Frankfurt hat keinen Kita-Gutschein: So funktionieren kindernetfrankfurt.de und das Punktesystem wirklich
Frankfurt vergibt Kita-Plätze nicht über einen Gutschein, den man erst abholen muss, bevor man sich an eine Kita wenden darf. Alles läuft über ein einziges, kostenloses Online-Portal, kindernetfrankfurt.de, auf dem Sie den Betreuungsbedarf Ihres Kindes anmelden (Bedarfsanmeldung) und selbst gezielt Einrichtungen durchsuchen und vormerken können. Wann Sie anmelden dürfen, hängt von der Betreuungsart ab: Krippe, Krabbelstube und Kindertagespflege lassen sich erst nach der Geburt des Kindes anmelden, die Vormerkung für den Kindergarten ist ab dem 18. Lebensmonat möglich, und für Hort oder Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) kann bereits bis zu 18 Monate vor dem gewünschten Aufnahmetermin angemeldet werden. Ein häufig genutzter Elternratgeber Dritter empfiehlt, spätestens bis zum 31. Dezember des Vorjahres oder mindestens 6 Monate im Voraus anzumelden, allerdings nennen die städtischen Seiten selbst keine feste gesetzliche Frist in dieser Form. Entscheidend ist ein anderer Punkt: Wer früher innerhalb des offenen Anmeldezeitraums anmeldet, rutscht dadurch nicht weiter nach vorn. Die Stadt bestätigt ausdrücklich, dass das Eingangsdatum der Bedarfsanmeldung keine Rolle spielt, die Vergabe erfolgt stattdessen über ein Punktesystem, das auf gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien beruht (Erwerbstätigkeit oder Ausbildung der Eltern, Alleinerziehendenstatus, Bezug bestimmter SGB-II-Leistungen, dokumentierter besonderer Förderbedarf des Kindes) sowie zusätzlichen Kriterien, die jede Einrichtung selbst festlegen kann. Die Stadt hat die Existenz dieses Punktesystems offiziell bestätigt, aber die genaue Punktegewichtung nicht veröffentlicht, und Eltern haben sich öffentlich über die fehlende Einsicht in den Bearbeitungsstand beschwert. Sobald eine Einrichtung einen passenden Platz hat, werden Sie per E-Mail benachrichtigt, unterschreiben den Vertrag direkt mit der Kita, und die Einrichtung meldet dies an das System zurück. Bei Sprachbarrieren oder technischen Hürden übernimmt die kostenlose Infobörse Kindertagesbetreuung die Anmeldung telefonisch oder persönlich für Sie.
Die offizielle Regel
Frankfurt vergibt Kita-Plätze nicht über einen Gutschein, den man erst besorgen muss, bevor man eine Kita kontaktieren darf. Alles läuft über ein einziges, kostenloses zentrales Portal, kindernetfrankfurt.de, auf dem Sie ein Konto anlegen, den Betreuungsbedarf Ihres Kindes anmelden (eine Bedarfsanmeldung) und selbst gezielt Einrichtungen durchsuchen und vormerken können. Die Nutzung des Portals kostet nichts.
Wann Sie anmelden dürfen, hängt vollständig von der gewünschten Betreuungsart ab:
| Betreuungsart | Früheste Anmeldung |
|---|---|
| Krippe / Krabbelstube (unter 3 Jahre) | Erst nach der Geburt des Kindes |
| Kindertagespflege | Erst nach der Geburt des Kindes |
| Kindergarten (3 Jahre bis Schuleintritt) | Ab 18 Monaten |
| Hort / Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) | Bis zu 18 Monate vor dem gewünschten Start |
Die städtischen Seiten selbst nennen keine einzelne, feste Anmeldefrist, wie es manche andere Städte tun. Ein häufig genutzter Elternratgeber eines Drittanbieters empfiehlt, spätestens bis zum 31. Dezember des Vorjahres des gewünschten Kita-Jahres oder mindestens 6 Monate im Voraus anzumelden, das gilt aber als praktische Sicherheitsmarge, nicht als gesetzliche Frist.
Ein Detail ist wichtiger als die Frist selbst: Die Reihenfolge, in der Anmeldungen eingehen, beeinflusst die Priorität nicht. Bis zum Ende des Anmeldezeitraums für ein kommendes Kita-Jahr spielt das Eingangsdatum der Bedarfsanmeldung keine Rolle für die Platzvergabe. Stattdessen setzt Frankfurt ein Punktesystem ein, das vom städtischen Bildungsdezernat in einem Bericht an den Bildungsausschuss im Februar 2025 bestätigt wurde und auf den nach § 24 SGB VIII vorgeschriebenen Kriterien beruht: ob die Eltern erwerbstätig sind oder sich in Ausbildung oder Studium befinden, ob die anmeldende Person alleinerziehend ist, ob die Familie bestimmte SGB-II-Leistungen bezieht, und ob beim Kind ein dokumentierter besonderer Förderbedarf vorliegt. Einzelne Träger können je nach eigener Aufnahmepraxis weitere eigene Kriterien ergänzen. Die genaue Punktegewichtung pro Kriterium hat die Stadt nicht veröffentlicht, sie verweist stattdessen auf die Umstände des Einzelfalls, ein Transparenzdefizit, das Eltern direkt gegenüber dem Stadtrat angesprochen haben.
