Berlins Landesjugendorchester und Rundfunk-Jugendchöre: Wie Kinder wirklich einsteigen
Berlin hat ein Flaggschiff-Jugendorchester für die ganze Stadt, das Landesjugendorchester Berlin (LJO Berlin), seit 1987 vom Landesmusikrat Berlin e.V. als Anschlussstufe für starke Teilnehmende des Wettbewerbs Jugend musiziert betrieben. Es nimmt rund 80 bis 90 Musikerinnen und Musiker zwischen 14 und 21 Jahren auf klassischen Orchesterinstrumenten auf, ausgewählt über ein stadtweites Vorspiel, das von einer Jury aus LJO-Dozentinnen und -Dozenten beurteilt wird. Das Orchester führt jährlich zwei Arbeitsphasen durch, eine rund um die Osterferien und eine rund um die Herbstferien im Oktober: Jede Phase beginnt mit Registerproben nach Instrumentengruppe, geht in eine einwöchige Probenfahrt über (zuletzt an der Landesmusikakademie Rheinsberg) und endet mit einem öffentlichen Konzert, traditionell im Konzerthaus Berlin oder im Großen Sendesaal des rbb. Für den Herbstzyklus 2026 endet die Bewerbungsfrist am 22. August 2026, die Vorspiele finden am 5. und 6. September 2026 statt, die Wochenendproben laufen am 3. und 4. Oktober an der Deutschen Oper Berlin, die Probenfahrt findet vom 25. bis 30. Oktober in Rheinsberg statt, und das Konzert ist am 1. November 2026 im Haus des Rundfunks; der Frühjahrszyklus 2027 hat Probenwochenenden am 27./28. Februar und 20./21. März, eine Probenfahrt vom 29. März bis 2. April, und ein Konzert am 4. April 2027. Die Teilnahme kostet 300 Euro pro Arbeitsphase, ein Kostenbeitrag, der laut den eigenen Angaben des Programms nur rund ein Viertel der tatsächlichen Kosten pro Musiker oder Musikerin deckt (der Rest wird subventioniert), mit Ermäßigungen bei nachgewiesener finanzieller Bedürftigkeit. Auf der Chorseite gibt es heute kein einzelnes, noch aktiv Mitglieder aufnehmendes Ensemble unter dem exakten Namen Rundfunk-Jugendchor Berlin. Was von Berlins historischer Rundfunkchor-Tradition weiterlebt, ist der Rundfunk-Kinderchor Berlin, 1955 gegründet und bis in die 1970er-Jahre in das Ensembleprogramm des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums eingegliedert (eine spezialisierte Musik-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain, Frankfurter Allee 6a). Trotz des Namens Kinderchor ist er einer von sechs Chören der Schule, von jüngsten Handelkinderchor bis zum Abschlusschor Die Primaner, alle aus derselben Schülerschaft gespeist. Diesem Chor beizutreten ist kein einmaliges Samstagsvorspiel: Es erfordert die Anmeldung des Kindes am Händel-Gymnasium selbst, einer Schule, die (anders als die meisten Berliner Gymnasien, die ab Klasse 7 aufnehmen) musikalisch begabte Kinder bereits ab Klasse 5 über eine eigene Musikaufnahmeprüfung zulässt. Diese Prüfung kombiniert einen allgemeinen Musiktest (fünf Melodie- und fünf Rhythmusübungen) mit entweder einem frei gewählten Lied oder einem Instrumentalvortrag, je nachdem, was höher bewertet wird, plus Bonuspunkte für außergewöhnliche Begabung; zwei Lehrkräfte bewerten unabhängig voneinander, und 60 von 100 Gesamtpunkten sind die Aufnahmeschwelle, zusätzlich zu guten Noten in den Kernfächern und einer schriftlichen Verpflichtung, an schulischen Ensembles teilzunehmen und Instrumental- oder Gesangsunterricht zu nehmen. Die Anmeldung zu dieser Aufnahmeprüfung öffnet in der Regel Anfang Januar (zum Beispiel 5. bis 9. Januar 2026, über das eigene Online-Portal der Schule) für das folgende Schuljahr, es ist also eine Entscheidung, die Jahre im Voraus getroffen werden muss, statt etwas, das eine neu zugezogene Familie kurzfristig organisieren kann. Familien, die einen ernsthaften Berliner Chor ohne Schulwechsel wollen, haben eine zugänglichere Option: den Landesjugendchor Berlin, den offiziellen Auswahlchor des Chorverband Berlin e.V., offen für Sängerinnen und Sänger zwischen 14 und 26 Jahren, mit jährlichen Sommervorspielen, einer einfachen E-Mail-Bewerbung mit Angaben zu Gesangserfahrung, Alter und Stimmlage, rund zehn Probenterminen im Jahr einschließlich mindestens eines Probenwochenendes, und einem zeitgenössischen Pop-Repertoire statt klassischer Werke, ohne dass die eigenen Materialien des Chors eine Mitgliedsgebühr erwähnen.
