Zweisprachige und internationale Kitas in Frankfurt: gefördert oder privat
In Frankfurt gibt es zwei völlig getrennte Systeme für zweisprachige und internationale Kinderbetreuung, und wer die beiden verwechselt, zahlt schnell mehrere tausend Euro zu viel. Die erste Ebene ist städtisch gefördert: mehrere freie Träger bieten bilinguale Konzepte an, unter anderem in Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch oder Arabisch neben Deutsch, und melden ihre Plätze über dasselbe kostenlose Portal kindernetfrankfurt.de an, das auch für die allgemeine Kita-Suche in Frankfurt gilt, inklusive der Gebührenfreiheit ab dem 2. Geburtstag. Die zweite Ebene sind ganz oder teilweise private internationale Schulen mit eigenem Kindergarten- oder Early-Years-Bereich, etwa das Fintosch International Kindergarten, die Metropolitan School Frankfurt oder das First-Steps-Programm der Frankfurt International School. Diese laufen komplett außerhalb des städtischen Portals mit eigener Bewerbung und eigenen Wartelisten, und kosten zwischen rund 11.000 und über 20.000 Euro im Jahr, selbst wenn die Einrichtung einen städtischen Zuschuss erhält. Eine einzige, garantiert aktuelle Liste aller zweisprachigen Kitas gibt es nicht: die eigene Liste der Stadt Frankfurt und die bundesweite Karte von fmks.eu sind die beiden besten Ausgangspunkte, und die Infobörse Kindertagesbetreuung hilft bei der Suche nach Sprache, wenn man nicht weiterkommt.
Die offizielle Regel
Die zweisprachige und internationale Kinderbetreuung in Frankfurt ist kein einheitliches System, sondern besteht aus zwei, und diese Trennung ist wichtiger als die angebotene Sprache selbst. Die Stadt führt eine eigene Liste bilingualer Kindertageseinrichtungen, die Deutsch mit einer zweiten Sprache kombinieren, am häufigsten Englisch, Französisch oder Spanisch, seltener Chinesisch, Russisch oder Arabisch. Die meisten davon sind freie Träger, gemeinnützige unabhängige Betreiber, die unter einem Fördervertrag mit der Stadt arbeiten.
Dieser Fördervertrag ist das entscheidende Detail. Eine bilinguale Kita, die darunter läuft, vergibt ihre Plätze über dasselbe kostenlose Portal kindernetfrankfurt.de, das für jede andere Frankfurter Kinderbetreuungssuche gilt, folgt derselben punktebasierten Vergabe und berechnet Familien dieselben Gebührenregeln wie eine einsprachige Einrichtung: kostenlos für den vollen vertraglich vereinbarten Betreuungstag ab dem Monat, in dem das Kind 2 Jahre alt wird, bis zur Einschulung, nur mit einer pauschalen monatlichen Verpflegungspauschale obendrauf.
Vollständig außerhalb dieses Systems liegt eine zweite, ganz oder teilweise private Ebene: internationale Schulen mit einem Early-Years- oder Kindergartenbereich. Diese haben eigene Aufnahmeverfahren, eigene Wartelisten und eigenes Schulgeld, unabhängig davon, ob sie eine Form städtischer Unterstützung erhalten. Das Fintosch International Toddler School & Kindergarten zum Beispiel gehört nicht zum geförderten Netzwerk und gibt für 2026/27 ein Jahresschulgeld von rund 11.047 bis 12.221 Euro an, zuzüglich einer einmaligen Anmeldegebühr von 600 Euro und eines einmaligen Investitionszuschusses von 3.500 Euro, mit 5 Prozent Geschwisterrabatt und einkommensabhängigen Ermäßigungen auf Anfrage.
| Option | Anmeldeweg | Kosten pro Jahr, ca. (Alter 2-6) |
|---|---|---|
| Geförderte bilinguale Kita (freier Träger) | kindernetfrankfurt.de, Punktesystem | Kostenlos ab Alter 2 (nur Verpflegungspauschale, ca. 75 EUR/Monat) |
| Metropolitan School Frankfurt, Early Years | Direkt bei der Schule, teilweise städtische Förderung | 1.200 EUR Anmeldung + 6.600 EUR Aufnahmegebühr + monatliches Schulgeld |
| Fintosch International Kindergarten | Direkt bei der Schule, vollständig privat | Ca. 11.047 bis 12.221 EUR + 600 EUR Anmeldung + 3.500 EUR Investitionszuschuss |
| Frankfurt International School, First Steps (Alter 3, Halbtag) | Direkt bei der Schule, vollständig privat | Ca. 11.590 EUR |
Selbst wenn ein privater internationaler Kindergarten eine teilweise städtische Förderung erhält, wie es bei der Metropolitan School Frankfurt der Fall ist, zeigt sich diese Förderung als etwas konkurrenzfähigere Gebühren, nicht als kostenloser Platz. Familien zahlen dort trotzdem eine Anmeldegebühr von 1.200 Euro, eine einmalige Aufnahmegebühr von 6.600 Euro und monatliches Schulgeld, nichts davon fällt im vollständig geförderten kindernetfrankfurt.de-System an.