Sobald eine Einrichtung einen zum Kind passenden Platz hat, erhalten Sie eine E-Mail-Benachrichtigung. Ab diesem Punkt unterschreiben Sie den Betreuungsvertrag direkt mit der Kita, und die Einrichtung meldet den Vertrag an kindernetfrankfurt.de zurück.
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Was echte Leute sagen
Das System, das Eltern hinter der offiziellen Beschreibung erleben, ist tatsächlich zwiespältig. Einerseits durchlief kindernetfrankfurt.de laut Frankfurter Trägerverbänden, die den Prozess verfolgt haben, einen kompletten technischen Neuaufbau, bei dem das Portal zwischenzeitlich offline war, bevor es mit dem heutigen Anmeldeablauf wieder online ging. Andererseits dokumentiert derselbe Bericht vom Februar 2025, der das Punktesystem bestätigt, auch konkrete Elternbeschwerden über das neu gestaltete Portal: fehlende Einsicht darin, wo die eigene Anmeldung nach der Abgabe tatsächlich steht. Genau diese Kombination, ein funktionierendes, aber intransparentes Punktesystem plus wenig Statusrückmeldung, ist das durchgängigste Thema in den Erfahrungsberichten, verglichen mit dem klareren, wenn auch bürokratisch schwereren, Gutschein-zuerst-Ablauf in Berlin.
Trägerverbände raten Eltern durchgängig, sich mehr als eine Einrichtung vorzumerken, statt auf eine einzige Kita zu warten, weil sich die eigenen Chancen bei einer bestimmten Einrichtung angesichts der nicht offengelegten Punktegewichtung ohnehin nicht verlässlich einschätzen lassen. Wer neu in der Stadt ist, das Portal nicht einordnen kann oder eine Sprachbarriere hat, kann sich an die Infobörse Kindertagesbetreuung in der Solmsstraße 27-37 wenden, die kostenlose städtische Beratungsstelle legt das Konto an und gibt die Anmeldung ab, auch für Familien ohne zuverlässigen Internetzugang.
Schritt für Schritt
- Prüfen Sie zuerst das Altersfenster für Ihre gewünschte Betreuungsart. Krippe, Krabbelstube und Kindertagespflege erst nach der Geburt, Kindergarten ab 18 Monaten, Hort/ESB bis zu 18 Monate im Voraus.
- Legen Sie ein kostenloses Konto auf kindernetfrankfurt.de an und füllen Sie die Bedarfsanmeldung mit den Daten Ihres Kindes und Ihrem Betreuungsbedarf aus.
- Durchsuchen Sie das Portal und merken Sie sich mehr als eine Einrichtung vor, statt sich nur bei einer einzigen Kita zu bewerben.
- Beeilen Sie sich nicht um jeden Preis. Das Eingangsdatum beeinflusst Ihre Priorität nicht, eine vollständige und korrekte Anmeldung zählt mehr als eine besonders frühe.
- Behalten Sie Ihr E-Mail-Postfach im Blick. Sobald eine Einrichtung einen passenden Platz hat, werden Sie direkt benachrichtigt.
- Unterschreiben Sie den Vertrag mit der Kita selbst, nicht mit der Stadt, die Einrichtung kümmert sich um die Rückmeldung an das System.
- Wenn Sie nicht weiterkommen, wenden Sie sich an die Infobörse Kindertagesbetreuung (069/212-36564, Solmsstraße 27-37) für kostenlose Hilfe, telefonisch, per E-Mail oder persönlich.
Rechtlicher Hinweis
Diese Seite beschreibt den allgemeinen Ablauf der Bedarfsanmeldung, die offiziellen Altersfenster und das vom Frankfurter Bildungsdezernat bestätigte Punktesystem, Stand 2026. Die genaue Punktegewichtung, Bearbeitungszeiten und die Verfügbarkeit einzelner Einrichtungen sind nicht öffentlich einsehbar und können sich ändern. Für Ihre konkrete Situation bestätigen Sie aktuelle Details direkt über kindernetfrankfurt.de oder die Infobörse Kindertagesbetreuung.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Wir ziehen aus Berlin zu und haben gehört, dass wir zuerst einen Gutschein brauchen, bevor wir überhaupt eine Kita kontaktieren dürfen. Stimmt das auch in Frankfurt?