Zwei sehr unterschiedliche Türen in Berlins Jugendmusikszene
Wer gehört hat, dass Berlin ein Landesjugendorchester und einen Rundfunk-Jugendchor hat, und annimmt, beides funktioniere gleich, ein einziges offenes Vorspiel und man ist dabei, sollte innehalten, bevor darauf ein Plan aufgebaut wird. Die Orchesterseite funktioniert tatsächlich fast so: ein stadtweites Vorspiel, offen für jede qualifizierte Musikerin und jeden qualifizierten Musiker in der passenden Altersgruppe. Die Chorseite ist eine völlig andere Geschichte, und diesen Unterschied früh richtig zu verstehen, erspart einer neu zugezogenen Familie viel fehlgeleitete Mühe.
| Detail | Landesjugendorchester Berlin | Rundfunk-Kinderchor Berlin |
|---|---|---|
| Altersspanne | 14-21 | Bestimmt durch die Klassenstufe am Händel-Gymnasium |
| Wie man beitritt | Stadtweites offenes Vorspiel | Kind an der Schule anmelden, dann dem Chorprogramm beitreten |
| Voraussetzung | Solide Instrumentalausbildung auf einem klassischen Orchesterinstrument | Bestehen der eigenen Musikaufnahmeprüfung des Händel-Gymnasiums für Klasse 5 |
| Kosten | 300 Euro pro Arbeitsphase | Keine Gebühr über das übliche deutsche öffentliche Schulwesen hinaus |
| Vorlaufzeit | Rund 6-8 Wochen vor einer Arbeitsphase | Jahre, Anmeldung öffnet im Januar vor dem Eintritt in Klasse 5 |
Landesjugendorchester Berlin im Überblick
Das Landesjugendorchester Berlin (LJO Berlin) wurde 1987 als Einrichtung des Landesmusikrat Berlin e.V. gegründet, konzipiert gezielt als Anschlussstufe für starke Teilnehmende, die aus dem Wettbewerb Jugend musiziert kommen. Es handelt sich um ein vollständiges sinfonisches Ensemble, laut dem eigenen Profil der Institution in Deutschlands Musikinformationsdatenbank (MIZ) mit rund 80 bis 90 Musikerinnen und Musikern, die klassische Orchesterinstrumente über die gesamte Bandbreite eines Sinfonieorchesters spielen. Statt einer einzigen festen Chefdirigentin oder eines Chefdirigenten wechselt die künstlerische Leitung zwischen den Arbeitsphasen, mit unterschiedlichen eingeladenen Dirigentinnen und Dirigenten für unterschiedliche Programme, während die organisatorische Seite des Orchesters von einer Projektleitung koordiniert wird.
Die Aufnahme läuft über ein echtes Vorspiel, keine offene Probe, zu der man einfach erscheinen kann. Eine Jury aus LJO-Dozentinnen und -Dozenten hört die Bewerberinnen und Bewerber an und entscheidet über die Aufnahme, das Vorspiel selbst findet in der Regel sechs bis acht Wochen vor Beginn der jeweiligen Arbeitsphase statt. In den eigenen Materialien des Programms wird keine Wohnsitz- oder Staatsangehörigkeitsvoraussetzung genannt, über die Fähigkeit hinaus, zum Vorspiel und im Erfolgsfall zur vollständigen Arbeitsphase in Berlin zu erscheinen.
Wie man sich tatsächlich bewirbt
Der Bewerbungsprozess selbst beginnt online: Über die eigene Website des Landesmusikrat Berlin wird ein Dateneingabeformular ausgefüllt und gespeichert. Danach wird konkretes Vorspielmaterial zugeschickt, damit klar ist, was vorzubereiten ist. Besteht das Kind das Vorspiel, ist der letzte Schritt, das Bestätigungsdokument zu unterschreiben und per E-Mail oder Post an den Landesmusikrat Berlin zurückzuschicken. Erst dieses unterschriebene Dokument sichert den Platz tatsächlich: Die Bewerbung gilt nicht als abgeschlossen, bis es eingegangen ist.