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Was Betroffene berichten
Relocation-Beratungsverzeichnisse für die Rhein-Main-Region, die sich gezielt an internationale Familien richten, verweisen Neuankömmlinge durchweg auf eine kurze Liste bekannter privater Optionen: Fintosch, Kids Camp und die Taunus International Montessori School gehören dazu, neben kleineren deutschsprachigen Einrichtungen mit Herkunftssprachen-Schwerpunkt in Spanisch, Italienisch, Polnisch, Griechisch oder Russisch. Dieses Muster hat einen praktischen Grund: Familien, die mit begrenzten Deutschkenntnissen und engem Umzugszeitplan ankommen, haben oft nicht die Zeit, das punktebasierte Wartesystem der geförderten Kitas zu durchlaufen, und weichen deshalb auf Einrichtungen mit direkter, englischsprachiger Aufnahme aus, auch zu einem deutlich höheren Preis.
Familien, die im geförderten bilingualen Netzwerk bleiben, berichten denselben Kompromiss wie bei der allgemeinen Frankfurter Kita-Suche: echte Kostenersparnis, aber dieselbe unveröffentlichte Punktegewichtung und eingeschränkte Statusübersicht. Eine bilinguale Kita mit nur einer oder zwei englischsprachigen Gruppen kann diese spezifischen Plätze schneller füllen, als es die Gesamtkapazität der Einrichtung vermuten lässt, weil sich die Nachfrage auf einen schmalen Ausschnitt der Plätze konzentriert. Die praktische Empfehlung von Ratgebern für Neuankömmlinge ist dieselbe wie bei jeder Frankfurter Kita-Suche: Interesse an mehreren Einrichtungen im Portal vormerken, statt auf eine einzige Bewerbung zu warten, und die bilinguale Kita-Liste der Stadt sowie die bundesweite fmks.eu-Karte als Ausgangspunkt behandeln, nicht als vollständiges, garantiert aktuelles Verzeichnis, da beide neuen Eröffnungen oder Schließungen hinterherhinken können.
Schritt für Schritt
- Entscheiden Sie, ob Ihnen Kosten oder Aufnahmesicherheit wichtiger sind. Geförderte bilinguale Kitas sind deutlich günstiger, laufen aber über dasselbe punktebasierte Verfahren ohne Garantie wie jede Frankfurter Kita. Private internationale Optionen kosten mehrere tausend Euro im Jahr, geben Ihnen aber eine direkte Bewerbungsbeziehung zur Schule.
- Prüfen Sie die bilinguale Kita-Liste der Stadt und die fmks.eu-Karte nach Einrichtungen mit Ihrer gewünschten Sprache, als Ausgangspunkt, nicht als endgültige Antwort.
- Bei geförderten Optionen melden Sie Ihre Bedarfsanmeldung auf kindernetfrankfurt.de wie bei jeder anderen Kita an, und merken Sie wenn möglich mehr als eine bilinguale Einrichtung vor.
- Bei privaten Optionen kontaktieren Sie die Aufnahmebüros der einzelnen Schulen direkt. Fragen Sie gezielt, ob das Programm eine städtische Förderung erhält (wie bei der Metropolitan School Frankfurt), da dies Ihre Gesamtkosten beeinflusst, auch wenn es nicht kostenlos ist.
- Kalkulieren Sie einmalige Gebühren zusätzlich zum Schulgeld bei privaten Schulen ein: Anmeldegebühren und Aufnahme- oder Investitionszuschüsse addieren im ersten Jahr allein oft mehrere tausend Euro.
- Wenn Sie kindernetfrankfurt.de mit begrenzten Deutschkenntnissen nutzen, wenden Sie sich an die Infobörse Kindertagesbetreuung in der Solmsstraße 27-37 für kostenlose, mehrsprachige Hilfe bei der Suche.
Hinweis zur Verlässlichkeit
Diese Seite fasst öffentlich gelistete bilinguale Kitas und internationale Kindergarten-Schulgelder mit Stand 2026 zusammen, aber Sprachen, Verfügbarkeit und Gebührenstrukturen einzelner Einrichtungen ändern sich und sind nicht garantiert aktuell. Bestätigen Sie Details direkt über kindernetfrankfurt.de, die bilinguale Kita-Liste der Stadt oder die jeweilige Schule, bevor Sie eine Anmeldeentscheidung treffen.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Gibt es eine einzige Website, die alle bilingualen Kitas in Frankfurt auflistet?
