Keine Warteliste, sondern ein Konto: Warum in München zehn Tage über Ihren Kitaplatz entscheiden
Münchens offizielles System für die Kita-Suche und -Anmeldung heißt kita finder+, ein einziges Online-Portal, in dem Sie ein Benutzerkonto anlegen, die Daten Ihres Kindes eintragen und sich bei einzelnen Einrichtungen bewerben. Eine Anmeldung über kita finder+ ist dabei ein formeller Antrag auf einen Platz, keine Zusage und schon gar keine Reservierung. Für Kinder bis sechs Jahre können Sie zusätzlich eine Einrichtung als 'bevorzugt' markieren, die Stadt berücksichtigt diese Auswahl bei der Platzvergabe soweit wie möglich, ohne Ihre Chancen bei den anderen Einrichtungen zu schmälern, bei denen Sie sich beworben haben. Kommt eine Zusage, haben Sie genau zehn Tage, um sie online verbindlich anzunehmen, reagieren Sie nicht innerhalb dieser Frist, verfällt der Platz einfach. Noch bevor Sie das Portal überhaupt öffnen, hilft es zu wissen, dass Münchens Einrichtungstypen nicht austauschbar sind: Die Krippe deckt ungefähr die neunte Lebenswoche bis zum dritten Geburtstag ab, der Kindergarten das vollendete dritte Lebensjahr bis zur Einschulung, der Hort schulpflichtige Kinder der Jahrgangsstufen eins bis vier, und ein Haus für Kinder vereint mehrere dieser Altersbereiche unter einem Dach, sodass ein Kind beim Älterwerden nicht die Einrichtung wechseln muss. Die meisten städtischen Einrichtungen öffnen montags bis freitags, in der Regel von 7.30 bis 17 Uhr.
Die offizielle Regel
München wickelt die komplette Kita-Suche und -Anmeldung über ein einziges offizielles Werkzeug ab: kita finder+. Wer versteht, wie das Portal tatsächlich funktioniert, bevor die eigentliche Bewerbungsphase beginnt, erspart sich echten Zeitverlust und unnötigen Frust.
Der Ablauf beginnt mit einem persönlichen Benutzerkonto und den Angaben zu Ihrem Kind, danach folgen die Bewerbungen bei einzelnen Einrichtungen. Es lohnt sich, hier präzise zu bleiben: Eine Bewerbung über kita finder+ ist ein formeller Antrag auf Aufnahme, keine Reservierung und schon gar keine Garantie, selbst eine gut begründete Bewerbung sichert erst dann tatsächlich einen Platz, wenn eine konkrete Zusage im Konto eingeht.
| Einrichtungstyp | Altersbereich |
|---|---|
| Krippe | ab ca. der 9. Lebenswoche bis zum vollendeten 3. Lebensjahr |
| Kindergarten | vollendetes 3. Lebensjahr bis zur Einschulung |
| Hort | schulpflichtige Kinder, Jahrgangsstufen 1 bis 4 |
| Haus für Kinder | vereint mehrere der obigen Altersbereiche unter einem Dach |
Sie sind nicht auf eine einzige Bewerbung beschränkt, und München gibt Ihnen ein echtes Mittel an die Hand, um unter den Einrichtungen, bei denen Sie sich bewerben, Ihre tatsächliche Präferenz auszudrücken. Für Kinder bis sechs Jahre gilt laut der offiziellen Seite der Stadt: „Für Kinder bis sechs Jahre können Sie zudem eine Einrichtung als ‘bevorzugt’ markieren.” Diese Auswahl fließt danach wirklich in die Vergabe ein, denn wie die Stadt selbst formuliert, „wird diese Auswahl soweit wie möglich berücksichtigt”, ohne dabei Ihre Chancen bei den übrigen Einrichtungen zu schmälern, bei denen Sie sich ebenfalls beworben haben. Die Kindertageseinrichtungssatzung ergänzt dazu ein Detail, das selten irgendwo erwähnt wird: Eine bevorzugte Einrichtung lässt sich nur einmal pro Kind festlegen, ausschließlich über das Online-Verfahren und nur bis zum jeweiligen Anmeldestichtag, für Hortplätze und Plätze im Altersbereich Schulkinder besteht diese Möglichkeit ohnehin gar nicht erst.
