Berlinale Generation Kplus und 14plus: Familienleitfaden zu den Kinder- und Jugendsektionen des Filmfestivals
Generation Kplus und Generation 14plus sind die eigenständigen Kinder- und Jugendwettbewerbe der Berlinale: ein vollwertiges internationales Wettbewerbsprogramm, das gezielt für junges Publikum ausgewählt wird und jedes Jahr im Februar parallel zum Hauptfestival in Berliner Kinos läuft. Generation Kplus (das 'K' steht für Kinder) geht auf das 1978 gestartete 'Kinderfilmfest' zurück und richtet sich vor allem an Familien mit Kindern bis etwa zum frühen Teenageralter, während der 2004 hinzugekommene Wettbewerb Generation 14plus für Jugendliche weiterläuft; seit 2007 laufen beide unter dem gemeinsamen Namen Generation. Die beiden Wettbewerbe unterscheiden sich deutlich in der Vorführpraxis: nicht-englischsprachige Generation-Kplus-Filme laufen in Originalfassung mit durchgängigen englischen Untertiteln plus einer live über den Originalton gesprochenen deutschen Synchronfassung durch geschulte Sprecherinnen und Sprecher (eine kleine Zahl von Kplus-Filmen bekommt stattdessen deutsche Untertitel, gezielt um jüngere Kinder ans Lesen von Untertiteln heranzuführen), während Generation 14plus durchgehend in Originalfassung mit englischen Untertiteln und ganz ohne Synchronisation gezeigt wird. Vorführungen verteilen sich auf mehrere offizielle Festivalkinos, am beständigsten auf Zoo Palast, Cubix am Alexanderplatz, Urania, CinemaxX Potsdamer Platz und das Filmtheater am Friedrichshain. Die Preise sind für diese Sektion bewusst niedrig gehalten: 9 Euro regulär, 6 Euro ermäßigt, deutlich unter den 15 bis 20 Euro, die für die meisten anderen Berlinale-Vorführungen üblich sind, und Familien dürfen pro Generation-Vorstellung bis zu fünf Karten kaufen (statt der sonst im Festival geltenden Zwei-Ticket-Grenze). Der Ticketverkauf für eine bestimmte Vorführung startet online um exakt 10 Uhr, genau drei Tage vor dem jeweiligen Termin, und Gruppen ab sechs Personen können vorab über eine eigene Generation-Gruppenticket-Hotline reservieren, bevor der freie Verkauf beginnt. Die 76. Ausgabe des Festivals lief vom 12. bis 22. Februar 2026 und ist inzwischen abgeschlossen: Generation zeigte in beiden Wettbewerben zusammen 18 Spielfilme und 23 Kurzfilme aus 31 Ländern, eröffnet mit Eliza Capais A Fabulosa Máquina do Tempo (Generation Kplus) und George Jaques' Sunny Dancer (Generation 14plus), und endete mit dem Gläsernen Bären für Allan Debertons Feito Pipa (Gugu's World) in Kplus sowie für Fernanda Tovars Chicas Tristes (Sad Girlz) in 14plus. Die nächste Ausgabe findet vom 10. bis 21. Februar 2027 statt, einen Tag früher als sonst üblich, mit neuen öffentlichen Publikumstagen am 20. und 21. Februar; die genauen Generation-Filmlisten, Spielstätten und Preise für 2027 werden erst in den Wochen vor dem Festival auf der offiziellen Berlinale-Website veröffentlicht, die Angaben hier also als verlässliche Orientierung zur Funktionsweise der Sektion lesen, nicht als Garantie, dass 2027 in jedem Detail identisch ausfällt.
Was Generation Kplus und 14plus tatsächlich sind
Generation ist die eigene Sektion der Berlinale für junges Publikum und läuft innerhalb des größeren Festivals als zwei getrennte Wettbewerbe: Generation Kplus für Kinder und Generation 14plus für Jugendliche. Keiner der beiden ist ein Nebenprogramm, das dem Hauptfestival lose angehängt wurde. Beide vergeben echte Preise, zeigen Weltpremieren und ziehen Filmschaffende gezielt für dieses Publikum nach Berlin.
