Der Fersen-Bluttest, den Ihr Neugeborenes in Hamburg bereits hatte, und was sich 2025 geändert hat

Das Neugeborenenscreening, eine kleine Blutprobe aus der Ferse oder Vene Ihres Neugeborenen zwischen der 36. und 72. Lebensstunde, ist ein bundesweiter Standard, festgelegt durch die Kinder-Richtlinie des G-BA, nicht etwas, das sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. In Hamburg wird die Probe im eigenen dafür vorgesehenen Labor der Stadt verarbeitet, dem Screeningzentrum Nord am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), getrennt von der Praxis Ihres Kinderarztes und der Reihe der U-Untersuchungen. Es wird auf ein festgelegtes Spektrum seltener, aber ernster Stoffwechsel-, hormoneller, Blut-, Immunsystem- und neuromuskulärer Erkrankungen sowie Mukoviszidose untersucht, bei denen frühzeitiges Erkennen den Verlauf wirklich verändert. Ein echter, jüngerer Wandel ist hier wichtig: Seit eine Reform des G-BA am 14. Januar 2025 in Kraft getreten ist, wird ein auffälliger Befund nun innerhalb von höchstens 72 Stunden direkt von der Ärztin oder dem Arzt des Screeninglabors selbst an die Eltern übermittelt, zusammen mit einem neuen Erinnerungssystem, das verpasste Kontrollblutentnahmen oder Facharzttermine erfasst, anstelle des früheren Ablaufs, bei dem Befunde zunächst an die Geburtsklinik weitergeleitet wurden und der zu Verzögerungen führen konnte. Ein unauffälliges Ergebnis wird Ihnen weiterhin standardmäßig nicht von sich aus mitgeteilt, Schweigen bleibt bundesweit das vorgesehene Ergebnis, aber Sie können beim Screeninglabor direkt nachfragen, wenn Sie ausdrücklich eine Bestätigung wünschen.

Die offizielle Regel

Irgendwann in der Unübersichtlichkeit der ersten Tage Ihres Babys in einer Hamburger Klinik oder einem Geburtshaus hat eine Ärztin, ein Arzt oder eine Hebamme die Ferse für eine kleine Blutprobe angestochen, und sofern nichts Konkretes auffiel, haben Sie davon wahrscheinlich nie wieder gehört. Dieses Schweigen ist wirklich Absicht, keine Lücke im System, aber es lohnt sich zu verstehen, was tatsächlich passiert ist und was sich kürzlich geändert hat, falls doch etwas auffällt.

Die Probe für das Neugeborenenscreening wird zwischen der 36. und 72. Lebensstunde Ihres Babys entnommen, ein bundesweit festgelegtes Zeitfenster nach der Kinder-Richtlinie des G-BA, der Bundesrichtlinie, die Früherkennungsuntersuchungen in ganz Deutschland regelt. Das ist keine Hamburg-spezifische oder Bayern-spezifische Regel, sie gilt überall in Deutschland gleich, egal wo Ihr Baby geboren wird. Was sich lokal unterscheidet, ist, welches Labor die Probe tatsächlich verarbeitet: In Hamburg ist das das Screeningzentrum Nord, eine eigene Einheit innerhalb der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), bestätigt als das zuständige Screeninglabor der Stadt durch das eigene Verzeichnis der Deutschen Gesellschaft für Neugeborenenscreening. Das ist ein wirklich eigenständiger Vorgang, getrennt von der Praxis Ihres Kinderarztes oder der im U-Heft dokumentierten U1-U9-Reihe, stattdessen wird auf ein festgelegtes Spektrum seltener, aber ernster Stoffwechsel-, hormoneller, Blut-, Immunsystem- und neuromuskulärer Erkrankungen sowie Mukoviszidose untersucht, bei denen frühzeitiges Erkennen den Verlauf für das Kind wirklich verändert.

