Frankfurt Welcome & Information Center: Mehr als ein Empfangstresen für Neuankömmlinge

Das Frankfurt Welcome & Information Center, betrieben vom AmkA (Amt für multikulturelle Angelegenheiten) in der Mainzer Landstraße 293 im Gallus, ist deutlich umfassender als die Anlaufstellen für Neuankömmlinge, die andere deutsche Städte betreiben. Das AmkA wurde 1989 als erstes kommunales Amt seiner Art in Deutschland gegründet, und die eigene Beratung deckt weit mehr ab als die erste Ankunftswoche: Migration und Deutschlernen, finanzielle Unterstützung wie Kindergeld oder Wohngeld, Familienunterstützung, berufliche Anerkennung, Familienzusammenführung für Geflüchtete, Behinderung und Inklusion, Schuldnerprävention, Probleme mit Energierechnungen, gezielte Unterstützung für afghanische Frauen und Diskriminierungsfälle, offen für alle Einwohnerinnen und Einwohner, nicht nur für gerade Angekommene. Die Beratung läuft ohne Termin, montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, auf Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen. Wer tatsächlich Diskriminierung durch ein Frankfurter Amt oder einen städtischen Dienst erlebt hat, wendet sich an eine eigene Stelle innerhalb des AmkA, die Ombudsstelle Antidiskriminierung, per Telefon, E-Mail oder schriftlichem Formular, auf Deutsch, Englisch oder Türkisch.

Die offizielle Regel

Die meisten deutschen Städte betreiben irgendeine Form von Willkommens-Schalter für Neuankömmlinge. Der in Frankfurt ist umfangreicher als bei den meisten, und es lohnt sich, den Grund dafür zu verstehen, bevor man annimmt, es handle sich nur um eine Formalität in der Ankunftswoche. Das Frankfurt Welcome & Information Center in der Mainzer Landstraße 293 im Stadtteil Gallus wird vom AmkA, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten, betrieben und ist laut eigener Darstellung ausdrücklich dafür gebaut, “direkt mit Beratung, Information, kulturellen Angeboten und Beschwerdemöglichkeiten an einem Ort” zu helfen.

Die Beratung läuft ohne Termin, offene Sprechzeit: montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr verlängert. Das Personal arbeitet auf Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen, erreichbar telefonisch unter 069 212-41515 oder per E-Mail an amka.info@stadt-frankfurt.de.

Frankfurt Welcome & Information Center: Mainzer Landstraße 293, 60326 Frankfurt (Gallus). Erreichbar mit S-Bahn-Linien S3, S4, S5, S6, Buslinie 52 und den Straßenbahnen 11, 14, 21 bis Galluswarte.

Warum es mehr abdeckt als “Wie melde ich mich an”

Das ist der Punkt, den Neuankömmlinge bei der Recherche aus dem Ausland leicht übersehen, weil die meisten Willkommens-Zentren anderer Städte wirklich auf die ersten paar Wochen zugeschnitten sind und nicht viel mehr. AmkA ist aus einem strukturellen Grund anders: Es ist Deutschlands erstes kommunales Amt seiner Art, 1989 in Frankfurt gegründet, und das später bundesweit bekannte “Frankfurter Modell” fand damals in ganz Deutschland Beachtung als eigenständiger Ansatz kommunaler Integrationsarbeit, laut frankfurt.des eigener Geschichte des Amtes.

Diese Geschichte zeigt sich heute in einem tatsächlich breiten Beratungsauftrag. AmkAs eigene Seite „Beratung vor Ort” listet Themen, die weit über eine typische Ankunfts-Checkliste hinausgehen:

Was die Beratung im Welcome & Information Center tatsächlich abdeckt
ThemaFür wen
Migration und DeutschlernenNeuankömmlinge bei den ersten Schritten
Finanzielle Unterstützung (Kindergeld, Wohngeld)Alle mit einer Antrags- oder Anspruchsfrage
FamilienunterstützungFamilien jeder Herkunft
Berufliche und QualifikationsanerkennungAlle mit einer ausländischen Qualifikation zur Anerkennung
Familienzusammenführung für GeflüchteteGeflüchtete Haushalte
Behinderung und InklusionEinwohner mit Behinderung oder Inklusionsbedarf
SchuldnerpräventionAlle mit finanziellem Risiko
Streit um EnergierechnungenEinwohner mit unerwarteten Energiekosten-Problemen
Gezielte Unterstützung für afghanische FrauenEin eigenes Programm
DiskriminierungsfälleAlle, die Diskriminierung erlebt haben