Die zwei Arbeitsphasen: Wie ein Zyklus tatsächlich aussieht
Das Orchester probt nicht durchgehend über das ganze Jahr. Stattdessen führt es zwei konzentrierte Arbeitsphasen durch, eine rund um die Osterferien und eine rund um die Herbstferien im Oktober, jede nach demselben Grundmuster: zuerst Registerproben nach Instrumentengruppe, dann eine einwöchige Probenfahrt, bei der das gesamte Orchester gemeinsam ein komplettes Konzertprogramm einstudiert, mit einer öffentlichen Aufführung als Abschluss. Konzerte finden traditionell im Konzerthaus Berlin oder im Großen Sendesaal des rbb statt.
| Etappe | Herbst 2026 | Frühjahr 2027 |
|---|---|---|
| Bewerbungsfrist | 22. August 2026 | Wird für den Frühjahrszyklus separat festgelegt |
| Vorspieltermine | 5.-6. September 2026 | Wird für den Frühjahrszyklus separat festgelegt |
| Probenwochenende(n) | 3.-4. Oktober 2026 (Deutsche Oper Berlin) | 27.-28. Februar und 20.-21. März 2027 |
| Probenfahrt | 25.-30. Oktober 2026 (Landesmusikakademie Rheinsberg) | 29. März-2. April 2027 |
| Konzert | 1. November 2026 (Haus des Rundfunks) | 4. April 2027 |
Sobald ein Kind zu einer Arbeitsphase zugelassen ist, ist die Anwesenheit an jedem angesetzten Termin dieser Phase verpflichtend, nicht optional je nach Arbeitsaufkommen der Woche, es lohnt sich also, die Termine der Probenfahrt sofort nach Bestätigung des Platzes im Familienkalender zu blockieren. Die Geschichte des Orchesters umfasst über diese regulären Berliner Konzerte hinaus auch internationale Tourneen, mit früheren Reisen nach Polen, Frankreich, in die Türkei, nach Russland und in die Tschechische Republik, was ein Gefühl dafür vermittelt, auf welchem Niveau das Ensemble spielt, sobald eine Arbeitsphase läuft.
Was es kostet
Die Teilnahme kostet 300 Euro pro Arbeitsphase. Die eigenen Materialien des Programms machen offen deutlich, dass dieser Kostenbeitrag nur rund ein Viertel dessen deckt, was eine Arbeitsphase pro Musiker tatsächlich kostet, von Unterkunft und Verpflegung bei der Probenfahrt über Dozentenhonorare bis zu Raumkosten, den Rest subventioniert der Landesmusikrat Berlin. Wäre dieser Betrag für die Familie eine echte Hürde, sind bei nachgewiesener finanzieller Bedürftigkeit Ermäßigungen möglich, es lohnt sich, das direkt im Bewerbungsprozess beim Landesmusikrat Berlin anzusprechen, statt davon auszugehen, dass der Preis für alle fest ist.
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Berlins “Rundfunk”-Chortradition: Was tatsächlich noch existiert
Hier lohnt es sich, die Erwartungen zurechtzurücken. Es gibt heute keinen bestehenden Chor, der aktiv offene Vorspiele unter dem exakten Namen Rundfunk-Jugendchor Berlin abhält. Was existiert und tatsächlich auf dieselbe Rundfunkchor-Tradition zurückgeht, ist der Rundfunk-Kinderchor Berlin: 1955 gegründet, wurde er einer der führenden Kinderchöre der DDR, und bis in die 1970er-Jahre wurde er in das Ensembleprogramm des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums eingegliedert, eine spezialisierte Musik-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain an der Frankfurter Allee 6a. Die eigenen Materialien der Schule stellen ausdrücklich klar, dass der Chor heute keinem Sender mehr formal angeschlossen ist, er trägt lediglich seinen historischen Namen weiter. Carsten Schultze leitet den Chor seit Januar 2002.