Neugeborenenscreening vs. U-Untersuchungen, in Hamburg
NeugeborenenscreeningU-Untersuchungen (U1-U9)
Durchgeführt vonScreeningzentrum Nord (UKE), Hamburgs zuständiges LaborDie Praxis Ihres Kinderarztes
WannEinmalig, 36-72 Stunden nach der GeburtFortlaufende Reihe bis zum Alter von 5 Jahren
Auffälliges ErgebnisDie Ärztin oder der Arzt des Labors kontaktiert Sie direkt innerhalb von 72 Stunden (seit 14. Januar 2025)Wird direkt beim jeweiligen Termin besprochen
Normales ErgebnisWird nur auf Nachfrage mitgeteiltWird bei jedem Termin direkt mit Ihnen dokumentiert

Das Detail, das viele Eltern überrascht, besonders Neuankömmlinge: Ein normales Ergebnis wird Ihnen weiterhin in der Regel überhaupt nicht von sich aus mitgeteilt. Das bleibt bundesweit nach der Kinder-Richtlinie so, Schweigen ist das erwartete, beabsichtigte Ergebnis eines normalen Screenings, kein Zeichen dafür, dass etwas verloren gegangen oder übersehen wurde. Das läuft der Art entgegen, wie die meisten anderen medizinischen Ergebnisse funktionieren, bei denen man üblicherweise erwarten würde, in jedem Fall informiert zu werden, und genau deshalb überrascht es Menschen.

Was sich wirklich und erst kürzlich geändert hat, ist, wie ein auffälliger Befund Sie erreicht. Laut der eigenen Pressemitteilung des G-BA zu seinem neuen Mitteilungskonzept bedeutet eine am 14. Januar 2025 in Kraft getretene Reform, dass bei einem verdächtigen Screening-Ergebnis die Ärztin oder der Arzt des Screeninglabors die Eltern nun direkt kontaktiert, innerhalb von höchstens 72 Stunden nach dem Befund, statt wie beim früheren Ablauf zunächst die Geburtsklinik zu benachrichtigen, ein Schritt, der zu echter Verzögerung führen konnte, bevor eine Familie überhaupt etwas erfuhr. Dieselbe Reform führte ein Erinnerungssystem ein: Verpassen Eltern eine geplante Kontrollblutentnahme, hakt das Labor nach, und wird ein vermittelter Facharzttermin verpasst, wird das Labor benachrichtigt und meldet sich erneut, um zu betonen, wie zeitkritisch die Nachverfolgung ist. Das offizielle Elterninformationsdokument des G-BA bestätigt, dass dieses schnellere, direktere Kontaktmodell nun bundesweit Standard ist, auch für Hamburger Familien.

Eine kleine Blutentnahmekarte mit mehreren Kreisen für Tropfen, verwendet für das Neugeborenenscreening, auf einem Klinik-Tablett liegend

Was Betroffene berichten

Das wiederkehrende Muster, wie Eltern das schildern, ist eine echte, wenn auch kurze Verwirrung: Irgendwann in der Unübersichtlichkeit der Neugeborenenzeit wurde ein Fersen-Bluttest gemacht, und dann nichts, kein Anruf, kein Brief, keine Erwähnung beim nächsten Termin bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Sobald Eltern erfahren, dass Schweigen bei einem normalen Ergebnis tatsächlich das vorgesehene Ergebnis ist und kein Versehen, löst sich die Verwirrung meist schnell auf, auch wenn es ein Detail ist, das wirklich hilfreich wäre, es vorab zu kennen, statt es erst bei der Suche nach einer Antwort zu entdecken.

Eltern, die gezielt eine Bestätigung eines normalen Ergebnisses wollten, beschreiben, dass sie einfach ihre Geburtsklinik, Hebamme oder das Screeningzentrum Nord direkt gefragt und eine klare Antwort bekommen haben, die Information ist nicht verborgen, sie wird nur nicht automatisch an Sie herangetragen wie andere Ergebnisse. Seit der Reform vom Januar 2025 beschreiben Eltern, die tatsächlich einen Rückruf zu einem auffälligen Befund erhalten haben, den direkten Kontakt durch die Ärztin oder den Arzt des Labors selbst, statt einer verzögerten, über die Geburtsklinik weitergeleiteten Nachricht, als echte Verbesserung gegenüber dem früheren Ablauf.