Entscheidend: Nichts davon ist auf die ersten Wochen in Frankfurt beschränkt. AmkAs eigene Beschreibung der Zielgruppe ist eindeutig: Das Zentrum dient Familien, Geflüchteten, Menschen mit Behinderung und Menschen, die generell Diskriminierung erleben, nicht einer engeren Kategorie „gerade angekommen”. Wer seit drei Jahren in Frankfurt lebt und plötzlich ein Wohngeld-Problem oder eine Frage zur Schuldnerprävention hat, für den gilt dieselbe offene Beratung.

Zwei Personen betrachten gemeinsam ein Formular auf einem Schreibtisch während eines Beratungsgesprächs

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Diskriminierung: ein wirklich eigener, spezifischerer Kanal

Der allgemeine Beratungsschalter kann eine erste rechtliche Einschätzung einer Diskriminierungserfahrung geben und auf den passenden nächsten Schritt hinweisen, aber wenn es konkret um eine Ungleichbehandlung im Kontakt mit einem Frankfurter Amt oder Betrieb oder bei der Nutzung eines städtischen Dienstes oder Angebots geht, betreibt das AmkA dafür eine eigene Stelle: die Ombudsstelle Antidiskriminierung.

AmkAs eigene Anleitung für Betroffene von Diskriminierung beschreibt den Ablauf klar:

  1. Ombudsstelle kontaktieren: 069 212-30111, oder amka.antidiskriminierung@stadt-frankfurt.de, auf Deutsch, Englisch oder Türkisch.
  2. Schriftliches Beschwerdeformular ausfüllen, verfügbar auf Deutsch und Englisch.
  3. Per E-Mail oder Post einreichen an die Ombudsstelle Antidiskriminierung, Mainzer Landstraße 293, 60326 Frankfurt am Main.
  4. Die Stelle prüft den Fall aus neutraler Position und arbeitet auf eine Klärung hin, innerhalb ihrer angegebenen Zuständigkeit für städtische Ämter, Betriebe und Dienste.

Der Zuständigkeitsbereich ist hier wichtig: Diese konkrete Stelle bearbeitet Diskriminierung im Zusammenhang mit Frankfurts eigener Stadtverwaltung oder städtischen Diensten, nicht Diskriminierung im allgemeinen Sinn (ein privater Vermieter oder Arbeitgeber zum Beispiel fällt nicht in ihre Zuständigkeit und braucht einen anderen Kanal). Wer unsicher ist, ob die eigene Situation passt, sollte zuerst am allgemeinen Beratungsschalter des Welcome & Information Center nachfragen, statt zu raten, das Personal dort verweist bei Bedarf an die Ombudsstelle oder an die richtige andere Stelle.

Was mitgebracht werden sollte

Schritt für Schritt

  1. Zur Mainzer Landstraße 293 während der offenen Sprechzeit gehen: montags bis freitags 10 bis 14 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr. Kein Termin nötig.
  2. Das Anliegen auf Deutsch, Englisch oder der bevorzugten unterstützten Sprache schildern, das Personal verweist an die passende konkrete Beratungsschiene.
  3. Bei einer finanziellen, familiären, beruflichen Anerkennungs- oder Behinderungsfrage bereits vorhandene Unterlagen mitbringen, um das Gespräch zu beschleunigen.
  4. Bei einem Diskriminierungsfall mit einem Frankfurter Amt, Betrieb oder Dienst direkt die Ombudsstelle Antidiskriminierung unter 069 212-30111 kontaktieren und das schriftliche Beschwerdeformular anfordern.
  5. Bei Unsicherheit, welche Schiene zutrifft, trotzdem am allgemeinen Beratungsschalter beginnen, genau dafür ist er da.