Die Geschichte erklärt, warum die Sektion so aufgeteilt ist. 1978 startete das Festival ein eigenes Kinderprogramm, nachdem Kinderreporterinnen und -reporter eines Berliner Kindersenders die Festivalleitung gefragt hatten, warum die Berlinale nur für Erwachsene sei; die zunächst als eigenständiges Angebot geführte Reihe entwickelte sich zum später als Kinderfilmfest bekannten Programm. 2004 kam mit 14plus ein eigener Wettbewerb für Jugendliche hinzu. 2007 brachte das Festival beide Altersgruppen unter einem gemeinsamen Namen zusammen, Generation, mit Generation Kplus als Fortsetzung des ursprünglichen Kinderfilmfests und Generation 14plus als zweitem Wettbewerb. Diese Vorgeschichte erklärt, warum sich die Sektion bis heute wie zwei Programme anfühlt statt wie eines: getrennte Jurys, getrennte Preise und, wie im Folgenden beschrieben, tatsächlich unterschiedliche Vorführformate.
| Generation Kplus | Generation 14plus | |
|---|---|---|
| Ursprung | 1978, als "Kinderfilmfest" | 2004 als eigener Wettbewerb hinzugekommen |
| Zielgruppe | Kinder (jeder Film mit eigener Altersempfehlung) | Jugendliche (jeder Film mit eigener Altersempfehlung) |
| Vorführformat | Originalfassung, englische Untertitel, plus live gesprochene deutsche Synchronfassung (einige Filme erhalten stattdessen deutsche Untertitel) | Originalfassung, englische Untertitel, keine Synchronisation |
| Preise | Gläserner Bär, vergeben von einer internationalen Kinderjury; Grand Prix und Spezialpreis (bester Kurzfilm) von der erwachsenen Internationalen Jury | Gläserner Bär, vergeben von einer internationalen Jugendjury; Grand Prix und Spezialpreis (bester Kurzfilm) von derselben Internationalen Jury |
| Umbenennung in "Generation" | 2007, beide Wettbewerbe unter einem gemeinsamen Namen zusammengeführt | |
Zeitliche Einordnung: Die Ausgabe 2026 ist bereits vorbei
Wer diesen Leitfaden außerhalb der Festivalsaison liest, sollte den Kalender im Blick behalten. Die Berlinale findet jedes Jahr im Februar statt, und die 76. Ausgabe lief bereits vom 12. bis 22. Februar 2026. Dieser Leitfaden nutzt diese gerade abgeschlossene Ausgabe durchgehend als konkretes, reales Beispiel dafür, wie Generation tatsächlich funktioniert (siehe den Abschnitt zu den Ergebnissen 2026 weiter unten), während die praktischen Mechanismen, also Vorführformate, Preisstruktur und Spielstättenmuster, dieselben sind, die bei der nächsten Ausgabe vom 10. bis 21. Februar 2027 gelten. Konkrete Filme, genaue Spielstätten und mögliche Preisanpassungen für 2027 werden erst in den Wochen vor diesem Festival auf der offiziellen Berlinale-Website veröffentlicht, weshalb die konkreten Angaben zu 2026 hier als starker Hinweis auf das Erwartbare zu lesen sind, nicht als Garantie.
Wie Vorführungen tatsächlich funktionieren: Untertitel, Synchronisation und Sprache
Das ist genau der Punkt, der internationale Familien überrascht, und er unterscheidet sich deutlich zwischen den beiden Wettbewerben:
- Generation Kplus: nicht-englischsprachige Filme laufen in Originalfassung mit durchgängigen englischen Untertiteln, plus einer live über den Originalton gesprochenen deutschen Synchronfassung durch eine geschulte Sprecherin oder einen geschulten Sprecher, deren Text vorab von professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern erstellt wird. In der Praxis bedeutet das drei gleichzeitige Ebenen während einer typischen Vorstellung: den Originalton des Films, eine darübergelegte gesprochene deutsche Erzählung und englische Untertitel am unteren Bildrand. Wer englische Untertitel gut lesen kann, folgt der Geschichte meist über die Untertitel und lässt die deutsche Erzählstimme zum Hintergrundgeräusch werden. Jedes Jahr erhält eine kleine Zahl von Kplus-Filmen (in vergangenen Ausgaben bis zu drei) statt der Synchronfassung deutsche Untertitel, gezielt um jüngere Kinder ans Lesen von Untertiteln heranzuführen.