Trotz des Namens Kinderchor ist er nicht das einzige oder gar ranghöchste Ensemble der Schule. Das Händel-Gymnasium führt insgesamt sechs Chöre: den Einstiegschor Handelkinderchor, den Rundfunk-Kinderchor, Canta Chiara, be:one, Voca und Die Primaner (wörtlich die Ältesten, für die ältesten Schülerinnen und Schüler der Schule), gemeinsam geleitet von drei Chorleitungen. In der Praxis durchlaufen Schülerinnen und Schüler diese Chorabfolge, während sie durch die Klassenstufen der Schule aufsteigen, was genau erklärt, warum der Beitritt zu einem dieser Chöre, den Rundfunk-Kinderchor eingeschlossen, nicht als eigenständiges Vorspiel organisiert werden kann. Der Chor ist der Schulanmeldung selbst nachgeordnet.
Der eigentliche Weg hinein: die eigene Aufnahmeprüfung des Händel-Gymnasiums
Das Händel-Gymnasium ist eine Schule besonderer pädagogischer Prägung, ein rechtlich anerkanntes besonderes pädagogisches Profil, und strukturell ungewöhnlich im Vergleich zu den meisten Berliner Gymnasien: Statt Schülerinnen und Schüler am üblichen Übergangspunkt in Klasse 7 aufzunehmen, führt es ein zweigleisiges Programm ab Klasse 5 (ein dritter, kleinerer Zug ab Klasse 7 kam 2012/13 hinzu). Das bedeutet, der relevante Entscheidungspunkt für eine Familie liegt direkt nach Klasse 4, im Alter von etwa 10 Jahren, nicht der vertrautere Übergang von Klasse 6 zu 7 an einer Berliner weiterführenden Schule, um den herum die meisten neu zugezogenen Familien planen.
Die Aufnahme setzt das Bestehen der eigenen Musikaufnahmeprüfung der Schule voraus, und die Schule veröffentlicht die Bewertungsstruktur im Detail. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: einem allgemeinen Musiktest mit fünf Aufgaben zur Melodieerkennung und fünf zum Rhythmus, danach entweder das Singen eines frei gewählten Liedes oder ein Instrumentalvortrag, wobei die höher bewertete der beiden Leistungen in die Endsumme einfließt. Zwei Musiklehrkräfte bewerten unabhängig voneinander, jede vergibt bis zu einer Höchstpunktzahl über mehrere Kriterien (Sicherheit, Intonation, Interpretation, Schwierigkeitsgrad und Gesamteindruck), mit bis zu 5 zusätzlichen Bonuspunkten je Lehrkraft für außergewöhnliche Begabung, etwa das Vortragen eines selbst komponierten Stücks, Selbstbegleitung oder dokumentierte Wettbewerbserfolge.
| Bestandteil | Was geprüft wird |
|---|---|
| Allgemeiner Musiktest | 5 Aufgaben zur Melodieerkennung, 5 Rhythmusaufgaben |
| Gesang oder Instrument (höhere Punktzahl zählt) | Ein frei gewähltes Lied, oder ein Stück auf einem oder mehreren Instrumenten |
| Bewertung | Zwei Lehrkräfte bewerten unabhängig; bis zu 5 Bonuspunkte je Lehrkraft für außergewöhnliche Begabung |
| Aufnahmeschwelle | 60 von 100 Gesamtpunkten |
| Weitere Aufnahmefaktoren | Gute bis sehr gute Noten in den Kernfächern; schriftliche Verpflichtung zu Ensembles und Einzelunterricht |
Eine Gesamtpunktzahl von 60 von 100 gilt an der Schule als Schwelle für nachgewiesene musikalische Eignung. Das ist aber nur ein Teil des Gesamtbilds bei der Aufnahme: Die Schule erwartet zusätzlich gute bis sehr gute Noten in den akademischen Kernfächern, da sie neben ihrem Musikprofil ein vollwertiges akademisches Gymnasium ist, dazu Englisch ab Klasse 5 und eine fortgeführte Fremdsprache (Französisch) ab Klasse 7. Jede aufgenommene Familie unterschreibt eine schriftliche Bereitschaftserklärung, dass das Kind an den Ensembles der Schule teilnimmt und Einzelunterricht in Instrument oder Gesang nimmt, denn der ganze Sinn der Schulstruktur ist es, dass Ensemblearbeit, Chöre wie Orchester, fest in den Lehrplan eingebaut ist statt eine freiwillige Nachmittagsaktivität zu sein.