Schritt für Schritt

  1. Wissen Sie, dass der Fersen-Bluttest Ihres Neugeborenen vom Screeningzentrum Nord (UKE) verarbeitet wird, ein eigenständiger Vorgang, getrennt von den regulären U-Untersuchungen Ihres Kinderarztes.
  2. Deuten Sie Schweigen zum Ergebnis nicht als Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist, ein normales Ergebnis wird in der Regel überhaupt nicht von sich aus mitgeteilt.
  3. Möchten Sie eine ausdrückliche Bestätigung eines normalen Ergebnisses, fragen Sie direkt bei Ihrer Geburtsklinik, Hebamme oder dem Screeningzentrum Nord nach, diese Information ist auf Nachfrage verfügbar.
  4. Ist ein Befund auffällig, erwarten Sie, dass die Ärztin oder der Arzt des Labors Sie seit der Reform vom Januar 2025 innerhalb von 72 Stunden direkt kontaktiert, statt darauf zu warten, es über Umwege durch Ihre Geburtsklinik zu erfahren.
  5. Wird ein Kontrolltest oder ein Facharzttermin vermittelt, gehen Sie nicht davon aus, dass Sie das aufschieben können, das neue Erinnerungssystem wird nachhaken, aber es von Anfang an als zeitkritisch zu behandeln, ist die sicherere Herangehensweise.

Hinweis zur Verlässlichkeit

Diese Seite erklärt den allgemeinen bundesweiten Rahmen des Neugeborenenscreenings und Hamburgs eigenes zuständiges Screeninglabor, aktuell zur Jahresmitte 2026. Sie ist keine medizinische Beratung. Für Fragen zum Screening oder den Ergebnissen Ihres konkreten Kindes wenden Sie sich direkt an Ihre Geburtsklinik, Ihre Hebamme, Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt oder das Screeningzentrum Nord.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Wir haben nie etwas zum Fersen-Bluttest unseres Babys gehört. Bedeutet das, dass er nicht stattgefunden hat oder verloren gegangen ist?

Fast sicher keines von beiden. Nach der bundesweiten Kinder-Richtlinie des G-BA wird ein unauffälliges (normales) Ergebnis den Eltern in der Regel überhaupt nicht von sich aus mitgeteilt, das ist bundesweit die vorgesehene Standardregelung, keine Hamburg-spezifische Lücke. Schweigen ist das erwartete Ergebnis bei einem unauffälligen Screening, kein Zeichen dafür, dass die Probe verloren gegangen ist oder der Test übersprungen wurde, und Hamburgs Screeningzentrum Nord am UKE verarbeitet und verfolgt routinemäßig jede eingehende Probe.

Ist das dasselbe wie die U-Untersuchungen oder das U-Heft?

Nein, und genau das ist die Verwechslung, die es wert ist, aufgeklärt zu werden. Das Neugeborenenscreening wird als eigener, eigenständiger Vorgang vom Screeningzentrum Nord verarbeitet, einer eigenen Laboreinheit innerhalb des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), getrennt von der Praxis Ihres Kinderarztes und der im U-Heft dokumentierten U1-U9-Untersuchungsreihe. Es findet einmalig, sehr früh, mittels einer Fersen- oder Venenblutprobe statt, statt Teil des fortlaufenden U-Untersuchungsplans zu sein.

Was hat sich mit der Reform vom Januar 2025 tatsächlich geändert, und betrifft das auch ein normales Ergebnis?

Die Reform betrifft speziell auffällige Befunde. Seit dem 14. Januar 2025 kontaktiert die Ärztin oder der Arzt des Labors bei einem verdächtigen Screening-Ergebnis die Eltern nun direkt, innerhalb von höchstens 72 Stunden, statt wie beim früheren Ablauf zunächst die Geburtsklinik zu benachrichtigen und zu hoffen, dass die Nachricht die Familie ohne Verzögerung erreicht. Ein neues Erinnerungssystem hakt außerdem automatisch nach, wenn Eltern eine geplante Kontrollblutentnahme oder einen vermittelten Facharzttermin verpassen. Normale Ergebnisse stehen nicht im Fokus dieser konkreten Reform, die bestehende Regel, dass unauffällige Befunde nur auf Nachfrage mitgeteilt werden, gilt weiterhin, dieselbe Information bestätigt jedoch, dass Eltern beim Screeninglabor aktiv um Bestätigung bitten können, wenn sie das möchten.

Welches Labor bearbeitet Hamburgs Neugeborenenscreening tatsächlich, und können wir direkt Kontakt aufnehmen?

Das Screeningzentrum Nord, Teil der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, ist Hamburgs zuständiges regionales Screeninglabor, gelegen in Gebäude N22, Erdgeschoss, Martinistr. 52, 20246 Hamburg. Möchten Sie sich nach einem konkreten Ergebnis erkundigen, ist Ihre Geburtsklinik oder Hebamme meist der schnellste erste Kontakt, da diese in der Regel die Zuweisungsdaten haben, aber auch das Labor selbst ist direkt erreichbar, falls Sie nachfragen müssen.