- Generation 14plus: Filme laufen durchgehend in Originalfassung mit englischen Untertiteln und ganz ohne Synchronisation, die unkompliziertere Variante für englischsprachige Familien, die keine Umgewöhnung braucht.
Foto: Tima Miroshnichenko, über Pexels
Wo Filme laufen: die zentralen Generation-Spielstätten
Generation-Vorführungen verteilen sich auf mehrere offizielle Festivalkinos statt sich allein am Potsdamer Platz zu bündeln. In den letzten Ausgaben wurden durchgehend genutzt:
| Spielstätte | Anmerkung |
|---|---|
| Zoo Palast | Von 1957 bis zur Verlegung des Festivals an den Potsdamer Platz im Jahr 2000 dessen Hauptkino; bis heute ein zentrales Berlinale-Kino |
| Cubix am Alexanderplatz | Seit 2007 offizielles Berlinale-Kino, neun Säle, rund 2.274 Plätze; langjährige Spielstätte für Generation-, Panorama- und Forum-Vorführungen |
| Urania | Genutzt für Generation-Kplus-Familienvorstellungen |
| CinemaxX Potsdamer Platz | Genutzt für Generation-Kplus-Familienvorstellungen |
| Filmtheater am Friedrichshain | Genutzt für Generation-Kplus-Familienvorstellungen |
| Delphi Filmpalast, Bluemax Theater | In manchen Ausgaben Spielstätten für Generation 14plus |
Die genaue Spielstätte für einen bestimmten Film wird erst näher am jeweiligen Festival im offiziellen Programm veröffentlicht und kann von Jahr zu Jahr wechseln, weshalb diese Tabelle eher als Orientierung zu den infrage kommenden Kinotypen zu lesen ist, nicht als feststehender Spielplan.
Tickets: Preise, Obergrenzen und Zeitpunkt
Generation-Vorführungen sind bewusst günstiger als der Rest des Festivals angesetzt, mit der Überlegung, dass hier Familien und nicht nur Einzelbesuchende die Zielgruppe sind:
| Regulärer Preis | Ermäßigt | |
|---|---|---|
| Generation-Vorführungen (Kplus und 14plus) | 9 Euro | 6 Euro |
| Die meisten anderen Berlinale-Sektionen | 15 bis 20 Euro | variiert |
| Öffentlicher Publikumstag (Nicht-Generation-Filme) | 11 Euro | 8 Euro |
Ein paar praktische Punkte lohnen sich vor dem Buchungsversuch:
- Tickets gehen exakt drei Tage vor jeder Vorführung um 10 Uhr in den Verkauf. Sie werden über den offiziellen Berlinale-Ticketshop online verkauft (Zahlung per Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, Wero oder Google Pay) und können ausgedruckt oder als QR-Code auf dem Smartphone am Einlass vorgezeigt werden.
- Für Generation gilt eine höhere Ticketobergrenze. Pro Person und Generation-Vorstellung sind bis zu fünf Tickets möglich, verglichen mit der sonst im Festival üblichen Grenze von zwei Tickets, wichtig, wenn mehr als zwei Kinder mitkommen.
- Gruppen ab sechs Personen können vor dem allgemeinen Verkaufsstart buchen. Eine eigene Generation-Gruppenticket-Hotline erlaubt größeren Gruppen (Schulklassen, mehrere sich abstimmende Familien), sich Plätze zu vergünstigten Konditionen zu sichern, bevor der freie Verkauf beginnt; Telefonnummer und Buchungszeitraum stehen jedes Jahr im offiziellen Generation-Programmheft.