Die Anmeldung zur Aufnahmeprüfung selbst öffnet in der Regel Anfang Januar des Jahres vor der Einschulung (die Schule führte ihr Anmeldefenster für einen jüngeren Jahrgang vom 5. bis 9. Januar über das eigene Online-Ticketportal), für Kinder, die gerade die 4. Klasse abschließen. Ist das Kind bereits über dieses Alter hinaus, ist dieses konkrete Aufnahmefenster für es geschlossen, die kleinere Aufnahmeschiene der Schule ab Klasse 7 ist der nächste realistische Prüfpunkt, am besten direkt bei der Schule erfragen, ob diese in dem jeweiligen Jahr läuft und wie ihre eigenen Aufnahmevoraussetzungen aussehen.
Wer nicht die Schule wechseln möchte: Landesjugendchor Berlin
Ist die Anmeldung des Kindes an einem spezialisierten Musik-Gymnasium nicht realistisch, sei es, weil es bereits über Klasse 5 hinaus ist, oder weil die Familie schlicht nicht die gesamte Schullaufbahn um einen Chor herum umbauen möchte, gibt es eine wirklich zugängliche Alternative: den Landesjugendchor Berlin. Er ist der offizielle Auswahlchor des Chorverband Berlin e.V., des städtischen Chorverbands, und genau für diese Art von Situation gemacht, kein Schulwechsel, keine jahrelange Vorausplanung.
Sängerinnen und Sänger zwischen 14 und 26 Jahren sind zugelassen. Vorspiele finden einmal jährlich im Sommer statt, die eigenen Materialien des Chors nennen für einen kommenden Zyklus ein wahrscheinliches Fenster rund um Juli und September. Die Bewerbung erfordert kein formales Portal: Es reicht eine E-Mail direkt an den Chor mit einer kurzen Beschreibung der eigenen Gesangserfahrung, des Alters und der Stimmlage (Sopran, Alt, Tenor, Bass oder wo man sich selbst einordnen würde), und man wird für die kommende Saison registriert und erhält Rückmeldung, sobald konkrete Vorspieltermine feststehen. Auch die zeitliche Verpflichtung ist deutlich leichter als bei einem schulgebundenen Chor, rund zehn Probentermine im Jahr einschließlich mindestens eines Probenwochenendes, statt eines Lehrplans, der auf täglicher Ensemblearbeit aufbaut. Das Repertoire orientiert sich eher an zeitgenössischer Popmusik als an klassischen Chorwerken, was der Chor selbst als bunt, jung und dynamisch beschreibt, eine wirklich andere musikalische Identität als das klassische und chorsinfonische Programm des Rundfunk-Kinderchors, keine abgeschwächte Version davon.
Schritt für Schritt: Landesjugendorchester Berlin
- Prüfen, ob Instrument und Niveau des Kindes passen, 14-21 Jahre auf einem klassischen Orchesterinstrument mit solider Ausbildung, idealerweise bereits etwas Orchestererfahrung.
- Das Online-Bewerbungsformular auf der Website des Landesmusikrat Berlin gut vor der jeweiligen Frist ausfüllen (22. August 2026 für den Herbstzyklus 2026).
- Mit dem zugesandten Vorspielmaterial vorbereiten, da das Vorspiel selbst etwa 6-8 Wochen vor der Arbeitsphase stattfindet (5.-6. September 2026 für den Herbstzyklus).
- Nach einem erfolgreichen Vorspiel das Bestätigungsdokument unterschreiben und zurücksenden, per E-Mail oder Post an den Landesmusikrat Berlin, denn der Platz wird erst mit Eingang dieses unterschriebenen Formulars verbindlich.
- Den kompletten Arbeitsphasen-Kalender blockieren, Probenwochenende, Probenfahrt und Konzerttermin, da die Anwesenheit über die gesamte Phase nach Zulassung verpflichtend ist.
- 300 Euro pro Phase einplanen, und bei einer echten finanziellen Hürde direkt nach Ermäßigungen fragen.
Schritt für Schritt: Ein ernsthafter Chor ohne jahrelanges Warten
- Entscheiden, ob eine Schulanmeldung realistisch ist: Steht das Kind kurz vor Klasse 5 am Aufnahmepunkt des Händel-Gymnasiums (oder ist bereits dort) und ist die Familie offen für ein spezialisiertes Musik-Gymnasium, im Januar-Anmeldefenster vor diesem Schuljahr zur Aufnahmeprüfung anmelden.