Hinweis zur Verlässlichkeit

Diese Seite beschreibt die allgemeine Praxis am Frankfurt Welcome & Information Center, ist aber keine Rechtsberatung, konkrete Zuständigkeiten oder Abläufe können im Einzelfall abweichen. Für die eigene Situation aktuelle Angaben direkt beim AmkA unter 069 212-41515 oder amka.info@stadt-frankfurt.de bestätigen.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ist das Welcome & Information Center nur für Leute, die gerade nach Frankfurt gezogen sind?

Nein, und das ist ein echter Unterschied zu manchen anderen Städten. AmkAs eigene Angaben beschreiben die Beratung als offen für alle Einwohner mit einem passenden Anliegen, Familien, Geflüchtete, Menschen mit Behinderung, von Diskriminierung Betroffene, nicht nur Neuankömmlinge in den ersten Wochen. Wer schon seit Jahren in Frankfurt lebt und plötzlich ein Wohngeld-Problem, eine Schuldenfrage oder eine Auseinandersetzung mit der Energierechnung hat, für den gilt dieselbe offene Beratung genauso.

Brauche ich einen Termin, und welche Sprachen werden dort tatsächlich gesprochen?

Kein Termin nötig, die Beratung läuft als offene Sprechzeit während der Öffnungszeiten, montags bis freitags 10 bis 14 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr verlängert. Das Zentrum gibt an, auf Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen zu arbeiten, welche konkrete Sprache an einem bestimmten Tag verfügbar ist, kann aber von der Personalbesetzung abhängen, wer eine Sprache jenseits von Deutsch und Englisch braucht, sollte vorab unter 069 212-41515 anrufen und das klären.

Was unterscheidet AmkA konkret von einem typischen Willkommens-Schalter für Neuankömmlinge?

Der Umfang und die Geschichte. Das AmkA, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, wurde 1989 in Frankfurt als erstes kommunales Amt seiner Art gegründet, das sich der Integrationsarbeit widmete, und das sogenannte „Frankfurter Modell" fand damals bundesweit Beachtung. Praktisch zeigt sich diese Geschichte heute in einem deutlich breiteren Beratungsauftrag als bei einem typischen Erstankunfts-Schalter: Unterstützung beim Deutschlernen, aber auch berufliche Anerkennung, Familienzusammenführung für Geflüchtete, Behinderung und Inklusion, Schuldnerprävention, Probleme mit Energierechnungen und ein eigenes Programm für afghanische Frauen.

Ich glaube, ich wurde von einem städtischen Amt oder einem städtischen Dienst diskriminiert. Ist das derselbe Schalter?

Es hängt zusammen, wird aber von einer eigenen Stelle innerhalb des AmkA bearbeitet, der Ombudsstelle Antidiskriminierung, erreichbar unter 069 212-30111 oder amka.antidiskriminierung@stadt-frankfurt.de, auf Deutsch, Englisch oder Türkisch. AmkAs eigene Angaben sind bei der Zuständigkeit konkret: Diese Ombudsstelle bearbeitet Fälle, in denen die Diskriminierung im Kontakt mit einem Frankfurter Amt oder Betrieb oder bei der Nutzung eines städtischen Dienstes oder Angebots geschehen ist, nicht Diskriminierung im allgemeinen Sinn. Der Prozess beginnt mit einem schriftlichen Beschwerdeformular, verfügbar auf Deutsch und Englisch, eingereicht per E-Mail oder Post, und die Stelle nimmt eine neutrale Position ein und arbeitet auf eine Klärung hin.

Was, wenn mein Fall nicht in die Zuständigkeit der Ombudsstelle für städtische Ämter fällt?

Zuerst am allgemeinen Beratungsschalter des Welcome & Information Center nachfragen, dort gehört ausdrücklich auch eine rechtliche Einschätzung selbst erlebter Diskriminierung dazu, samt Begleitung zu den passenden nächsten Schritten, auch wenn der konkrete Fall letztlich eine andere Stelle oder einen anderen rechtlichen Weg als die Ombudsstelle selbst braucht. Dort das Gespräch zu beginnen ist der vernünftigere erste Schritt, statt selbst zu raten, welches Amt zuständig ist.