- Für die ermäßigten Preise braucht es einen Nachweis. Ermäßigungen gelten für Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung und ähnliche Gruppen, die Berechtigung wird in der Regel beim Kauf oder Einlass geprüft, den entsprechenden Nachweis also mitbringen.
Altersempfehlungen und das Generation-Badge für Jugendliche
Jeder Film in Kplus wie in 14plus trägt eine eigene Altersempfehlung, die gemeinsam mit pädagogischen Fachleuten entwickelt wird und bewusst nach oben offen gestaltet ist: eine Empfehlung ab 8 Jahren funktioniert auch für ältere Kinder, sie richtet sich lediglich nicht an jüngere. Das macht die konkrete Altersempfehlung des jeweiligen Films zu einer verlässlicheren Orientierung als eine pauschale Altersspanne, die allein aus dem Label Kplus oder 14plus abgeleitet wird.
Speziell für Jugendliche bietet das Festival außerdem das Generation-Badge 14plus an, einen eigenen Festivalausweis für alle, die zum Festivalzeitpunkt zwischen 14 und 25 Jahre alt sind. Statt einzelne Vorstellungen zu buchen, erhalten Badge-Inhaberinnen und -Inhaber Zugang zu einem kuratierten Programm mit ausgewählten Filmen aus allen Berlinale-Sektionen (nicht nur Generation), Veranstaltungen bei Berlinale Talents sowie weiteren, gemeinsam mit Jugendmedienorganisationen entwickelten Begleitprogrammen. Für ältere Jugendliche, die ein tieferes Festivalerlebnis wollen als es einzelne Generation-Vorstellungen bieten, ist das eine Überlegung wert.
Was bei Generation 2026 konkret passiert ist, als anschauliches Beispiel
Da die Ausgabe 2026 bereits abgeschlossen ist, liefern ihre Ergebnisse das klarste reale Beispiel dafür, wie die Sektion tatsächlich funktioniert, statt einer bloß theoretischen Beschreibung:
| Detail | |
|---|---|
| Programmumfang | 18 Spielfilme und 23 Kurzfilme aus 31 Ländern, über beide Wettbewerbe zusammen |
| Weltpremieren / Spielfilmdebüts | 30 Weltpremieren, 10 Spielfilmdebüts |
| Eröffnungsfilm Kplus | A Fabulosa Máquina do Tempo (Die fabelhafte Zeitmaschine), Regie Eliza Capai |
| Eröffnungsfilm 14plus | Sunny Dancer, Regie George Jaques, mit Bella Ramsey |
| Gläserner Bär Kplus, bester Film | Feito Pipa (Gugu's World), Regie Allan Deberton |
| Gläserner Bär Kplus, bester Kurzfilm | Whale 52 - Suite for Man, Boy, and Whale, Regie Daniel Neiden |
| Gläserner Bär 14plus, bester Film | Chicas Tristes (Sad Girlz), Regie Fernanda Tovar |
| Gläserner Bär 14plus, bester Kurzfilm | Memories of a Window, Regie Mehraneh Salimian und Amin Pakparvar |
Über diese Preise entschieden zwei getrennte Jurys: eine internationale Kinderjury wählte die Gläsernen Bären in Kplus, eine internationale Jugendjury die Gläsernen Bären in 14plus, während eine gemeinsame dreiköpfige erwachsene Internationale Jury (2026 besetzt mit Khozy Rizal, Lena Urzendowsky und Kim Yutani) in beiden Wettbewerben zusätzlich den Grand Prix (7.500 Euro) und den Spezialpreis für den besten Kurzfilm (2.500 Euro) vergab. Das Festival insgesamt verzeichnete 2026 einen Besucherrekord: 343.200 verkaufte Tickets, ein Plus gegenüber 340.000 im Jahr 2025, dazu rund 19.500 Fachbesucherinnen und -besucher aus 135 Ländern.