- Ist ein Schulwechsel nicht realistisch, direkt dem Landesjugendchor Berlin über den Chorverband Berlin e.V. per E-Mail schreiben, mit Angaben zur Gesangserfahrung, zum Alter und zur Stimmlage des Kindes (oder der eigenen, da der Chor Sängerinnen und Sänger bis 26 Jahre aufnimmt).
- Das jährliche Sommervorspielfenster im Blick behalten, für den kommenden Zyklus rund um Juli und September erwartet, und beim Chor nachfragen, sobald konkrete Termine feststehen.
- Mit rund zehn Probenterminen im Jahr planen, einschließlich mindestens eines Wochenendes, deutlich leichter als die tägliche Ensemblestruktur eines schulgebundenen Chors.
Hinweis zur Verlässlichkeit
Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Informationen zum Landesjugendorchester Berlin, zum Rundfunk-Kinderchor Berlin, zum Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium und zum Landesjugendchor Berlin zusammen, Stand Ende Juli 2026, entnommen den eigenen Programmseiten des Landesmusikrat Berlin, der Institutionsdatenbank MIZ (Deutsches Musikinformationszentrum), den deutschen Wikipedia-Einträgen zu Orchester und Schule, den eigenen Chor- und Anmeldeseiten des Händel-Gymnasiums sowie der eigenen Seite des Chorverband Berlin e.V. zum Landesjugendchor Berlin. Vorspieltermine, Bewerbungsfristen, Kostenbeiträge, Bewertungsschwellen und Anmeldefenster können sich von Jahr zu Jahr ändern und ändern sich auch. Aktuelle Details vor jeder Planung direkt beim Landesmusikrat Berlin, beim Händel-Gymnasium oder beim Chorverband Berlin e.V. bestätigen.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Welches Alter und welches Niveau braucht mein Kind für das Landesjugendorchester Berlin wirklich?
Das LJO Berlin steht Musikerinnen und Musikern zwischen 14 und 21 Jahren offen, die ein klassisches Orchesterinstrument spielen und bereits eine solide instrumentale Ausbildung sowie idealerweise etwas Orchestererfahrung mitbringen. Es ist kein Anfängerensemble: Es existiert gezielt als Anschlussstufe für starke Teilnehmende, die aus dem Wettbewerb Jugend musiziert kommen, und die Aufnahme läuft über ein kompetitives Vorspiel, das von einer Jury aus LJO-Dozentinnen und -Dozenten beurteilt wird, nicht über eine Anmeldung nach dem Windhundprinzip. Ist Ihr Kind ein ernsthafter Musiker, aber neu in Berlin und mit Jugend musiziert nicht vertraut, ist das kein Hindernis für ein direktes Vorspiel, die Wettbewerbsgeschichte erklärt lediglich, warum es das Orchester überhaupt gibt, sie ist keine formale Bewerbungsvoraussetzung.
Wie läuft das Vorspiel tatsächlich ab, und was passiert, wenn mein Kind beim ersten Versuch nicht aufgenommen wird?
Bewerbungen laufen über ein Online-Formular auf der eigenen Website des Landesmusikrat Berlin; das Formular wird ausgefüllt und gespeichert, danach wird konkretes Vorspielmaterial zugeschickt. Das Vorspiel selbst findet etwa sechs bis acht Wochen vor Beginn der jeweiligen Arbeitsphase vor einer Jury aus LJO-Dozentinnen und -Dozenten statt, die über die Aufnahme entscheidet. Besteht das Kind das Vorspiel, wird abschließend das Bestätigungsdokument unterschrieben und per E-Mail oder Post an den Landesmusikrat Berlin zurückgeschickt, denn der Platz wird erst mit Eingang dieses unterschriebenen Formulars verbindlich. Da das Orchester jährlich zwei getrennte Arbeitsphasen (Frühjahr und Herbst) durchführt, kann ein Kind, das bei einem Zyklus nicht aufgenommen wird, einfach beim nächsten erneut vorspielen, statt ein ganzes Jahr zu warten.
Gibt es wirklich eine Gruppe namens Rundfunk-Jugendchor Berlin, bei der ich mein Kind einfach anmelden kann?