Nein, und das ist der wichtigste Punkt zum Umlernen. In Berlin müssen Sie zuerst beim Jugendamt Ihres Bezirks einen Kita-Gutschein beantragen, bevor Sie überhaupt eine Einrichtung ansprechen dürfen. Frankfurt lässt diesen Schritt komplett weg: Sie melden sich direkt auf kindernetfrankfurt.de an, durchsuchen dort die Einrichtungen und merken sich selbst diejenigen vor, die Sie interessieren. Es gibt keinen physischen Gutschein, den Sie zuerst abholen müssen, und keinen separaten Termin beim Jugendamt zwischen Ihnen und der Kita-Suche.
Unser Kind ist 14 Monate alt. Können wir uns jetzt schon für den Kindergarten anmelden, oder müssen wir warten?
Sie müssen noch ein paar Monate warten. Die Kindergarten-Vormerkung auf kindernetfrankfurt.de öffnet erst, wenn ein Kind 18 Monate alt ist, nicht früher. Falls Sie früher Betreuung brauchen, sieht es bei Krippe, Krabbelstube oder Kindertagespflege anders aus: Dort können Sie sich schon direkt nach der Geburt anmelden, das lohnt sich also parallel, wenn Sie vor dem 18. Monat Betreuung benötigen.
Wenn das genaue Anmeldedatum keine Rolle spielt, was entscheidet dann tatsächlich über den Platz?
Die Vergabe läuft über ein Punktesystem, das auf gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien nach SGB VIII beruht: ob beide Eltern erwerbstätig sind oder sich in Ausbildung oder Studium befinden, ob die anmeldende Person alleinerziehend ist, ob die Familie bestimmte SGB-II-Leistungen bezieht, und ob beim Kind ein dokumentierter besonderer Förderbedarf besteht. Einzelne Träger können darüber hinaus eigene zusätzliche Kriterien festlegen. Das Frankfurter Bildungsdezernat hat die Existenz dieses Punktesystems in einem Bericht an den Bildungsausschuss im Februar 2025 bestätigt, die genaue Punktegewichtung aber nicht veröffentlicht und verweist stattdessen auf die Umstände des Einzelfalls. In der Praxis heißt das: Sie können das System nicht dadurch austricksen, dass Sie in der ersten Sekunde nach Öffnung der Anmeldung anmelden, das Eingangsdatum ändert nichts an Ihrer Priorität.
Andere Eltern haben uns erzählt, dass man im Frankfurter Portal kaum erfährt, wo die eigene Anmeldung gerade steht. Stimmt das?
Das ist eine berechtigte Kritik, keine reine Anekdote. Derselbe Bericht an den Bildungsausschuss, der das Punktesystem bestätigt, dokumentiert auch Elternbeschwerden über fehlendes Feedback und fehlende Transparenz zum Bearbeitungsstand, und das obwohl das Portal ein Jahr zuvor komplett neu aufgesetzt wurde. Rechnen Sie realistisch mit echter Unsicherheit statt mit einer Live-Statusanzeige: Wenn sich nach angemessener Zeit nichts tut, kontaktieren Sie direkt die vorgemerkten Einrichtungen oder wenden sich an die Infobörse Kindertagesbetreuung für eine Statusabfrage.
Was, wenn wir keinen zuverlässigen Internetzugang haben oder unser Deutsch für das Portal nicht ausreicht?
Genau dafür gibt es die Infobörse Kindertagesbetreuung, die kostenlose städtische Beratungsstelle. Die Mitarbeitenden legen Ihr kindernetfrankfurt.de-Konto an und geben Ihre Bedarfsanmeldung für Sie ab, telefonisch oder persönlich in der Solmsstraße 27-37 (auch ohne Termin, allerdings mit Wartezeit). Telefonische Sprechzeiten sind Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 8 bis 15:30 Uhr. Diese Hilfe ist kostenlos, sie ist Teil desselben kostenlosen Angebots, das auch das Portal betreibt.
Was passiert, sobald wir endlich ein Angebot bekommen?
Sie werden per E-Mail benachrichtigt, dass ein Platz verfügbar ist. Ab dann läuft alles direkt mit der Kita: Sie unterschreiben den Betreuungsvertrag mit der Einrichtung selbst, nicht mit der Stadt, und die Einrichtung meldet den unterschriebenen Vertrag an kindernetfrankfurt.de zurück, womit Ihre Anmeldung abgeschlossen ist. Es lohnt sich, andere vorgemerkte Anmeldungen bis zur tatsächlichen Unterschrift aktiv zu lassen, falls das Timing beim ersten Angebot nicht passt.