Keiner dieser konkreten Titel aus 2026 wird bei einer künftigen Ausgabe erneut laufen, aber die Grundstruktur des Programms, zwei Wettbewerbe, eine Kinderjury und eine Jugendjury, eine erwachsene Internationale Jury, die in beiden Geldpreise vergibt, ist ein verlässliches Muster auch für die Zukunft.
Planung rund um die nächste Ausgabe: 10. bis 21. Februar 2027
Die 77. Berlinale läuft vom 10. bis 21. Februar 2027, einen Tag früher als der übliche Festivalstart und erstmals an einem Mittwoch statt an einem Donnerstag beginnend. Die Terminverschiebung schafft Raum für zwei öffentliche Publikumstage am 20. und 21. Februar 2027, eine Erweiterung gegenüber dem einen Publikumstag der letzten Ausgaben, während die Preisverleihung auf Freitag, den 19. Februar, wandert, statt wie gewohnt auf den Samstag.
Für vorausplanende Familien:
- In die Generation-Programm-Mailingliste auf der offiziellen Berlinale-Website eintragen, und zwar deutlich vor Februar, damit man sofort informiert wird, sobald das Programm 2027, die Spielstätten und Ticketdaten veröffentlicht sind.
- Das Ticketkonto frühzeitig anlegen. Angesichts dessen, wie schnell Generation-Tickets in vergangenen Jahren ausverkauft waren, verbessert ein vorbereitetes Konto und ein pünktlicher Login genau um 10 Uhr (drei Tage vor jeder Vorstellung) die Chancen spürbar.
- Früh klären, ob die Fünf-Ticket-Regel oder die Gruppen-Hotline gebraucht wird. Familien mit drei oder mehr Kindern oder mehrere sich abstimmende Familien sollten sich auf die höhere Generation-Ticketgrenze oder die Sechs-und-mehr-Gruppenbuchungshotline einstellen, statt zu versuchen, Tickets einzeln nacheinander zu kaufen.
- Die Altersempfehlung und das Vorführformat jedes Films prüfen (Synchronisation oder Untertitel bei Kplus, ausschließlich Untertitel bei 14plus), statt allein vom Kplus- oder 14plus-Label auszugehen.
- Sich auf den Berliner Februar einstellen. Warten im Freien bei 0 bis 5 Grad ist bei beliebten Vorstellungen üblich, warme Kleidungsschichten zählen also mehr als die Wahl des Festival-Outfits.
Hinweis zur Verlässlichkeit
Diese Seite gibt öffentlich zugängliche Informationen zu den Berlinale-Sektionen Generation Kplus und Generation 14plus wieder, Stand Mitte 2026, zusammengetragen aus der offiziellen Website und den Pressemitteilungen des Festivals selbst, der deutschsprachigen Berlin.de-Seite zu Generation Kplus, Screendailys Berichterstattung zu den bestätigten Festivalterminen 2027 und der deutschen Wikipedia-Seite zur Geschichte des Festivals. Konkrete Spielstätten, Ticketpreise, Altersempfehlungen und Programmdetails werden jedes Jahr neu festgelegt und können sich von Ausgabe zu Ausgabe ändern, manchmal kurzfristig; aktuelle Angaben vor einem Familienbesuch direkt auf der offiziellen Berlinale-Website prüfen.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Ist Generation Kplus wirklich etwas für kleine Kinder, oder eher für Jugendliche gedacht?