Kommt eine Zusage, hängt daran eine echte, feste Frist: zehn Tage. Zusagen gehen nach Ablauf des Anmeldestichtags über Ihr kita finder+ Konto ein, und Sie können einen Platz innerhalb dieses Zeitfensters direkt und verbindlich online annehmen. Die Formulierung der Stadt lässt dabei keinen Interpretationsspielraum: „Wenn Sie die Zusage nicht innerhalb von zehn Tagen annehmen, verfällt Ihr Platz.” Das ist kein unverbindlicher Hinweis, sondern der tatsächliche Mechanismus, über den ein Platz an die nächste Familie auf der Liste weitergereicht wird.
Ein Einrichtungstyp lohnt sich, schon vor der ersten Bewerbung genauer zu verstehen: das Haus für Kinder. Statt einer eigenen, abgegrenzten Altersstufe handelt es sich um eine kombinierte Einrichtung, die mehrere Altersbereiche unter einem Dach vereint, mal Krippe und Kindergarten zusammen, mal durchgehend von den ersten Lebenswochen bis weit ins Schulalter hinein. Der eigentliche praktische Vorteil ist Kontinuität: Ein Kind kann im selben Gebäude und in derselben Gemeinschaft bleiben, während es sich entwicklungsmäßig weiterbewegt, statt beim Übergang in die nächste Altersstufe eine komplett neue Einrichtung, und oft auch ein komplett neues Bewerbungsverfahren, durchlaufen zu müssen. Die Satzung selbst hält allerdings fest, dass beim Wechsel zwischen den Altersbereichen auch innerhalb eines Hauses für Kinder ein erneutes Auswahlverfahren nötig ist, Kontinuität bedeutet hier also vor allem denselben Ort und dieselbe vertraute Umgebung, nicht den völligen Wegfall jeder Formalität.

Was Eltern berichten
In Elternforen wie urbia zieht sich ein Thema durch fast jede München-Diskussion zum Thema Kitaplatz: Wie lange die Wartezeit tatsächlich dauert und wie wenig Rückmeldung man zwischendurch bekommt. Mehrere Eltern beschreiben, dass sie trotz eines Anmeldestichtags im März erst im Juni oder sogar später tatsächlich eine Zusage erhalten haben, weil die Vergabe in mehreren Runden läuft und Einrichtungen bis in den Sommer hinein Plätze freihalten oder nachbesetzen müssen. Ein wiederkehrender praktischer Hinweis aus genau diesen Foren: Über kita finder+ erhalten Sie in der Regel keine ausdrücklichen Absagen, nur Zusagen, weil die Einrichtungen schlicht nicht die Kapazität haben, auf jede einzelne Bewerbung individuell zu antworten. Bleibt die Zusage lange aus, empfehlen erfahrene Eltern, sich nicht einfach auf das Portal zu verlassen, sondern zusätzlich direkt bei den Wunscheinrichtungen nachzufragen, an Tagen der offenen Tür teilzunehmen oder sich rechtzeitig an die städtische Elternberatung zu wenden.
Zur Zehn-Tage-Frist für eine Zusage berichten Familien, die zum ersten Mal durch den kita finder+ Prozess gehen, immer wieder, dass sie deren tatsächliche Verbindlichkeit unterschätzt hatten. Der praktische Rat, der sich daraus ergibt, ist simpel: eine Einrichtung, die realistisch infrage kommt, schon vor einer Zusage zu besichtigen oder zu kontaktieren, statt diese Recherche erst zu beginnen, wenn die Uhr bereits läuft.
Schritt für Schritt
- Legen Sie Ihr kita finder+ Konto an und tragen Sie die Daten Ihres Kindes ein, sobald es der eigene Zeitplan zulässt.
- Recherchieren und bewerben Sie sich bei mehreren Einrichtungen statt nur bei einer, im Bewusstsein, dass jede Bewerbung ein Antrag ist, keine Garantie.
- Markieren Sie Ihre echte Wunscheinrichtung als ‘bevorzugt’, sofern Ihr Kind noch nicht sechs Jahre alt ist, das fließt in die Vergabe ein, ohne Ihre anderen Bewerbungen zu schwächen.
