SPZ-Termin in München: Die Überweisung, ohne die nichts geht

Fällt bei einem Arzttermin eine Auffälligkeit in der Entwicklung Ihres Kindes auf, ist ein SPZ, ein Sozialpädiatrisches Zentrum, die Stelle in Deutschland, an der spezialisierte Diagnostik und Therapie für Entwicklungsstörungen und Behinderungen stattfindet, und München hat davon gleich drei. Das kbo-Kinderzentrum München behandelt nach eigenen Angaben rund 12.000 Kinder pro Jahr und gilt damit als größte spezialisierte Diagnostik- und Therapieambulanz dieser Art in Deutschland, mit einem breiten Schwerpunkt auf früher Diagnose und Therapie von Entwicklungsstörungen und Behinderungen. Das Sozialpädiatrische Zentrum am Klinikum Dritter Orden versteht sich selbst als Zentrum für chronische Erkrankungen und Entwicklungsförderung. Das iSPZ Hauner arbeitet seit 2010 in enger Kooperation mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital und bietet Diagnostik, Therapie und Beratung speziell bei chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter an. Bei keinem der drei Zentren reicht ein eigenständiger Anruf ohne Vorlauf: Für eine Neuanmeldung ist zuerst ein Überweisungsschein von einem Kinderarzt, einem Neurologen oder einem Kinder- und Jugendpsychiater nötig. Wie die Anmeldung danach konkret abläuft, unterscheidet sich von Zentrum zu Zentrum, beim kbo-Kinderzentrum etwa läuft sie für Kinder ab drei Jahren auch über ein digitales Patientenportal. Eine Wartezeit, die für alle drei Münchner SPZs gleichermaßen gilt, gibt es nicht, wie lange es bis zum ersten Termin dauert, hängt vom jeweiligen Zentrum und vom konkreten Anliegen ab, ein direkter Anruf beim gewählten Zentrum, sobald die Überweisung vorliegt, ist deshalb verlässlicher als jede pauschale Erwartung.

Drei Zentren mit jeweils eigenem Schwerpunkt

Ein SPZ, ein Sozialpädiatrisches Zentrum, ist in Deutschland die Anlaufstelle für spezialisierte Diagnostik und Therapie, wenn bei einem Kind eine Entwicklungsstörung oder eine Behinderung vorliegt oder vermutet wird. München verlässt sich dabei nicht auf ein einziges zentrales Haus, sondern hat drei eigenständige SPZs, und die drei sind in ihrem Schwerpunkt nicht austauschbar. Das kbo-Kinderzentrum München behandelt nach eigenen Angaben rund 12.000 Kinder pro Jahr und gilt damit als größte spezialisierte Diagnostik- und Therapieambulanz dieser Art in Deutschland, gegründet 1968 und seither Vorbild für zahlreiche vergleichbare Zentren im In- und Ausland. Der Schwerpunkt liegt breit auf früher Diagnose und Therapie von Entwicklungsstörungen und drohenden oder bestehenden Behinderungen bei Kindern und Jugendlichen von 0 bis 18 Jahren.

Das Klinikum Dritter Orden betreibt ein eigenes Sozialpädiatrisches Zentrum, das sich selbst ausdrücklich als Zentrum für chronische Erkrankungen und Entwicklungsförderung beschreibt und Kinder mit chronischen Erkrankungen, Folgeschäden, gesundheitlichen Problemen sowie Entwicklungsstörungen begleitet. Das iSPZ Hauner wiederum arbeitet seit 2010 in enger Kooperation mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum und zählt zu den größten und vielseitigsten sozialpädiatrischen Zentren Deutschlands. Sein Fokus liegt spezifisch auf Diagnostik, Therapie und Beratung bei chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, das interdisziplinäre Team unterstützt Familien bei komplexen Entwicklungsfragen und möglichen Störungsbildern.

