurt diese Feiern tatsächlich ab?
Mehrmals im Jahr, allerdings nicht nach einem festen monatlichen Kalender, dokumentierte Feiern fanden in den letzten Jahren in unterschiedlichen Monaten statt, darunter April und November. Wer wissen möchte, wann die nächste Feier für das eigene Einbürgerungsdatum stattfindet, erfährt das über die eigene Einladung der Stadt, nicht über einen öffentlichen Kalender zum Vorab-Nachschauen.
Warum ausgerechnet die Paulskirche und nicht der Römer oder ein anderes städtisches Gebäude?
Wegen dem, wofür das Gebäude steht. Die Paulskirche war Sitz des ersten frei gewählten deutschen Nationalparlaments, der Frankfurter Nationalversammlung von 1848, und gilt weithin als Geburtsort der deutschen Demokratie. Die Einbürgerungsfeier dort abzuhalten ist eine bewusste Entscheidung: Die Stadt stellt damit den Moment, in dem jemand Staatsangehörige bzw. Staatsangehöriger wird, bewusst in Verbindung mit den eigentlichen Ursprüngen der deutschen demokratischen Teilhabe, nicht nur ein praktischer Veranstaltungsort.
Wie viele Menschen aus meinem Herkunftsland könnten bei derselben Feier dabei sein?
Je nach Herkunftsland und Frankfurts Demografie potenziell recht viele. Bei einer Feier im April 2024, die 2.564 neue Staatsangehörige aus 110 Nationen ehrte, kamen die größten Gruppen aus Syrien (198 Personen), der Türkei (170), Marokko (166) und dem Iran (134). Angesichts von Frankfurts besonders großer türkischer Community ist bei den meisten Feiern mit einer nennenswerten Zahl anderer neuer Staatsangehöriger mit ähnlichem Hintergrund zu rechnen, auch wenn die genaue Zusammensetzung jedes Mal variiert.