- Ziehen Sie ein Haus für Kinder gezielt in Betracht, wenn Ihnen Kontinuität beim Übergang von der Krippe in den Kindergarten wichtig ist.
- Behandeln Sie die Zehn-Tage-Frist ab dem Moment einer Zusage als fest, besuchen oder kontaktieren Sie die Einrichtung zügig, falls Sie vor der Entscheidung noch mehr wissen müssen.
Rechtlicher Hinweis
Diese Seite erklärt den allgemeinen kita finder+ Prozess und Münchens Kita-Einrichtungstypen, konkrete Fristen, Vergabekriterien und die tatsächliche Platzverfügbarkeit können sich aber von Jahr zu Jahr ändern. Für Ihre eigene Anmeldung bestätigen Sie aktuelle Details direkt über das kita finder+ Portal oder das städtische Referat für Bildung und Sport/KITA.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Wir haben uns über kita finder+ bei fünf Kitas beworben. Schadet es den anderen Bewerbungen, wenn wir eine davon als 'bevorzugt' markieren?
Nein, eine bevorzugte Einrichtung zu markieren wirkt sich nicht negativ auf Ihre anderen Bewerbungen aus. Die Stadt selbst beschreibt das so: 'Bei der Platzvergabe für städtische und weitere teilnehmende Kitas wird diese Auswahl soweit wie möglich berücksichtigt.' Es handelt sich um ein zusätzliches Gewicht zugunsten Ihrer Wunscheinrichtung, nicht um eine Einschränkung Ihrer Chancen bei den übrigen Einrichtungen, bei denen Sie sich beworben haben. Ein Detail aus der Kindertageseinrichtungssatzung selbst lohnt sich dabei zu kennen: Die bevorzugte Einrichtung lässt sich nur einmal pro Kind festlegen, ausschließlich über das Online-Anmeldeverfahren, und nur bis zum jeweiligen Anmeldestichtag, danach ist keine Änderung mehr möglich. Für Hortplätze und Plätze im Altersbereich Schulkinder gibt es diese Möglichkeit ohnehin nicht, sie betrifft ausschließlich den Bereich bis sechs Jahre.
Wir haben eine Zusage bekommen, sind uns aber nicht sicher, ob die Einrichtung wirklich passt. Können wir uns mehr Zeit nehmen?
Praktisch nicht, die Zehn-Tage-Frist ist fest. Die Stadt formuliert das ziemlich unmissverständlich: 'Wenn Sie die Zusage nicht innerhalb von zehn Tagen annehmen, verfällt Ihr Platz.' Es gibt keinen Aufschub, keine Verlängerung auf Anfrage, der Platz geht danach schlicht an die nächste Familie auf der Liste. Wenn Sie unsicher sind, lohnt es sich, die Einrichtung innerhalb dieser zehn Tage zu besuchen oder direkt anzurufen, um die Informationen zu bekommen, die Sie für eine Entscheidung brauchen, statt die Frist verstreichen zu lassen, während Sie noch abwägen.
Unser Kind wird bald drei, ist aber noch 2,5 Jahre alt. Bewerben wir uns für die Krippe oder gleich für den Kindergarten?
Das hängt genau vom Zeitpunkt des dritten Geburtstags relativ zum Kindertageseinrichtungsjahr ab. Laut der Kindertageseinrichtungssatzung werden Kindergartenplätze grundsätzlich ab dem vollendeten dritten Lebensjahr vergeben, wobei Kinder, die am 1. September bereits zwei Jahre und zehn Monate alt sind, für die Rangfolge schon der Altersgruppe der Dreijährigen zugerechnet werden können. Genau in dieser Übergangsphase lohnt sich ein Haus für Kinder besonders, weil es Krippen- und Kindergartenbereich unter einem Dach vereint und Ihr Kind beim Aufrücken in den nächsten Altersbereich, laut Satzung übrigens mit einem eigenen, erneuten Auswahlverfahren, nicht zwingend die Einrichtung wechseln muss.
Gibt es eine empfohlene Anzahl an Kitas, bei denen wir uns über kita finder+ bewerben sollten?