Generation Kplus ist ausdrücklich die Kinderhälfte der Sektion (das 'K' steht für Kinder) und geht auf einen eigenen Kinderwettbewerb zurück, der 1978 erstmals unter dem Namen 'Kinderfilmfest' präsentiert wurde. Generation 14plus ist die separate Jugendhälfte, die 2004 als eigener Wettbewerb hinzukam; beide wurden 2007 unter dem gemeinsamen Namen Generation zusammengeführt, laufen aber bis heute als zwei getrennte Wettbewerbe mit eigenen Filmen, Jurys und Preisen. Jeder einzelne Film in beiden Sektionen trägt eine eigene Altersempfehlung, die gemeinsam mit pädagogischen Fachleuten entwickelt wird und bewusst nach oben offen ist (ein Film ab 8 Jahren eignet sich auch für ältere Kinder), statt ein starres Zielalter vorzugeben. In der Praxis bedeutet das: Kplus richtet sich eher an Grundschulkinder bis zum frühen Teenageralter, 14plus eher an Jugendliche, aber die Altersempfehlung des jeweiligen Films vor der Buchung zu prüfen ist zuverlässiger, als allein vom Sektionsnamen auszugehen.
Muss ich Deutsch können, um mit meinen Kindern eine Generation-Kplus-Vorstellung zu besuchen?
Nicht zwingend, aber es hilft zu wissen, was genau man hört. Nicht-englischsprachige Generation-Kplus-Filme laufen in Originalfassung mit durchgängigen englischen Untertiteln, zusätzlich live über den Originalton gesprochen von einer geschulten Person, deren Text vorab von professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern erstellt wurde. Bei einer typischen fremdsprachigen Kplus-Vorstellung liegen damit gleichzeitig drei Ebenen vor: der Originalton des Films, eine darübergelegte gesprochene deutsche Erzählstimme und englische Untertitel am unteren Bildrand, woran man sich zunächst gewöhnen muss. Ältere Kinder und Erwachsene, die englische Untertitel gut lesen können, folgen der Handlung meist allein über die Untertitel und blenden die deutsche Synchronstimme als Hintergrundgeräusch aus. Bei einer kleinen Zahl von Kplus-Filmen pro Jahr (in vergangenen Ausgaben bis zu drei) gibt es statt der Synchronfassung deutsche Untertitel, gezielt um jüngere Kinder ans Lesen von Untertiteln heranzuführen; die tatsächliche Erfahrung unterscheidet sich also von Film zu Film. Generation 14plus ist für englischsprachige Familien einfacher: durchgängig Originalfassung mit englischen Untertiteln, ganz ohne Synchronisation.
Was zahlt eine Familie für Generation-Vorstellungen tatsächlich, und wie funktioniert die Ticketobergrenze?
Generation-Tickets kosten 9 Euro regulär und 6 Euro ermäßigt, spürbar günstiger als die in den meisten anderen Berlinale-Sektionen üblichen 15 bis 20 Euro; diese vergünstigte Preisstruktur galt auch für Generation-Filme am öffentlichen Publikumstag des Festivals. Zusätzlich zum niedrigeren Preis gilt für Generation eine höhere Ticketobergrenze: bis zu fünf Karten pro Person und Vorstellung, verglichen mit der sonst im Festival üblichen Grenze von zwei Karten, was wichtig ist, wenn mehr als zwei Kinder mitkommen. Tickets für eine bestimmte Vorstellung gehen exakt drei Tage vor dem Termin um 10 Uhr online in den Verkauf und können per Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, Wero oder Google Pay bezahlt werden; sie lassen sich ausdrucken oder als QR-Code auf dem Smartphone vorzeigen. Gruppen ab sechs Personen können außerdem eine eigene Generation-Gruppenticket-Hotline nutzen (Nummer und Buchungszeitraum werden jedes Jahr im offiziellen Generation-Programmheft veröffentlicht), um sich vor dem allgemeinen Verkaufsstart Plätze zu sichern, was hilfreich ist, wenn man sich mit anderen Familien abstimmt.
In welchen Kinos laufen Generation-Filme überhaupt?