Nicht unter genau diesem Namen, jedenfalls nicht als aktuell Mitglieder aufnehmendes Ensemble mit eigenem offenen Vorspiel. Berlins Rundfunkchor-Tradition aus der DDR-Zeit ist real, aber was heute unter einem ähnlichen Namen fortbesteht, ist der Rundfunk-Kinderchor Berlin, 1955 gegründet, seit den 1970er-Jahren in das Chorprogramm des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums eingegliedert und heute formal keinem Sender mehr angeschlossen, er trägt lediglich seinen historischen Namen weiter. Wer speziell auf den Namen Rundfunk-Jugendchor gestoßen ist, sollte das eher als Verweis auf dieselbe größere Rundfunkchor-Tradition verstehen als auf eine getrennte, aktuell aktive Organisation mit eigenem Aufnahmeverfahren.
Wenn wir speziell den Rundfunk-Kinderchor Berlin wollen, wie sieht der reale Aufnahmezeitplan aus, und kann eine neu zugezogene Familie, die mitten in der Schulzeit ankommt, noch einsteigen?
Da der Chor einer von sechs Ensembles ist, die vollständig aus der eigenen Schülerschaft des Händel-Gymnasiums gespeist werden, bedeutet der Beitritt, dass das Kind an dieser Schule angemeldet sein muss, nicht nur ein Vorspiel für den Chor allein. Das Händel-Gymnasium ist unter Berliner Gymnasien insofern ungewöhnlich, als es bereits ab Klasse 5 aufnimmt (statt des üblicheren Übergangs von Klasse 6 zu 7), über eine eigene Musikaufnahmeprüfung. Die Anmeldung zu dieser Prüfung öffnet in der Regel Anfang Januar des Jahres vor der Einschulung (zum Beispiel 5. bis 9. Januar für einen bestimmten Jahrgang), für Kinder, die gerade die 4. Klasse abschließen. Das macht es zu einer wirklich Jahre im Voraus zu treffenden Entscheidung: Eine neu zugezogene Familie, deren Kind bereits über der 5. Klasse hinaus ist, hat dieses konkrete Aufnahmefenster für diesen speziellen Chor-Weg faktisch verpasst und müsste sich nach der kleineren, späteren Aufnahmeschiene der Schule ab Klasse 7 erkundigen, falls diese in dem Jahr läuft, oder es für ein jüngeres Geschwisterkind in Betracht ziehen.
Wir wollen die Schule nicht wechseln. Gibt es eine ernsthafte Berliner Chor-Option, die das nicht voraussetzt?
Ja, und es ist ein deutlich zugänglicherer Weg: der Landesjugendchor Berlin, der offizielle Auswahlchor des Chorverband Berlin e.V. (des städtischen Chorverbands). Er nimmt Sängerinnen und Sänger zwischen 14 und 26 Jahren auf, ganz ohne Voraussetzung einer Schulanmeldung. Vorspiele finden einmal jährlich im Sommer statt, und die Bewerbung ist so einfach wie eine kurze E-Mail an den Chor mit Angaben zur eigenen Gesangserfahrung, zum Alter und zur Stimmlage; man wird für die kommende Saison registriert und erhält Rückmeldung, sobald konkrete Vorspieltermine feststehen. Auch die zeitliche Verpflichtung ist leichter, rund zehn Probentermine im Jahr einschließlich mindestens eines Probenwochenendes, und das Repertoire ist zeitgenössische Popmusik statt klassischer Chorwerke, es handelt sich also um eine wirklich andere Art von Ensemble als den Rundfunk-Kinderchor, nicht um einen schwächeren Ersatz dafür.
Was kostet das Ganze wirklich, zwischen der Orchestergebühr und allem rund um das Händel-Gymnasium?
Für das Landesjugendorchester Berlin sollte man mit 300 Euro pro Arbeitsphase rechnen, an der das Kind teilnimmt, also bis zu 600 Euro im Jahr, wenn sowohl die Frühjahrs- als auch die Herbstphase besucht wird; die eigenen Materialien des Programms weisen darauf hin, dass das nur rund ein Viertel der tatsächlichen Kosten pro Musiker deckt, der Rest wird subventioniert, und bei nachgewiesener finanzieller Bedürftigkeit sind Ermäßigungen möglich, es lohnt sich, direkt danach zu fragen, statt von einer für alle festen Gebühr auszugehen. Die Aufnahme am Händel-Gymnasium selbst trägt über die üblichen Kosten des deutschen öffentlichen Schulwesens hinaus keine angegebene Gebühr, da es ein staatliches Gymnasium und keine private Akademie ist; die Aufnahmeprüfung selbst ist kostenlos. Der Landesjugendchor Berlin wiederum erwähnt in seinen eigenen Materialien überhaupt keine Mitgliedsgebühr.