Eine offizielle Zahl veröffentlicht die Stadt nicht. Was sie aber sehr wohl beziffert, ist die schiere Größenordnung: Für das Kitajahr 2026/2027 geht die Stadt von rund 120.000 Betreuungsplätzen in München aus, wovon jährlich etwa ein Drittel neu vergeben wird, eine einzelne Bewerbung bei nur einer nahegelegenen Einrichtung konkurriert also tatsächlich in einem sehr großen Pool. In Elternforen wie urbia berichten aktive Eltern häufig, dass sie sich bewusst über mehrere Stadtviertel verteilt beworben haben, etwa sowohl in Wohnungs- als auch in Arbeitsplatznähe, statt sich auf die eine nächstgelegene Option zu verlassen, weil jede Bewerbung über kita finder+ eben nur ein formeller Antrag ist, keine Platzzusage. Ein Punkt, der in denselben Foren immer wieder auftaucht: Über kita finder+ erhalten Sie in der Regel keine ausdrücklichen Absagen, sondern ausschließlich Zusagen, weil die Einrichtungen schlicht nicht die Kapazität haben, jede einzelne Bewerbung individuell zu beantworten. Wer bis Ende März oder Anfang April keine Rückmeldung hat, sollte sich aktiv an die städtische Elternberatung wenden, statt einfach abzuwarten.
Wie viele Wochen im Jahr schließen Münchens Kitas, und wie viel Vorlauf bekommen wir dafür?
Für städtische Kitas regelt das die Kindertageseinrichtungssatzung (Vorschrift 578) in § 10 Schließungszeiten ziemlich genau: Eine Einrichtung kann kalenderjährlich für zwei zusammenhängende Wochen innerhalb der Ferien geschlossen werden, meist der Block, den Familien als die große Sommerschließung erleben, dazu kommen bis zu drei Klausurtage (Teamfortbildung und Planung) und bis zu sieben weitere Ferientage oder Fenstertage, insgesamt also eher vier Wochen verteilt über das Jahr als ein einziger Block. Zusätzlich sind Kitas an gesetzlichen Feiertagen, am 24. und 31. Dezember jeweils ganztägig und am Faschingsdienstag ab 12 Uhr geschlossen. Wenn Sie während einer dieser geplanten Schließzeiten eine Ersatzbetreuung in einer anderen Einrichtung möchten, müssen Sie laut Satzung mindestens vier Wochen vorher einen schriftlichen Antrag stellen, und diese Möglichkeit besteht ausdrücklich nicht für Kinder in der Krippe oder für Kinder unter drei Jahren in Kindergarten oder Haus für Kinder. Private und internationale Kitas sind an diese städtische Satzung nicht gebunden, deren Schließkalender sollten Sie direkt bei der Einrichtung erfragen.
Viele Münchner Kitas werden von Caritas (katholisch) oder Diakonie (evangelisch) getragen. Schadet es unseren Chancen, wenn wir nicht Kirchenmitglied sind?
Nach dem, was die Träger selbst sagen und was einzelne Einrichtungen tatsächlich veröffentlichen, nicht zwingend. Das Erzbistum München und Freising formuliert es für seine katholischen Kindertageseinrichtungen ausdrücklich so: 'Sie sind gerade deshalb grundsätzlich offen für alle Kinder und tolerant gegenüber anderen Konfessionen, Religionen und gegenüber nichtreligiösen Menschen.' Weder Taufe noch Kirchenmitgliedschaft stehen also grundsätzlich einer Aufnahme entgegen. Allgemeine Quellen zu katholisch getragenen Kitas weisen aber darauf hin, dass es vorkommen kann, wenn auch nicht überall, dass eine Einrichtung katholische oder mitgliedschaftlich gebundene Familien informell bevorzugt, wenn die Plätze besonders knapp sind, konkrete, öffentlich einsehbare Aufnahmekriterien einzelner Häuser nennen dafür aber meist andere Kriterien wie Wohnort, Geschwisterkinder oder Berufstätigkeit der Eltern. Wenn Ihnen eine bestimmte Caritas- oder Diakonie-Kita besonders wichtig ist, lohnt sich der Blick auf deren eigene, veröffentlichte Aufnahmekriterien, statt von einer stadtweiten Regel in die eine oder andere Richtung auszugehen.