Leider keine garantiert aktuelle. Die Stadt veröffentlicht eine eigene Liste bilingualer Kitas nach Sprache, aber solche städtischen Seiten hinken neuen Eröffnungen oder Schließungen oft hinterher. Der bundesweite Verein fmks.eu pflegt eine durchsuchbare Karte bilingualer und mehrsprachiger Kinderbetreuung in ganz Deutschland, auch für Frankfurt, die tendenziell aktiver gepflegt wird, weil sich Einrichtungen selbst eintragen können. Beide Listen sind ein guter Ausgangspunkt, aber keine vollständige, garantiert aktuelle Übersicht, deshalb lohnt sich die direkte Nachfrage bei jeder interessanten Einrichtung.
Wenn ich eine bilinguale Kita auf der städtischen Liste finde, melde ich mich dann trotzdem über kindernetfrankfurt.de an?
In der Regel ja, wenn die Einrichtung zu den freien Trägern mit Fördervertrag der Stadt gehört. Diese Kitas, ob bilingual oder nicht, vergeben ihre Plätze über denselben Bedarfsanmeldung-Prozess und dasselbe Punktesystem wie jede andere geförderte Frankfurter Kita, und berechnen dieselbe Gebührenstruktur, inklusive der Gebührenfreiheit ab dem 2. Geburtstag. Die Ausnahme sind vollständig private internationale Schulen mit eigenem Early-Years-Bereich, die komplett außerhalb von kindernetfrankfurt.de laufen und eine direkte Bewerbung bei der Schule verlangen.
Wie groß ist der tatsächliche Kostenunterschied zwischen einer geförderten bilingualen Kita und zum Beispiel Fintosch oder der Metropolitan School Frankfurt?
Erheblich. Eine geförderte bilinguale Kita kostet genauso viel wie jede andere Frankfurter Kita: gebührenfrei ab dem 2. Geburtstag bis zur Einschulung, nur mit einer kleinen monatlichen Verpflegungspauschale, nach denselben stadtweit geltenden Regeln. Das Fintosch International Kindergarten, eine vollständig private Option, gibt ein Jahresschulgeld von rund 11.000 bis 12.200 Euro an, zuzüglich einer einmaligen Anmeldegebühr von 600 Euro und eines einmaligen Investitionszuschusses von 3.500 Euro. Das Early-Years-Programm der Metropolitan School Frankfurt erhält einen teilweisen städtischen Zuschuss, der die Gebühren im Vergleich zu einer rein privaten Schule konkurrenzfähiger hält, aber Familien zahlen trotzdem eine Anmeldegebühr von 1.200 Euro, eine Aufnahmegebühr von 6.600 Euro und monatliches Schulgeld obendrauf. Das First-Steps-Programm der Frankfurt International School für Dreijährige im Halbtagsbetrieb liegt bei rund 11.600 Euro im Jahr. Keine dieser privaten Optionen ist kostenlos, auch nicht die mit städtischer Unterstützung.
Wir sprechen nur Englisch, und unser Deutsch reicht noch nicht. Kann uns jemand auf Englisch bei der Suche helfen?
Ja. Die Infobörse Kindertagesbetreuung, die kostenlose städtische Beratungsstelle für Kinderbetreuung in der Solmsstraße 27-37, ist genau dafür da, Familien mit Sprach- oder technischen Barrieren bei kindernetfrankfurt.de zu unterstützen, und das Personal hilft bei der Suche nach Sprachpräferenz unter den geförderten Einrichtungen. Für die rein privaten internationalen Optionen ist die direkte Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Aufnahmebüro der Schule effektiver, da diese ohnehin auf Englisch arbeiten.
Haben bilinguale Kitas im geförderten System längere Wartelisten als rein deutschsprachige?
Es gibt keine veröffentlichten stadtweiten Daten, die Wartezeiten bilingualer und einsprachiger Einrichtungen speziell vergleichen, deshalb sollte man einer pauschalen Aussage dazu misstrauen. Was aber konsistent ist: die Nachfrage nach einer zweiten Sprache ist eine weitere Variable im ohnehin punktebasierten Frankfurter Vergabesystem, sodass eine bilinguale Kita mit nur wenigen Plätzen in einer gefragten Sprache realistisch schneller voll sein kann als eine größere rein deutschsprachige Kita in der Nähe. Mehr als eine bilinguale Option im Portal vorzumerken statt auf eine einzige Einrichtung zu warten, gilt hier genauso wie bei der allgemeinen Kita-Suche.