Generation-Vorführungen verteilen sich auf mehrere der offiziellen Festivalkinos statt sich allein am Potsdamer Platz zu konzentrieren. In den vergangenen Ausgaben wurden regelmäßig genutzt: der Zoo Palast (bis zur Verlegung des Festivals an den Potsdamer Platz im Jahr 2000 dessen langjähriges Hauptkino, bis heute ein zentrales Berlinale-Kino), Cubix am Alexanderplatz (seit 2007 offizielles Berlinale-Kino mit neun Sälen und rund 2.274 Plätzen, seit Langem Spielstätte für Generation-, Panorama- und Forum-Vorführungen), die Urania, das CinemaxX Potsdamer Platz sowie das Filmtheater am Friedrichshain, während Generation 14plus in manchen Jahren auch im Delphi Filmpalast oder im Bluemax Theater lief. Der genaue Spielort für einen bestimmten Film wird erst näher am jeweiligen Festival im vollständigen Programm veröffentlicht und kann von Jahr zu Jahr wechseln, weshalb diese Auflistung eher als Orientierung zu den infrage kommenden Kinos zu lesen ist, nicht als feststehender Spielplan.
Was ist bei Generation 2026 konkret passiert, da dieses Festival zum Zeitpunkt des Lesens schon vorbei ist?
Die 76. Berlinale lief vom 12. bis 22. Februar 2026, und Generation zeigte eines seiner umfangreichsten Programme überhaupt: 18 Spielfilme und 23 Kurzfilme aus 31 Ländern in beiden Wettbewerben zusammen, darunter 30 Weltpremieren und 10 Spielfilmdebüts. Generation Kplus eröffnete mit Eliza Capais Dokumentarfilm A Fabulosa Máquina do Tempo (Die fabelhafte Zeitmaschine) über Mädchen in einem wirtschaftlich benachteiligten brasilianischen Dorf, während Generation 14plus mit George Jaques' Sunny Dancer eröffnete, mit Bella Ramsey als jugendlicher Krebsüberlebender in einem Feriencamp für Teenager. Zum Festivalabschluss vergab die Kinderjury den Gläsernen Bären für den besten Film an Allan Debertons Feito Pipa (Gugu's World) und für den besten Kurzfilm an Daniel Neidens Whale 52 - Suite for Man, Boy, and Whale, während die Jugendjury den Gläsernen Bären für den besten Film an Fernanda Tovars Chicas Tristes (Sad Girlz) und für den besten Kurzfilm an Mehraneh Salimian und Amin Pakparvars Memories of a Window vergab. Eine separate dreiköpfige Internationale Jury vergab in beiden Wettbewerben zusätzlich den Grand Prix (7.500 Euro) sowie einen Spezialpreis für den besten Kurzfilm (2.500 Euro). Keiner der diesjährigen Filme wird bei künftigen Ausgaben wiederholt, aber der Umfang, etwa 18 Spielfilme und 23 Kurzfilme verteilt auf zwei Wettbewerbe, ist eine realistische Erwartung auch für kommende Jahre.
Wann findet die nächste Berlinale statt, und was ist dabei anders?
Die 77. Berlinale läuft vom 10. bis 21. Februar 2027, einen Tag früher als der übliche Festivalstart und erstmals an einem Mittwoch statt an einem Donnerstag beginnend. Die Verschiebung schafft Raum für zwei neue öffentliche Publikumstage am 20. und 21. Februar 2027 (Berlinale Publikumstage), eine Erweiterung gegenüber dem einen Publikumstag, den das Festival in den letzten Ausgaben hatte; die Preisverleihung wandert zudem auf Freitag, den 19. Februar, statt wie gewohnt auf den Samstag. Die Ausgabe 2026 verzeichnete einen Besucherrekord mit 343.200 verkauften Tickets, ein Plus gegenüber 340.000 im Jahr 2025, dazu rund 19.500 Fachbesucherinnen und -besucher. Die Nachfrage nach Tickets, Generation eingeschlossen, dürfte also kaum nachlassen. Konkrete Generation-Filmlisten, Spielstätten und mögliche Preisänderungen für 2027 werden erst in den Wochen vor dem Festival auf der offiziellen Berlinale-Website veröffentlicht; am sichersten ist es, sich in die Generation-Programm-Mailingliste auf der offiziellen Seite einzutragen, um sofort informiert zu werden, sobald das Programm und die Ticketdaten für 2027 feststehen.