Keines der drei Münchner SPZs nimmt einen neuen Patienten ohne vorherige Überweisung auf. Nötig ist ein Überweisungsschein, und der muss von einer von drei möglichen Stellen ausgestellt sein: einem Kinderarzt, einem Neurologen oder einem Kinder- und Jugendpsychiater. Ein Zentrum ohne diesen Schein direkt zu kontaktieren, verkürzt den Weg nicht, die Aufnahme hängt tatsächlich davon ab, dass die Überweisung von Anfang an vorliegt.

Münchens drei SPZs im Überblick
ZentrumSchwerpunkt
kbo-Kinderzentrum MünchenBreite frühe Diagnose und Therapie von Entwicklungsstörungen und Behinderungen, mit rund 12.000 Kindern pro Jahr das größte der drei
Klinikum Dritter OrdenChronische Erkrankungen und Entwicklungsförderung
iSPZ Hauner (Kooperation mit dem Dr. von Hauner'schen Kinderspital)Diagnostik, Therapie und Beratung bei chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Wie die Anmeldung nach der Überweisung konkret abläuft, unterscheidet sich von Zentrum zu Zentrum. Beim kbo-Kinderzentrum München läuft die Anmeldung für Kinder ab drei Jahren wahlweise über ein digitales Patientenportal, in das die Überweisung hochgeladen wird, oder über ein Formular per Post beziehungsweise Kontaktformular. Für Kinder unter drei Jahren ist der Ablauf anders organisiert, mit direktem telefonischem Kontakt zum zuständigen Fachbereich. Am Klinikum Dritter Orden gehört zur Anmeldung zusätzlich zur Überweisung ein Anamnesebogen, den Familien vorab ausfüllen. Bevor man beim iSPZ Hauner vorstellig wird, ist eine vorherige Abstimmung mit dem Kinderarzt vorgesehen. Es lohnt sich also, direkt beim jeweils zuständigen Zentrum nachzufragen, statt anzunehmen, dass die Anmeldung überall gleich funktioniert.

Zur Wartezeit lässt sich an dieser Stelle bewusst keine einzelne Zahl nennen, weil keine verlässlich für alle drei Münchner SPZs gleichermaßen gilt. Wie lange es bis zum ersten Termin dauert, hängt vom jeweiligen Zentrum, vom konkreten Anliegen und davon ab, wie dort aktuell priorisiert wird. Statt sich auf eine angenommene Zeitspanne zu verlassen, ist der verlässlichere Weg, das gewählte Zentrum direkt zu kontaktieren, sobald die Überweisung vorliegt, telefonisch oder über den jeweiligen Anmeldeweg, und dort konkret nach der aktuellen Wartezeit zu fragen.

Ein medizinischer Überweisungsschein und mehrere hölzerne Bauklötze liegen auf einer Untersuchungsliege in einer Kinderarztpraxis

Was Betroffene berichten

Familien, die diesen Weg schon gegangen sind, beschreiben immer wieder denselben Punkt, den man leicht unterschätzt: der Termin beim Kinderarzt, um überhaupt an den Überweisungsschein zu kommen, liegt zeitlich vor dem gesamten SPZ-Prozess, nicht parallel dazu. Wer schon beim ersten Eindruck einer möglichen Auffälligkeit den Kinderarzt anspricht, statt erst abzuwarten, bis sich der Verdacht bestätigt, gewinnt genau diese Vorlaufzeit, denn ohne Überweisung beginnt beim SPZ gar nichts.

Bei der Wahl zwischen den drei Münchner Zentren berichten Eltern häufig, dass sich das Gespräch mit dem überweisenden Arzt oder der überweisenden Ärztin gelohnt hat, gerade weil die drei Schwerpunkte auf den ersten Blick ähnlicher wirken, als sie tatsächlich sind. Wer sich stattdessen allein an der Entfernung zur Wohnung orientiert, landet mitunter in einem Zentrum, dessen fachlicher Fokus nicht optimal zur eigenen Situation passt. Praktisch berichten manche Familien außerdem, dass es hilft, beim ersten Telefonat oder bei der Anmeldung offen nach der aktuellen Auslastung zu fragen, statt stillschweigend auf eine Rückmeldung zu warten.

Schritt für Schritt

  1. Bei Entwicklungssorgen zuerst den Kinderarzt aufsuchen. Das ist der eigentliche erste Schritt, keine Zwischenstation vor dem SPZ.
  2. Vom Kinderarzt, einem Neurologen oder einem Kinder- und Jugendpsychiater einen Überweisungsschein ausstellen lassen, sobald eine Überweisung fachlich angezeigt ist. Ohne diesen Schein nimmt kein Münchner SPZ eine Neuanmeldung an.
  3. Mit dem überweisenden Arzt oder der überweisenden Ärztin besprechen, welches der drei Münchner SPZs am besten zur Situation Ihres Kindes passt, statt sich allein an der Wegstrecke zu orientieren.
  4. Sich direkt beim gewählten Zentrum anmelden und dabei klären, ob ein digitales Patientenportal zur Verfügung steht oder ob Formulare per Post beziehungsweise Kontaktformular verlangt werden.
  5. Beim gewählten Zentrum konkret nach der aktuellen Wartezeit für einen ersten Termin fragen, statt von einer festen Zahl auszugehen, diese unterscheidet sich tatsächlich je nach Zentrum und Fall.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag beschreibt den allgemeinen Rahmen für den Zugang zu SPZ-Leistungen in München, Stand Juli 2026. Er ersetzt keine medizinische Beratung, und einzelne Angaben zu Wartezeiten, Anmeldewegen und Schwerpunkten der Zentren können sich ändern. Wenden Sie sich bei konkreten Fragen zur Situation Ihres Kindes an Ihren Kinderarzt und kontaktieren Sie das jeweils zuständige SPZ direkt für aktuelle Informationen.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Können wir ein SPZ direkt anrufen und einen Termin bekommen, ohne vorher beim Kinderarzt gewesen zu sein?

Nein. Für eine Neuanmeldung verlangt jedes der drei Münchner SPZs zuerst einen Überweisungsschein, ausgestellt von einem Kinderarzt, einem Neurologen oder einem Kinder- und Jugendpsychiater. Das ist kein formaler Umweg, den man durch einen direkten Anruf beim Zentrum abkürzen kann, sondern die tatsächliche Zugangsvoraussetzung für den ersten Termin. Wenn Ihnen die Entwicklung Ihres Kindes Sorgen macht, ist der Weg über den Kinderarzt deshalb wirklich der erste Schritt, keine optionale Zwischenstation vor dem SPZ.

München hat gleich drei SPZs. Woran erkennen wir, welches zu unserem Kind passt?

Die drei Zentren setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Das kbo-Kinderzentrum München ist mit rund 12.000 behandelten Kindern pro Jahr das größte, mit einem breiten Fokus auf früher Diagnose und Therapie von Entwicklungsstörungen und Behinderungen. Das Sozialpädiatrische Zentrum am Klinikum Dritter Orden konzentriert sich auf chronische Erkrankungen und Entwicklungsförderung. Das iSPZ Hauner, in enger Kooperation mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital geführt, ist speziell auf Diagnostik, Therapie und Beratung bei chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ausgerichtet. Der überweisende Arzt oder die überweisende Ärztin kennt in der Regel am besten, welcher Schwerpunkt zur konkreten Situation Ihres Kindes passt, das ist meist eine verlässlichere Grundlage als die reine Entfernung zur Wohnung.

Wie lange müssen wir tatsächlich auf den ersten Termin warten?

Dafür gibt es keine einzelne verlässliche Zahl, die für alle Münchner SPZs gleichermaßen gilt. Wie lange es dauert, hängt vom jeweiligen Zentrum, vom konkreten Anliegen und davon ab, wie dort gerade priorisiert wird. Statt sich auf eine angenommene Wartezeit zu verlassen, lohnt es sich, das Zentrum, für das Sie sich entschieden haben, direkt zu kontaktieren, sobald die Überweisung vorliegt, telefonisch oder über den jeweiligen Anmeldeweg, und dort nach der aktuellen Zeitspanne bis zum ersten Termin zu fragen.